Eisflächen nicht betreten – es droht Lebensgefahr | ABC-Z

AUDIO: Wismar: Feuerwehr warnt vor Betreten dünner Eisflächen (1 Min)
Stand: 06.01.2026 10:44 Uhr
Wenn bei Minus-Graden die Gewässer zufrieren, ist für viele Menschen die Verlockung groß, aufs Eis zu gehen. Doch das ist oft nicht tragfähig. Wer einbricht, bringt sich in Lebensgefahr.
Die Frage, wann das Eis dick genug ist, um es zu betreten oder Schlittschuh zu laufen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt auf das Gewässer und die regionalen Bedingungen an. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt als Empfehlung eine Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern an. Bei fließenden Gewässern sollten es 20 Zentimeter sein. Dazu muss in der Regel an mehreren Tagen hintereinander strenger Frost vorherrschen.
Eltern sollten unbedingt auch ihre Kinder auf die Gefahren zugefrorener Gewässer hinweisen. Beim geringsten Zweifel über die Tragfähigkeit sollte Eis nicht betreten werden. Zudem sollte man sich dort nie allein aufhalten.
Die Feuerwehr Hamburg und die DLRG haben einige Tipps zusammengestellt, um die Gefahren richtig einzuschätzen sowie Verhaltensregeln für den Fall, dass man selbst oder eine andere Person ins Eis einbricht:
- Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr.
- Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt, ist das ein Alarmsignal. Wer bereits auf dem Eis ist, sollte sich flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben und sich dabei möglichst nicht ruckartig bewegen.
- Vorsicht bei verschneiten Oberflächen, bewachsenen Ufern oder Ein- und Ausflüssen von Bächen: Hier ist die Dicke der Eisdecke schwer einzuschätzen.
- Im Falle des Einbrechens sollte man versuchen, sich am Eis festzuhalten oder sich darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer freischlagen.
- Im Unglücksfall sofort Hilfe über den Notruf 112 oder 110 rufen!
- Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung (mit Leinen/Schwimmweste) beachten, sich nicht zu weit hinauswagen. Der eingebrochenen Person am besten vom Ufer aus helfen, etwa einen langen Stock reichen.
- Wer zum Helfen die Eisfläche betritt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Gartenzäune, umgedrehte Tische oder Bänke, Türen) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage macht es leichter, die eingebrochene Person zu retten. Ein Hilfsmittel können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
- Gerettete in warme Decken hüllen, vorsichtig erwärmen.
- Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen warme alkoholfreie Getränke reichen.
Muskeln können im eiskalten Wasser aussetzen
Nach Angaben der Feuerwehr können die Muskeln in etwa vier Grad kaltem Wasser innerhalb von drei bis vier Minuten erschlaffen. Dann erlahmt der Körper und die eingebrochene Person geht unter. Es besteht dann die Gefahr, unter Wasser gezogen zu werden und nicht mehr an die Oberfläche zu kommen.
























