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DFB-Pokal: Mühsamer Sieg in Kiel – VfB Stuttgart zieht dank Chris Führich ins Halbfinale ein | ABC-Z

Im Viertelfinale des DFB-Pokals empfängt Holstein Kiel den VfB Stuttgart. Der Zweitligaklub hält an einem sehr kalten Abend lange tapfer dagegen. Doch ein Offensivprofi der Schwaben sorgt für den Sieg des Favoriten.

Der VfB Stuttgart hat sich im eiskalten Norden nicht wie einst der FC Bayern düpieren lassen und seine nächste Aufgabe im DFB-Pokal gemeistert. Der Titelverteidiger gewann 3:0 (0:0) beim Zweitligaklub Holstein Kiel und zog zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten unter der Regie von Trainer Sebastian Hoeneß in das Halbfinale ein.

Der schwäbische Champions-League-Kandidat trotzte dank der Treffer von Deniz Undav (56. Spielminute), Chris Führich (89.) und dem ehemaligen Kieler Atakan Karazor (90.+2) vor 15.034 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion auch den widrigen Minustemperaturen und ließ keine erneute Pokal-Sensation der Kieler zu. Der Bundesliga-Absteiger hatte vor knapp fünf Jahren den Rekordgewinner aus München aus dem Wettbewerb geworfen.

„Es war nicht einfach. Die Bedingungen waren schwierig, wir haben uns gut darauf eingestellt. Am Ende zählt, dass wir eine Runde weiter sind“, so Führich, der laut ZDF-Experte Hanno Balitsch der Mann des Spiels war. Sein Kollege Undav sagte nach der Partie: „Wir haben versucht, eiskalt zu sein und wussten, was auf uns zukommt. Am Anfang waren wir etwas zu wild am Ball. Im Pokal ist es wichtig, weiterzukommen.“

Während Hoeneß keine kurzfristigen Ausfälle verzeichnen musste, fehlte bei den Gastgebern überraschend Steven Skrzybski. Am Vortag hatte der Kieler Kapitän noch als Gast bei der Pressekonferenz bekräftigt, wie groß die Vorfreude auf das Spiel sei. „Das ist ja das, wofür jeder Fußballer brennt. So ein Spiel. Flutlicht. Pokal. Dafür ist man dann auch als Kind Fußballer geworden und hat darauf hingefiebert“, hatte der Angreifer gesagt. Wegen einer muskulären Verletzung im Abschlusstraining musste er aber passen.

Guter Kieler Beginn gegen den VfB

Die Kieler kamen auch ohne ihren Kapitän gut ins Spiel und nutzten einige Umschaltaktionen clever für aussichtsreiche Torschüsse durch Adrian Kapralik (8.) und Andu Kelati (11.).

Die Stuttgarter taten sich zunächst etwas schwer, wurden aber trotz der eisigen Bedingungen etwas munterer. Führich und Undav (25.) per Kopf versuchten sich vergeblich am 1:0, ehe die VfB-Führung beinahe durch eine Unachtsamkeit von Pokaltorwart Timon Weiner entstand, dem eine Flanke durch die Finger flutschte. Doch der Schuss von Bilal El Khannous wurde geblockt.

Auf dem Spielfeld blieb die Unterhaltung eher mäßig. Dafür sorgte ein tierischer Flitzer für Abwechslung. Ein Hase rannte wenige Minuten nach dem Pausenpfiff quer über den Rasen und verschwand dann wieder. Die Zuschauer im ausverkauften Holstein-Stadion jubelten dem Tier zu, nachdem beide Teams torlos in die Pause gegangen waren.

In dieser Pokalsaison hatten sich die in der Liga durchwachsen auftretenden Kieler jeweils auswärts gegen die Bundesligaklubs VfL Wolfsburg (1:0) und dann den Hamburger SV im Elfmeterschießen durchgesetzt. Der gut aufgelegte Titelverteidiger Stuttgart, der seit dem Jahreswechsel lediglich eines von sieben Pflichtspielen verloren hat, besiegte im Pokal bislang die Zweitligaklubs Eintracht Braunschweig und den VfL Bochum sowie dazwischen den Erstliga-Konkurrenten 1. FSV Mainz 05.

Die Gäste starteten deutlich aktiver in die zweite Hälfte. Führich bekam nach einem Duell mit Kiels Kasper Davidsen einen Freistoß zugesprochen. Aus der daraus resultierenden Hereingabe leitete der VfB-Kapitän und ehemalige Kieler Atakan Karazor den Ball im Strafraum zu Undav per Kopf. Der Nationalspieler setzte sich beharrlich durch und spitzelte den Ball ins Tor.

In der Schlussphase wurden die Kieler noch mal gefährlich, der Titelverteidiger machte dann mit seinen beiden späten Toren aber alles klar. „Es war nicht ohne, es war sehr zapfig“, sagte VfB-Trainer Hoeneß nach dem Spiel zu den Temperaturen in Kiel.

jwo mit dpa

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