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Dömitz – Festung und Elbbrücke mit bewegter Geschichte | ABC-Z

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Karneval in Dömitz (3 Min)

Stand: 17.02.2026 14:01 Uhr

Bekannt ist die Stadt für ihre Festung und für die historische Eisenbahnbrücke, von der sich eine schöne Aussicht bietet. Alljährlich im Februar findet in Dömitz der größte Straßenkarneval Mecklenburgs statt.

Die Verbindungsbrücken über die Elbe haben die Stadt im Südwesten Mecklenburgs bekannt gemacht. Bereits 1873 wurde eine Eisenbahnbrücke eingeweiht, mit 20 Pfeilern und einer Länge von 1.050 Metern ein gewaltiges Bauwerk. 1936 folgte eine Straßenverbindung, zwölf Meter hoch, 154 Meter Spannweite – damals eine der größten Brücken Deutschlands. Den Zweiten Weltkrieg überstanden beide Bauwerke nicht. Bei Bombenangriffen in den letzten Kriegstagen wurden sie zerstört.

Elbbrücke verbindet Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen

Erst nach der Wiedervereinigung wurde die Straßenbrücke neu aufgebaut und 1992 eröffnet. Die blaue Stahlkonstruktion gilt als Symbol der überwundenen Teilung Deutschlands. Als wichtiger Verkehrsweg über die Elbe verbindet sie Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Historische Eisenbahnbrücke mit Aussichtsplattform

Die historische Eisenbahnbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Über eine Aussichtsplattform ist sie heute begehbar.

Von der am 20. April 1945 zerstörten Eisenbahnbrücke blieb nur eine Ruine am westlichen Ufer. Sie steht als technisches Kulturgut und Mahnmal der deutschen Teilung unter Denkmalschutz, vier der sechzehn Brückenbögen wurden saniert.

Dort, wo früher die Gleise verliefen, können Besucher heute auf einem “Skywalk” in luftiger Höhe über das Elbvorland spazieren. Der Zugang befindet sich auf niedersächsischer Seite. Geplant ist, den Skywalk auf die weiteren Brückenbögen auszuweiten, außerdem sollen ein Infozentrum und ein barrierefreier Zugang entstehen – wann, ist allerdings ungewiss.

Eine Festung im Renaissance-Stil

Luftaufnahme der Dömitzer Festung

Bei der Festung handelt es sich um den einzigen vollständig erhaltenen Festungsbau der Renaissance in Norddeutschland.

Wahrzeichen der Stadt Dömitz ist die Festung. Sie gilt als eine der bedeutendsten Flachlandfestungen Nordeuropas. Herzog Albrecht I. von Mecklenburg ließ die ehemalige Burg im 16. Jahrhundert von dem italienischen Baumeister Francesco a Bornau aus Brescia zu einer fünfeckigen Festung ausbauen. Bastionen, Wassergraben, Wälle und Kasemattengewölbe zeigen die Wehrarchitektur der Renaissance. Noch heute füllt sich der Graben mit Wasser, wenn der Pegel der nahen Elbe ansteigt.

Sehenswerte Außenanlagen und Ausstellungen

Blick auf die Festung Dömitz in Mecklenburg, im Hintergrund die Altstadt.

Die Festung beherbergt Ausstellungen über Fritz Reuter und zum Biosphärenreservat.

Die Festungsanlage steht zwar seit 1975 unter Denkmalschutz, aber für viele notwendige Sanierungen fehlt das Geld. So ist das Kommandantenhaus, eines der wichtigsten Bauwerke der Anlage, geschlossen, da es nicht standsicher ist. Die Außenanlagen, eine Ausstellung zur Stadtgeschichte sowie ein Informationszentrum zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe können besichtigt werden.

Fritz Reuter: Berühmter Häftling in Dömitz

Im 18. und 19. Jahrhundert diente der Bau mit seinen dicken Mauern vor allem als Zuchthaus. Der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter musste dort 1839/40 das letzte von sieben Jahren Haft verbringen – die Strafe für seine Mitgliedschaft in einer Burschenschaft. Seine Erlebnisse und Eindrücke in Haft verarbeitete Reuter in dem autobiografischen Roman “Ut mine Festungstid” und machte Dömitz damit weit über Mecklenburgs Grenzen hinaus bekannt.

Fachwerk und eine neugotische Kirche

Johanneskirche in Dömitz

Die Kirche mit dem 50 Meter hohen Turm wurde 1872 eingeweiht.

Die lange Geschichte der Stadt zeigt sich auch im historischen Zentrum mit vielen Fachwerkhäusern. Sie stammen, wie das zweigeschossige Rathaus aus dem Jahr 1820, überwiegend aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1809. Eines der wenigen Backstein-Gebäude ist die neugotische Johanneskirche. Ihr Turm überragt alle anderen Gebäude.

Radfahren, Wassersport und Schiffstouren

Zahlreiche Besucher kommen mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg nach Dömitz. Wassersportler erreichen die Stadt auf der Elbe oder der Müritz-Elde-Wasserstraße, die bis nach Schwerin und in die Mecklenburgische Seenplatte führt. Im Elbhafen sowie oberhalb der Schleuse an der Elde gibt es Liegeplätze, Gaststätten und Versorgungsmöglichkeiten. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann sich Kanus ausleihen oder eine Schiffstour unternehmen.

Ein interessanter Ausflug führt nach Klein Schmölen, südlich von Dömitz. Dort haben sich vor etwa 12.000 Jahren Binnendünen gebildet, gut 40 Meter hoch und zwei Kilometer lang. Von der Wanderdüne aus bietet sich Besuchern ein weiter Blick über das Mecklenburgische Elbtal.

Größter Straßenkarneval Mecklenburgs

Ein Besuch der Stadt lohnt sich übrigens auch im Februar. Denn Dömitz ist eine der wenigen Karnevals-Hochburgen in Norddeutschland. Traditionell findet in der Innenstadt der größte Karnevalsumzug Mecklenburg-Vorpommerns statt, an dem rund 750 aktive Karnevalisten teilnehmen. Bereits Monate im Voraus bereiten sich die Vereine auf den großen Umzug vor.

Sehenswertes in Dömitz und Umgebung

Das Schloss Raben Steinfeld von außen.

Beide Gebäude müssen saniert werden. Das könnte, nach ersten Schätzungen, mehr als 80 Millionen Euro kosten.

Blick auf die Elbtalaue im Wendland.

Fischotter, Biber, Störche und seltene Pflanzen: Die Elbe und die angrenzenden Auen bestechen durch ihren Artenreichtum.

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