Verkehr

Deutsche Reeder drängen auf Verlängerung von EU-Schutz im Roten Meer | ABC-Z

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) drängt darauf, die EU-Marineoperation „Aspides“ im Nahen und mittleren Osten zu verlängern. Ein Grund seien die Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Die Operation „Aspides“ läuft Ende des Monats aus.

Erst vor einigen Tagen hatte das US-Verkehrsministerium amerikanische Handelsschiffe vor der Durchfahrt durch die Straße von Hormus und den Golf von Oman gewarnt. Iranische Streitkräfte hätten Anfang des Monats versucht, mit kleinen Booten und Hubschraubern Handelsschiffe in iranischen Hoheitsgewässern zu entern, teilte das Ministerium mit. Bereits seit längerem seien kommerzielle Schiffe dem Risiko ausgesetzt, von iranischen Sicherheitskräften „angehalten, befragt, geentert, festgesetzt oder beschlagnahmt“ zu werden, hieß es weiter.

„Unsere Seeleute und unsere Schiffe dürfen nicht zwischen die Fronten geopolitischer Auseinandersetzungen geraten“, so der VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger angesichts der zunehmenden Spannungen. Die zivile Schifffahrt müsse aus militärischen Konflikten herausgehalten und, wo notwendig, geschützt werden.

Laut den Deutschen Reedern sind die Straße von Hormus sowie die Route durch das Rote Meer entscheidende und wichtige Handelsrouten. Rund 20 Prozent des global gehandelten Rohöls würden über die Straße von Hormus transportiert.

Zugleich sei die Golfregion ein zentraler Knotenpunkt des Containerverkehrs. Allein der Hafen Jebel Ali in Dubai schlug den Angaben zufolge 2024 rund 15,5 Millionen Standard-Container (TEU) um – etwa doppelt so viel wie der Hamburger Hafen im selben Zeitraum.

Aber auch die Route durch das Rote Meer mit dem Suezkanal sei bedeutsam: Rund zwölf Prozent des weltweiten Seehandels und etwa 30 Prozent des globalen Containerverkehrs liefen über diese Achse.

Es gebe dort erste positive Signale. So hat beispielsweise die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd von Mitte des Monats an vor wieder Fahrten durch den Suezkanal zu wagen. Das Problem, so die Reeder: eine Eskalation der Spannungen in der Region könnte die Sicherheitslage wieder verschärfen und Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Milizen begünstigen.

Nach den schweren Massenprotesten im Iran, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug, hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung mit einem militärischen Eingreifen gedroht. Unter anderem schickte er den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ in die Region, um die US-Militärpräsenz zu stärken.

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