Die Alte Mühle in Bruck bekommt einen kleinen Aufschub – Ebersberg | ABC-Z

„Wenn ich mir die Kommentare in der Petition durchlese, kommen mir die Tränen, es ist so berührend“, sagt Julia Rogg. Der 42-Jährigen, die gemeinsam mit ihrer Mutter Regina Peter den Therapie- und Gnadenhof Alte Mühle Bruck führt, tut es gut zu wissen, dass so viele Menschen den gleichen Wunsch hegen wie sie: dass die Alte Mühle erhalten bleiben kann. Mehr als 3100 Menschen haben innerhalb kürzester Zeit eine entsprechende Online-Petition unterschrieben. Ob es weitergeht, ist momentan nach wie vor fraglich, immerhin ist aber noch nicht zum Jahresende Schluss, das Landratsamt hat jetzt eine Gnadenfrist bis zum 30. Juni 2026 gewährt.
Die Alte Mühle hat in den 35 Jahren ihres Bestehens vielen Menschen und Tieren geholfen hat. Die Tiere dürfen hier ihren Lebensabend verbringen, viele von ihnen spüren zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe und Zuneigung. Für Kinder – insbesondere solchen mit Problemen – ist die Alte Mühle ein Platz, an dem sie mit heilpädagogischem Reiten oder tiergestützter Pädagogik zu sich finden können.
Dass die Alte Mühle ein wunderschöner und besonderer Ort in leider aber problematischer Lage ist, ist seit vielen Jahren bekannt. Der Hof liegt mitten in einem Überschwemmungsgebiet, seit 2014 ist das offiziell. Ebenso lang ist bekannt, dass es Ende 2025 mit der Alten Mühle zu Ende sein könnte – diese Deadline haben die Behörden ursprünglich gesetzt. Julia Rogg und Regina Peter wollen freilich die Hoffnung nicht aufgeben, sie kämpfen für ihr Lebensprojekt. Doch die Suche nach einer alternativen Hofstelle war bisher vergebens und die Vorschläge der Betreiber, wie die Alte Mühle vielleicht dort weiterbetrieben werden könnte, wo sie jetzt ist, haben die zuständigen Behörden bisher nicht überzeugt.

:Kein Land in Sicht?
Ein Ort für diejenigen, mit denen es das Leben bisher nicht so gut gemeint hat: In der Alten Mühle Bruck verbringen Pferde ihren Lebensabend, Kinder und Jugendliche ihre Freizeit und ihre Ferien. Doch der Tier- und Therapiehof in der Nähe von München kämpft ums Überleben.
Der Plan der Betreiber wäre ein Stallneubau außerhalb des Überschwemmungsgebiets, doch für Neubauten im Außenbereich, also außerhalb geschlossener Ortschaften, gelten strenge Regeln. Im Prinzip sind hier nur sogenannte privilegierte Bauvorhaben erlaubt, also beispielsweise Betriebsgebäude für eine Landwirtschaft. Die Bedingungen für eine derartige Privilegierung erfüllt die Alte Mühle nach Einschätzung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) freilich nicht – weshalb die nun gestartete Online-Petition sich jetzt an diese Behörde richtet.
Im kommenden Jahr soll der Kampf um den Erhalt weitergehen
„Wir fordern die zuständigen Behörden auf, die Privilegierung und Genehmigung für den Neubau des Reha- und Seniorenstalls unverzüglich zu erteilen“, heißt es in der Petition. Viele Menschen drücken ihre Gedanken zur Alten Mühle in ihren Kommentaren dazu aus: „Die Politik sollte nicht an der Menschlichkeit vorbei entscheiden“, schreibt ein Unterzeichner. „Die Alte Mühle Bruck ist ein Zuhause für alle, ein Ort der Ruhe, Zuversicht und Hoffnung! Sie darf für uns alle nicht verloren gehen. Und die Tiere dürfen ihr Zuhause nicht verlieren“, heißt es in einer anderen Wortmeldung.
Wie es weitergeht, wird sich im kommenden Jahr zeigen. Den Aufschub wollen Julia Rogg und Regina Peter nutzen, um weiter für die Alte Mühle zu kämpfen. Mit Unterstützung eines Bauingenieurs wollen sie ein Konzept zum Schutz des hochwassersensiblen Bereichs erstellen und an einem qualifizierten Flächengestaltungsplan arbeiten, zudem geht die Suche nach Flächen zum Kauf oder zur Pacht weiter, um sicherzustellen, dass die Futterproduktion für die Tiere überwiegend auf eigenen Flächen erfolgen kann, so wie es die Behörden fordern. Auch die Suche nach alternativen Beherbergungsmöglichkeiten für die Tiere setzen die Betreiber fort. Kraft gibt ihnen der große Zuspruch von Menschen, die die Alte Mühle kennen und lieben. In einer Mail an die SZ schreibt Julia Rogg einen Satz mit drei Rufezeichen: „Ich hoffe auf ein Weihnachtswunder!!!“





















