EU-Kommission: Mercosur-Handelsabkommen tritt am 1. Mai vorläufig in Kraft | ABC-Z

Das Handelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten tritt ab dem 1. Mai vorläufig in Kraft. Zahlreiche Zölle zwischen der EU und Brasilien, Argentinien sowie Uruguay sollen dann wegfallen, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte.
Kurz zuvor hatte das Parlament in Paraguay als letzter Mitgliedsstaat des Abkommens dem Vertrag einstimmig zugestimmt, nach EU-Angaben aber noch keine offizielle Mitteilung an die EU-Kommission geschickt. Erhält die Kommission bis Ende März eine solche Mitteilung, sollen auch die Zölle im Handel mit Paraguay zum 1. Mai wegfallen.
Die endgültige Zustimmung im Europäischen Parlament verzögert sich noch um mehrere Monate. Grund ist, dass Abgeordnete auf Druck von Kritikern den Europäischen Gerichtshof gebeten haben, das Abkommen rechtlich zu prüfen. Daher tritt es zunächst vorläufig in Kraft.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič bezeichnete das vorläufige Inkrafttreten des Abkommens als wichtigen Schritt, “um unsere Glaubwürdigkeit als bedeutender Handelspartner unter Beweis zu stellen”.
Autos aus Europa für chemische Produkte aus Südamerika
Das Abkommen der 27 EU-Mitglieder mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay soll mit insgesamt mehr als 700 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Es war mehr als 25 Jahre lang verhandelt worden.
Es sieht unter anderem vor, Zölle auf den Großteil der gehandelten Waren zwischen den Staaten abzuschaffen. Das könnte Exporte erleichtern und Produkte günstiger machen. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte nach Südamerika exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe.
Bauern in mehreren europäischen Staaten und vor allem in Frankreich protestieren deshalb gegen das Abkommen. In Europa fürchten einige, dass die Landwirtschaft unter billigeren Importen leiden könnte. Außerdem warnen Kritiker vor möglichen Risiken für Umwelt- und Sozialstandards.





















