Dermatologen verraten, was wirklich hilft | ABC-Z

- Dass die Haut altert, ist das Ergebnis verschiedener innerer und äußerer Faktoren.
- Wie schnell Falten entstehen, ist nicht nur genetisch bedingt. Auch der Lebensstil hat einen großen Einfluss.
- Haben sich erstmal Falten gebildet, können gezielte Behandlungen helfen.
Falten gehören zum natürlichen Alterungsprozess dazu. Medizinisch gesehen gibt es keinen Grund, sie zu behandeln. Für viele Menschen stellen sie aber ein ästhetisches Problem dar, das einer Lösung bedarf. Doch was hilft wirklich gegen Falten? Und kann die Hautpflege einen Unterschied machen? Die beiden Hautärzte Joachim Roewer und Ulrike Poliza vom Dermatologikum in Hamburg wissen mehr.
Wer frühe Faltenbildung vorbeugen möchte, sollte bei der Hautpflege auf bestimmte Wirkstoffe setzen.
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Kollagenabbau und äußere Einflüsse: Darum bildet die Haut Falten
Dass sich die Haut mit zunehmendem Alter verändert, immer mehr Falten bildet und schlaffer wird, liegt daran, dass alle Stoffwechselprozesse im Körper langsamer ablaufen. Zudem können äußere Faktoren und ungünstige genetische Voraussetzungen die Hautalterung beschleunigen. Joachim Rower erklärt: „Falten entstehen aufgrund einer Kombination aus genetischer Veranlagung, altersbedingtem Kollagen- und Elastinabbau, die das Stützgerüst der Haut bilden, sowie Umweltfaktoren wie Sonneneinstrahlung und Rauchen.“
Hinzu kommt, dass der Körper im Alter immer weniger Hyaluronsäure bildet. Diese bindet in der Haut Wasser, was aufpolsternd und glättend wirkt. Durch den Mangel an Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure verliert die Haut mit der Zeit an Volumen und Spannkraft.
Mimikfalten können sich zurückbilden – statische Falten bleiben
Ob feine Linien und Falten wieder verschwinden, hängt davon ab, um welche Art von Falten es sich handelt:
Dynamische Falten werden auch als Mimikfalten bezeichnet, weil sie durch Muskelbewegungen im Gesicht ausgelöst werden. So zeigen sich etwa feine Linien um Mund, Augen und Nase, wenn wir lachen. Mit Hautalterung hat das nichts zu tun: Die Falten verschwinden wieder, wenn die Muskeln nicht beansprucht werden – zumindest ist das so, wenn die Haut elastisch ist.
Fehlt es der Haut mit zunehmendem Alter an Elastizität, bilden sich dynamische Falten nicht mehr zurück, selbst wenn die Muskeln entspannt sind – dann hat man es mit statischen Falten zu tun. Aus feinen, kaum sichtbaren Linien werden mit der Zeit tiefe Einkerbungen. Die meisten Menschen entwickeln zuerst Stirnfalten, Zornesfalten und Falten an den Augenwinkeln, sogenannte Krähenfüße.
Was hilft gegen Falten? Das sind wirksame Methoden
Ganz wegbekommen kann man statische Falten nicht. Aber man kann einiges tun, um den Hautalterungsprozess zu verlangsamen und die Haut optisch zu straffen. Diese Methoden lassen sich einfach umsetzen:
Frühzeitige Hautalterung durch Sonnenschutz vorbeugen
UV-Strahlung ist eine der wichtigsten Ursachen für vorzeitige Hautalterung. Knitterfalten, die auf Hautschäden durch jahrelange UV-Belastung entstehen, haben sogar einen eigenen Namen: Aktinische Falten. Durch übermäßiges Sonnenbaden und Solariumbesuche riskiert man aber auch Hyperpigmentierung, die sich durch dunkle Pigmentflecken und Augenringe äußern kann. Sonnenschäden an der Haut sind das Ergebnis von oxidativem Stress. Dabei vermehren sich reaktive Sauerstoffmoleküle (freie Radikale) unkontrolliert und schaden gesunde Zellen. Auch Strukturproteine – darunter Kollagen und Elastin – sind Zielscheiben freier Radikale.
Zuverlässigen Schutz gegen UV-Strahlen und ihre Folgen bieten Sonnencremes mit hohem LSF. Sie sollten nicht nur im Hochsommer zum Einsatz kommen, sondern auch in der dunklen Jahreszeit. Denn auch bei kalten Temperaturen und bedecktem Himmel kommen UV-Strahlen durch.
Richtige Hautpflege kann Kollagengerüst der Haut stärken
Auch mit der richtigen Hautpflege lassen sich Falten reduzieren und Hautschäden vorbeugen, erklärt Roewer: „Hautpflegeprodukte, die Inhaltsstoffe wie Retinol und andere Antioxidantien, Hyaluronsäure und Peptide enthalten, können dazu beitragen, die Hautfeuchtigkeit zu verbessern, den Kollagenabbau zu reduzieren, die Hautstruktur zu stärken und oxidativen Stress durch UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse zu kompensieren“, so der Experte.
Während Peptide die Haut straffer und elastischer machen können, lässt Hyaluronsäure Trockenheitsfältchen verschwinden und den Teint ebenmäßiger erscheinen. Hingegen können Antioxidantien vor vorzeitiger Hautalterung schützen, da sie Gegenspieler der freien Radikale sind und diese neutralisieren können. Darum werden sie auch als Radikalfänger bezeichnet. Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen neben Retinol auch Vitamin C und Vitamin E.
Ernährung gegen Falten: Viele Nährstoffe, wenig Zucker
Hautpflegeprodukte mit wertvollen Wirkstoffen helfen dabei, Zellschäden vorzubeugen und Zeichen der Zeit abzumildern. Noch wichtiger jedoch sind Maßnahmen, die von innen heraus das Hautbild verbessern und einer frühzeitigen Faltenbildung entgegenwirken. Denn Während Cremes und Seren oberflächlich und meist nur kurzfristig wirken, können günstige Lebensstilfaktoren einen nachhaltigen Effekt haben.
Kaum etwas hat so viel Einfluss auf unsere Haut wie die Ernährung. Wer viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und gesunde Fette zu sich nimmt, versorgt seine Haut mit Nährstoffen, die sie unter anderem für die Zell- und Kollagenbildung braucht. Genau wie in der Hautpflege sollte auch die Ernährung reich an Antioxidantien sein. Diese stecken vor allem in grünen, gelben und roten Gemüse- und Obstsorten.
Aber, Achtung: Auch wenn Obst viele Nährstoffe liefert, sollte man es nicht im Übermaß essen. Denn viele Obstsorten haben einen hohen Zuckergehalt, so etwa Ananas, Weintrauben und Mangos. Der Körper macht keinen Unterschied zwischen Fruchtzucker (Fruktose) und raffiniertem Zucker, wie er in Schokoriegeln oder Keksen vorkommt. In beiden Fällen verbinden sich die Zuckermoleküle mit den Kollagenfasern, wodurch die Haut schneller an Elastizität verliert. Dieser Prozess wird auch Glykation genannt. Aus demselben Grund sollten Lebensmittel mit einfachen Kohlenhydraten wie Süßigkeiten, Backwaren oder Weißbrot der Haut zuliebe nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
Grünes Gemüse ist reich an zellschützenden Antioxidantien.
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Mindestens zwei Liter Wasser täglich beugt Trockenheitsfalten vor
Wenn der Körper nicht mit ausreichend Wasser versorgt wird, trocknet die Haut aus und ist weniger elastisch. Dadurch können sich Trockenheitsfältchen bilden. Die einfache Lösung: Über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken. Noch besser für die Haut ist es, wenn man auf Softdrinks und Säfte verzichtet – denn auch hier steckt viel Zucker drin. Dasselbe gilt für Alkohol, der zu den größten Faltenbeschleunigern zählt. Denn er entzieht der Haut nicht nur Wasser, sondern richtet auch Schäden an den Zellen an.
Gute Schlafhygiene hilft der Haut zu regenerieren
In der Nacht läuft die Zellregeneration auf Hochtouren: Geschädigte Zellen werden repariert, neue werden gebildet und freie Radikale abgebaut. Damit der Körper dies ungestört tun kann, ist nicht nur die Schlafqualität, sondern auch die -dauer wichtig. Experten empfehlen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht, wobei das individuelle Schlafbedürfnis etwas davon abweichen kann. Wenn man sich am Morgen ausgeruht fühlt, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass sich der Körper (und damit auch die Haut) regeneriert hat.
Wenn man am Morgen dennoch zerknittert aussieht, kann das auch an der Schlafposition oder am Kissenbezug liegen: Auf der Seite zu schlafen, ist für die Haut genauso ungünstig wie Kissenbezüge aus rauem Material, da beides Reibung erzeugt. Besser für die Haut ist es, in Rückenlage zu schlafen und ein Bezug aus Seide zu verwenden.
„Es gibt effektive Methoden, um Falten zu reduzieren und der Haut ein frischeres und entspannteres Aussehen zu verleihen.“
Dr. med. Ulrike Poliza
Tiefe Falten lassen sich mit ästhetischen Behandlungen glätten
Während Lebensstilfaktoren vorbeugend gegen Faltenbildung wirken, helfen wirksame Pflegeprodukte dabei, bereits bestehende Zeichen der Hautalterung optisch etwas abzumildern. Wenn jedoch Falten erstmal da sind, lassen sie sich nicht einfach mit einem Serum oder gesunder Ernährung wegzaubern. Eine Lösung bieten ästhetische Behandlungen, mit denen selbst tiefe Falten verschwinden können.
Man unterscheidet zwischen invasiven und nicht-invasiven Behandlungen. Ulrike Poliza, die ihren Schwerpunkt in ästhetischer Dermatologie hat, erklärt: „Invasive Verfahren wie das Facelift bieten langanhaltende Ergebnisse, indem sie überschüssige Haut entfernen und das darunterliegende Gewebe straffen. Diese Methode ist besonders wirksam bei tiefen Falten und erschlaffter Haut“, so die Expertin.
Beliebt seien Dr. Poliza zufolge jedoch vor allem nicht-invasive Behandlungen mit Botox und Hyaluronsäure-Fillern: „Botox entspannt die Muskeln, die Falten verursachen, während Filler Volumen unter der Haut hinzufügen, um Falten und Linien auszugleichen.“ Aber auch mit kosmetischen, nicht-invasiven Methoden lasse sich die Haut glätten: „Laserbehandlungen und chemische Peelings können ebenfalls zur Verbesserung der Hauttextur und zur Reduzierung von Falten beitragen, indem sie die obersten Hautschichten entfernen und die Produktion von neuem Kollagen stimulieren“, so Dr. Poliza.
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Zwar helfen ästhetische Behandlungen gegen Falten, allerdings müssen sie in einem gewissen Zeitabstand wiederholt werden. Je nach gewählter Methode ist nach zwei bis zwölf Monaten eine Auffrischung notwendig, um die faltenglättende Wirkung aufrechtzuerhalten.














