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Dubai nach Iran-Angriffen: Plötzlich Panik im vermeintlichen Paradies | ABC-Z

Stand: 05.03.2026 • 00:55 Uhr

Dubai gilt – obwohl monarchisch-autokratisch regiert – als paradiesische Influencer-Metropole. Doch seit den jüngsten Angriffen Irans hat das glamouröse Image des Golfstaates ordentlich Risse bekommen. Sehr zum Unwillen des Herrscherhauses.

Ein seltener Gast in der größten Shoppingmall von Dubai: Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed, schlendert durch die Einkaufspassagen, grüßt freundlich, macht Selfies mit Besuchern. Ein Mann aus Ghana postet sein Treffen mit dem Präsidenten in sozialen Netzwerken, wo er ihm versichert, wie sicher er sich in Dubai fühlt.

Der Besuch eines der mächtigsten Männer am Golf in der Mall hat eine Botschaft: Dubai ist sicher. Auch nach den Angriffen aus dem Iran. Die emiratische Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit, Reem al Hashimy, wiederholt seit Tagen mantraartig: “Sie sind sicher und geborgen. Das Leben geht trotz der großen Herausforderungen normal weiter. Unser Verteidigungssystem arbeitet rund um die Uhr mit höchster Effizienz, um Sie alle zu schützen.”

Es gab einige Tote und Dutzende Verletzte. Aber die meisten Raketenangriffe vom Iran auf die Emirate konnten bislang abgewehrt werden. Nicht aber der Image-Schaden. Bilder von einem brennenden Luxus-Hotel, dem beschädigten Flughafen in Dubai und zehntausenden gestrandeten Touristen und Geschäftsleuten haben dem Bild einer luxuriösen und sicheren Glitzermetropole einen ordentlichen Knacks verpasst. Dabei ist Tourismus neben Öl ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Emirate.

Maulkorb für Influencer?

Videos von Raketen am Himmel über Dubai fluteten am Wochenende die sozialen Netzwerke. Influencer, die mit ihren Bildern vom Leben in Dubai Geld verdienen, zeigten plötzlich Panik im vermeintlichen Paradies. Kurze Zeit später waren Beiträge wieder gelöscht. Seitdem stehen auch deutsche Influencer in der Kritik – sie hätten einen Maulkorb bekommen.

Joey Shea von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärt: “Soziale Medien werden von den Behörden überwacht, und es gibt regelmäßig Warnungen, um die Bevölkerung an die geltenden rechtlichen Einschränkungen für das Posten und die Meinungsäußerung im Internet zu erinnern.”

Die Nationale Medienbehörde warnte nach den Angriffen noch einmal eindringlich, die offiziellen Anweisungen für soziale Netzwerke zu beachten: Und nur verifizierte Informationen von offiziellen Behörden und Institutionen der Vereinigten Arabischen Emirate zu teilen. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, riskiert hohe Strafen, sagt Shea.

Überlebensstrategie des Regimes

“Der Anschein von Stabilität und sozialer Einheit ist für die Machthaber in Abu Dhabi und in den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten von immenser Bedeutung. Daher sind diese Einschränkungen der Online-Meinungsfreiheit Teil dieser umfassenderen Strategie zum Überleben des Regimes.”

Nach den ersten Angriffen ist es ruhiger in Dubai. Menschen gehen zur Arbeit, der Verkehr läuft normal, erste Flugzeuge bringen gestrandete Passagiere nach Hause geflogen. Die Shoppingmalls sind gut gefüllt.Ein deutsche Influencerin Dubai postet ein Video von sich am Strand und fragt, ob die Strände denn so voll wären, wenn die Menschen sich nicht sicher fühlen würden.

Ein Beitrag, der den Herrschenden in den Emiraten gefallen dürfte.

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