Erneuter Neonazi-Angriff auf Freiraum in Dachau: Zwei 21-Jährige festgenommen – Dachau | ABC-Z

Erst vor drei Wochen hatten Unbekannte den Freiraum in Dachau, ein autonomes Jugendzentrum, mit neonazistischen Botschaften beschmiert – jetzt hat die Polizei zwei dringend Tatverdächtige festgenommen: Die beiden 21-jährigen Männer aus München hatten am späten Donnerstagabend erneut 15 Keltenkreuze an die Fassade der antifaschistischen Kulturstätte in der Brunngartenstraße sowie an Mauern in der Umgebung gesprüht. Das Keltenkreuz ist in der rechtsextremistischen Szene ein Symbol für die vermeintliche Vorherrschaft einer weißen Rasse.
Dass die Täter dieses Mal erwischt wurden, ist einem aufmerksamen Besucher des Jugendzentrums zu verdanken. Wie schon vor drei Wochen schmierten die Rechtsextremisten die Keltenkreuze an die Fassade der Einrichtung, als drinnen eine Veranstaltung lief. Fabian Handfest vom Freiraum berichtet, dass ein Gast gegen 22 Uhr zufällig vor die Tür gegangen sei und dort die frische Farbe an der Wand entdeckt habe. Anschließend habe dieser andere Besucher informiert, gemeinsam habe man die beiden Männer verfolgt. Durch den Vorfall von vor drei Wochen habe man gewusst, „dass die zum Bahnhof wollen“, so Handfest. Unterdessen wurde die Polizei alarmiert.
„Trifft es eine Initiative, betrifft es uns alle“
Die Beamten konnten die beiden Münchner schließlich am Bahnhof Dachau stellen und festnehmen. Ein Polizeisprecher sagte am Freitag, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Taten sehr naheliege. Eine hundertprozentige Bestätigung stehe noch aus. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelt gegen die 21-Jährigen nun wegen Sachbeschädigung und voraussichtlich auch wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen. Den Sachschaden, der durch die Graffiti entstand, schätzt die Polizei auf rund 2000 Euro.
Der Freiraum in Dachau ist eines der letzten autonomen Jugendzentren in Bayern und schon wiederholt Ziel rechtsradikaler Übergriffe geworden. Dass Rechtsextremisten aber auch während laufender Veranstaltungen den Freiraum aufsuchen – wie vor drei Wochen und jetzt wieder geschehen – und eine Konfrontation offenbar nicht scheuen, wird unter den Mitgliedern als neue Qualität wahrgenommen.
Das Bündnis der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau, dem 38 Institutionen aus Zivilgesellschaft und Politik angehören, erklärte sich solidarisch mit dem Kulturzentrum. Jeglicher Form von Aggression, Sachbeschädigung, Rechtsextremismus und Antisemitismus werde „geeint und mit klarer Ablehnung“ begegnet, heißt es in einer Pressemitteilung. „Trifft es eine Initiative, betrifft es uns alle.“





















