Ein Park und der Zaun, den fast keiner will | ABC-Z

Auch direkt am Park, in einem Späti, arbeitet Kenan. Es ist schon viel Betrieb in seinem Laden. Zigaretten, Wasser, Bier gehen über die Theke. Die Mikrowelle macht “ping”, ein Mann kommt von draußen und lässt sich die Plastikschale mit Essen geben – er durfte offenbar sein gekauftes Abendessen hier aufwärmen. Man kennt sich. Tagsüber sei es ein Familienpark, sagt Kenan hinter der Theke und meint irgendwie auch alle, die hier ein und aus gehen. Abends aber sei es “eine andere Welt”.
Wieso andere Welt? Die Leute, sagt Kenan, seien dann lauter, aggressiver, würden sich anschreien. Auf Nachfrage wird klar, es geht ihm vor allem um mutmaßliche Drogenkonsumenten. “Ich weiß nicht, wie es wird, wenn der Zaun abends zu ist. Was ist der Plan mit den Leuten, wenn der Zaun zugeschlossen wird um 22 Uhr – stehen die dann alle hier vor dem Laden?”, sagt Kenan. Fände er nicht so gut, nicht unbedingt weil er wirklich Angst vor Gewalt hat, sondern weil der Lärm Stress mit den Nachbarn bedeuten könnte und schlecht fürs Geschäft sei.
Nächster Späti, andere Parkseite, diesmal heißt der Mann hinter der Theke Mahmoud. Er ist der erste, der den Zaun befürwortet. “Da gibt es viele Probleme, es passieren schlimme Sachen”, sagt er. Sauber würde der Park auch nicht mehr. “Deswegen lieber zumachen”, sagt Mahmoud. Er glaubt, die Menschen, die jetzt nachts im Park sind, würden dann eher in andere Berliner Parks gehen. Aus den Augen aus dem Sinn. Nicht der letzte, der an diesem Punkt ist.





















