EU-Parlament macht Weg für neues Klimaschutzziel frei | ABC-Z

Bis 2040 will die EU ihre klimaschädlichen Emissionen um 90 Prozent senken. Das EU-Parlament hat nach langen Verhandlungen einem Kompromiss zugestimmt, von dem auch Verbraucher profitieren sollen.
Mit einer breiten Mehrheit haben die EU-Abgeordneten in Straßburg für ein neues Zwischenziel auf dem Weg zur Klimaneutralität gestimmt. Sie einigten sich darauf, die Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren. Der nun erzielten Einigung waren lange Debatten zwischen den EU-Staaten vorangegangen.
Grundlage für das neue Zwischenziel war ein im Juli präsentierter Vorschlag der Europäischen Kommission. Dieser wurde allerdings in den Verhandlungen der Parlamentarier und der EU-Staaten deutlich abgeschwächt. Mit Blick auf wirtschaftliche Belastungen, Probleme der Industrie und ein angespanntes geopolitisches Umfeld regte sich in einigen Mitgliedsstaaten Widerstand. Sie kritisierten das geplante Zwischenziel als zu hoch.
Klimazertifikate als Kompromisslösung
Im Ergebnis müssen die Mitgliedstaaten nur 85 Prozent der Emissionen auf eigenem Boden reduzieren. Bis zu fünf Prozentpunkte können sie ab 2036 durch Klimazertifikate aus dem Ausland einsparen. Die europäischen Staaten können dafür beispielsweise in Solarparks im Ausland investieren und die dortige Einsparung dann auf die eigene CO2-Bilanz anrechnen.
Außerdem werden Brennstoffe wie Benzin und Erdgas erst ab 2028 – und damit ein Jahr später als geplant – in das Handelssystem mit Treibhausgas-Zertifikaten einbezogen. Damit sollen große Preissprünge für Verbraucher beim Tanken und Heizen vorerst vermieden werden.
Europa will erster klimaneutraler Kontinent sein
Das neue Zwischenziel für 2040 ergänzt die bereits bestehenden Klimaziele. Bis 2030 müssen die Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Bis 2050 will Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden.
Die EU-Mitgliedsstaaten müssen das neue Zwischenziel noch annehmen. Das ist für Anfang März geplant und gilt als reine Formsache.





















