Etwa 40 Tote bei Feuer-Hölle in der Schweiz – was bekannt ist | ABC-Z

Noch ist das genaue Ausmaß der Katastrophe nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass bei dem Feuer, das in der Silvesternacht in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ausgebrochen ist, mehr als 40 Menschen getötet wurden. Das gab Frédéric Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei, am Abend nach dem Inferno bekannt. Zudem seien etwa 115 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer, sagte Frédéric Gisler von der Kantonspolizei Wallis.
Über die Identität der Todesopfer und Verletzten ist bislang nichts bekannt. Auch, ob darunter Deutsche sind, ist offen. Das Auswärtige Amt erklärte dieser Redaktion, man stehe in engem Kontakt mit den Schweizer Behörden. Da Crans-Montana Gäste aus aller Welt habe, seien „wahrscheinlich“ Ausländer unter den Betroffenen, sagte Polizeichef Gisler. Nach deren Identifikation sollen zunächst die jeweiligen Botschaften benachrichtigt werden.
Feuer in Schweizer Nobel-Skiort: „Tag der Trauer“
Bundespräsident Guy Parmelin dankte den Einsatzkräften und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Der heutige Donnerstag ist ein Tag der Trauer und der Würde.“ Viele der Opfer seien jung gewesen, hätten ihr Leben noch vor sich gehabt. Die Flaggen in der Schweiz sollen in den kommenden Tagen auf Halbmast gesetzt werden. Es sei „eine der schlimmsten Tragödien, die es in unserem Land jemals gab“.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (Mitte) besucht am Tag nach dem schweren Feuer Crans-Montana.
© Getty Images | Harold Cunningham
„Es hätte eine Feier sein sollen, stattdessen wurde der Abend ein Drama“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Er sprach im Namen des Kantons sein Beileid aus. Hinsichtlich der Identifikation der Todesopfer sagte er: „Es ist ein ganz furchtbarer Moment für die Angehörigen.“ Die Ungewissheit sei schwierig, aber es brauche nun Zeit für die Untersuchungen. Die Identifikation gestalte sich schwierig. Reynard bedankte sich wie Parmelin für das Engagement der Rettungskräfte und die Solidarität der Öffentlichkeit. „Diese Solidarität ist so wichtig“, so Reynard. „Es ist eine nie dagewesene Tragödie.“
Sicher sind sich die Ermittler inzwischen, dass es sich bei dem Feuer um ein Unglück handelt, nicht um einen Anschlag – auch, wenn es wohl eine Explosion gab. Zu der kam es aber erst im Verlauf des Brands: Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.
Brand in Luxus-Skiort: Brand in Bar „Constellation“ wurde zu einem „Flashover“
Infolge des Brands soll es zu einem sogenannten „Flashover“ gekommen sein. Darunter versteht man, dass sich der Entstehungsbrand blitzartig zu einem Vollbrand ausweitet und alle brennbaren Oberflächen im Raum innerhalb kürzester Zeit in Flammen stehen.
Zwei junge Französinnen, die nach eigenen Angaben in der betroffenen Bar „Le Constellation“ gefeiert hatten, sagten dem französischen Sender BFMTV, es habe in der Bar Wunderkerzen an Champagnerflaschen gegeben. Eine davon sei zu nah an die Holzdecke gekommen, die dann Feuer gefangen habe. Der Brand habe sich innerhalb von Sekunden ausgebreitet. In der Bar sei Panik ausgebrochen.
Einem Polizeisprecher zufolge ereignete sich diese „Explosion“ gegen 1.30 Uhr. In der Bar könnten demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls mehr als 100 Menschen gewesen sein. Polizei, Feuerwehr und mehrere Helikopter waren nach dem Vorfall im Großeinsatz. Nach der Brandkatastrophe gehen die Ermittler von einer Explosion aus, die von einem zuvor ausgebrochenen Feuer ausgelöst wurde. „Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, am Donnerstagabend. Wie viele Menschen tatsächlich in der Bar gewesen seien, wisse man derzeit nicht.
Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet. Zu Mutmaßungen, dass in Champagnerflaschen gesteckte Kerzen oder Böller den Brand ausgelöst haben könnten, wollte Pilloud nichts sagen. „Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen.“ Festnahmen habe es im Zusammenhang mit dem Vorfall nicht gegeben. „Es gibt keine Verdächtigen“, so Pilloud weiter. Stadtrat Ganzer betonte erneut, es habe sich um einen Unfall gehandelt.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den südlichen Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht.
Crans-Montana: „Mehrere Dutzende Tote“ bei Explosion in Luxus-Skiort
Viele der bei dem Feuer Verletzten wurden mit Rettungshubschraubern in umliegende Kliniken geflogen. Die Kliniken im Kanton Wallis, in dem Crans-Montana liegt, stoßen derweil an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Notaufnahme im wichtigsten Krankenhaus in Wallis war voll.
Verletzte wurden deshalb in verschiedene Krankenhäuser der Schweiz gebracht. Mehr als ein Dutzend Opfer wurden in die auf Brandverletzungen spezialisierte Zürcher Uni-Klinik transportiert, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-ATS berichtete. Die Uni-Klinik Lausanne, die ebenfalls auf Brandopfer spezialisiert ist, nahm demnach 22 Verletzte auf. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten – und das, obwohl der Unglücksort rund 100 Kilometer entfernt ist.
Video soll Feuer-Katastrophe in der Schweiz zeigen
In den sozialen Medien kursieren Videoaufnahmen, die das Feuer in der Bar zeigen sollen. Zu sehen sind flüchtende Menschen und ein in Flammen stehendes Gebäude. Es ist allerdings nur ein kurzer Ausschnitt, dessen Echtheit bisher nicht bestätigt ist.
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Many people were killed and others injured after an explosion at a bar in the ski resort town of Crans-Montana, Switzerland. pic.twitter.com/d2g9rqcCrY
— Weather Monitor (@WeatherMonitors) January 1, 2026
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat mit großer Bestürzung auf die tödliche Brandkatastrophe in der Schweiz reagiert. „Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht“, schrieb Wadephul am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich bestürzt über den verheerenden Brand mit vielen Toten im Schweizer Skiort Crans-Montana geäußert. „Ein Moment der Freude wurde in Crans-Montana in der Schweiz zur Tragödie. Die Ereignisse dort erschüttern uns“, schrieb er auf X. „Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige und vollständige Genesung.“
mit afp/dpa
















