Ehemann soll Frau an über 100 Männer verkauft haben | ABC-Z

Ein Skandal, der Erinnerungen an den Fall Gisele Pelicot wachruft, erschüttert derzeit Schweden. Im Norden des Landes sitzt ein Mann in Untersuchungshaft, weil er seine Ehefrau über Jahre hinweg mehr als hundert Männern zum Sex verkauft haben soll. Bei einer Befragung hatte das Opfer dem schwedischen Rundfunk zufolge angegeben, in manchen Fällen unter so starkem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden zu haben, dass sie sich nicht an alles erinnern könne.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen, einem Mann in den Sechzigern, vor, die „Erbringung sexueller Dienste der Geschädigten erleichtert oder sich daran finanziell bereichert zu haben“, wie Staatsanwältin Ida Annerstedt am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Der Mann sei wegen des Verdachts auf „Zuhälterei“ in Untersuchungshaft genommen worden.
„Männer sollten aufhören, mit Frauenkörpern zu handeln. Die Medienberichte über den ‚schwedischen Pelicot-Fall‘ sind schockierend und widerlich“, schrieb Schwedens Gleichstellungsministerin Nina Larsson am Montag auf X. „Gisèle Pelicot war unglaublich mutig und hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Aufmerksamkeit auf diese Art von Verbrechen, Missbrauch und regelrechter Sklaverei zu lenken.“
Polizei ermittelt gegen mehrfach Vorbestraften
Das schwedische Prostitutionsgesetz verbietet den Kauf von Sex, nicht jedoch den Verkauf. Der Mann wurde den Angaben zufolge Ende Oktober festgenommen, nachdem seine Frau ihn bei der Polizei angezeigt hatte. Er streitet die Vorwürfe ab.
Laut Annerstedt geht die Polizei weiteren mutmaßlichen Straftaten des Mannes nach. Details nannte sie nicht und verwies auf die Vertraulichkeit der laufenden Ermittlungen. Laut dem Sender SVT war der Mann zuvor wegen mehrerer Delikte verurteilt worden, darunter Körperverletzung und Nötigung.
120 Männer stehen unter Verdacht
Ob seine Frau, die in ihren Fünfzigern ist, zum Verkauf von Sex gezwungen wurde oder nicht, wollte Annerstedt ebenfalls nicht sagen. Die mutmaßlichen Straftaten sollen sich von Januar 2022 bis zur Festnahme des Mannes im vergangenen Jahr ereignet haben. Annerstedt sagte, sie rechne damit, Mitte März Anklage zu erheben.
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Laut der Staatsanwältin wurden 120 Männer identifiziert, die im Verdacht stünden, sexuelle Dienstleistungen gekauft zu haben. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass alle im Rahmen der Hauptermittlungen untersucht werden könnten. Nach Abschluss des Falls könnten separate Ermittlungen gegen die Käufer eingeleitet werden.
pau/AFP/dpa





















