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Der Personal Trainer von Harry Styles im Interview | ABC-Z

Herr David, früher lebten Popstars so, als gäbe es kein Morgen, heutzutage laufen manche Marathon. Wie erklären Sie sich das?

Die meisten Musiker folgen dem allgemeinen Trend, dass man gesünder wird und mehr Wert auf Wohlbefinden und Wellness legt. Sie wollen sich als Menschen verbessern und gesünder werden. Wenn sie zu einem besseren Menschen werden, macht sie das auch zu einem besseren Künstler. Ich finde das sehr gut. Früher verhielten sie sich ganz anders.

Sie haben für Harry Styles ein Trainingsprogramm entwickelt, das Krafttraining und Langstreckenlauf kombiniert. Nun ist er den Berlin-Marathon in zwei Stunden, 59 Minuten und 13 Sekunden gelaufen, also sehr schnell. Hat es Sie überrascht?

Nein, ich bin nicht überrascht. Ich bin über Jahre mit ihm gelaufen. Ich weiß, zu was er fähig ist.

Bei seinem ersten Marathon in Tokio im März waren es noch drei Stunden und 24 Minuten. Das ist ein großer Sprung.

Der erste Lauf hat wohl nicht das widergespiegelt, was er laufen kann. Außerdem ist der erste Marathon für alle eine Überraschung, weil es ungewohnt und neu ist. Der zweite ist dann einfacher: Du weißt etwa, was dich an Kilometer 30 erwartet, dem „Hitting the Wall“-Punkt.

Wie profitiert ein Popstar davon, fit im Laufen zu sein?

Man verbessert seine kognitiven Kapazitäten, sein Lungenvolumen. Wenn man anfängt zu trainieren und sich Ziele setzt wie einen Marathon, steckt dahinter eine Strategie. Man muss fokussiert und diszipliniert sein. Das ist wie ein Domino-Effekt, in Form eines besser organisierten Lebens.

Wie schaffen es Popstars denn, so viel zu trainieren? Sie können schlecht durch den Park joggen.

In der Öffentlichkeit ist es natürlich schwierig. Aber machbar ist das Training auf jeden Fall. Es geht vor allem über private Trainingseinheiten zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Die Konzerte sind meistens abends, dazu wird nicht jeden Abend gespielt. An Konzerttagen muss man darauf achten, dass noch genug Erholungszeit vor dem Auftritt bleibt.

Worauf sollte man achten, wenn man mit dem Training für einen Marathon beginnt?

Vorher sollte man sicher sein, dass alle biomechanischen Probleme beseitigt sind, etwa mit den Knien, Schultern oder Knöcheln. Das intensive Training würde diese nur zurückbringen. Daneben ist Krafttraining wichtig, um den Körper zu stärken und um all das Training auszuhalten. Dann sollte man durch Langstreckenläufe eine gewisse aerobe Kapazität aufbauen. Diese Läufe sind zwar lang und eintönig, aber wichtig.

Dann können Sie mit dem Feintuning des Trainings anfangen. Indem man Geschwindigkeit bei den Läufen hinzufügt. Dann fängt es an, Spaß zu machen. Am Ende ist es wie das Leben selbst: Es dreht sich um Wiederholungen. Wichtig ist aber, dass die Grundlagen stimmen, danach erst arbeitet man am Tempo. Aber auch genug Erholung und die richtige Schlafqualität sind wichtig. Man muss den Spaß so lange wie möglich behalten.

Wie viele Kilometer pro Woche empfehlen Sie?

Wenn man berufstätig ist und eine Familie hat, ist es schwer, mehr als 70 Kilometer pro Woche zu laufen. Wenn man eine gute Basis hat, kann man mit 50 Kilometern pro Woche gute Ergebnisse erzielen.

Was ist Ihr Tipp für den Renntag?

Von den ganzen technischen Tipps abgesehen: Du musst Spaß haben. Ein Marathon ist eine tolle Leistung. Ein Prozent der Weltbevölkerung läuft Marathon, das ist eine große Sache. Ansonsten würde ich sagen, dass die meisten Probleme am Ende des Rennens auf schlechte Versorgung während des Laufs zurückzuführen sind. Man vergisst die Ernährung, aber man braucht seine Riegel oder Gels. Es wird so viel Energie verbraucht, die muss zurückgeführt werden.

Viele finden die Konsistenz von Gel gewöhnungsbedürftig.

Man kann versuchen, sie mit Wasser zu mischen. Das machen viele.

Noch einmal zu Harry Styles. Was glauben Sie, ist für ihn noch möglich?

Ich denke, zwei Stunden und 45 Minuten sind machbar. In Berlin war es am Marathontag heiß, aber trotzdem sah es für ihn gut machbar aus. An einem guten Tag mit guten Beinen ist noch mehr möglich.

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