Der Meister muss in Köln einiges einstecken | ABC-Z

Ein wenig bizarr wirkt es schon. Die ganze Hauptrunde lang kämpfen viele darum, Erster zu werden. Denn das führt im Play-off zum Heimrecht, man darf bis ins Finale zuerst zu Hause anfangen. Doch die Regel ist aktuell teilweise außer Kraft gesetzt. Die Eisbären Berlin begannen das Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen Hauptrundensieger Köln bei sich daheim. Denn in der Kölner Arena steht die Planungssicherheit ganz oben.
Deshalb tauschen die Haie den Heimvorteil, den sie sich erarbeitet haben, in den ersten vier Partien. Die Arena muss so weniger Termine blocken. Am Freitagabend erlebten die Rheinländer daher erst in Partie zwei des Halbfinales ihr erstes Heimspiel. Vor 18.600 Zuschauern unterlagen die Eisbären dabei mit 1:5 (1:0, 0:4, 0:1). In der „Best of seven“-Serie steht es damit 1:1, Spiel drei findet am Sonntag wieder in der Hauptstadt statt (14 Uhr, MagentaSport).
Eisbären Berlin müssen ohne Noebels auskommen
Für die Berliner begann die Partie mit einigen Umstellungen. Stürmer Marcel Noebels (angeschlagen) konnte in Köln nicht mitmachen. Für ihn kam Jean-Sébastien Dea ins Team. Bemerkenswert war auch, dass Trainer Serge Aubin diesmal Leonhard Pföderl in die vierte Reihe beorderte. Normalerweise ist er in den vorderen Reihen zu finden, doch im Play-off kommt der Stürmer bislang überhaupt nicht in Fahrt. Dafür rückte Lester Lancaster in Reihe zwei.
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Das Spiel der Eisbären setzte genau an der vorherigen Partie an. Die hatte der Sechste der Punkterunde mit 6:3 für sich entschieden. Auch das erste Drittel in Köln kontrollierten die Berliner gut, sie ließen die Haie kaum ins Spiel kommen. Nach einem starken Forecheck von Markus Vikingstad erzielte Yannick Veilleux den Führungstreffer (15.). Auch danach ergaben sich noch gute Gelegenheiten.
Dann aber änderte sich das Bild. Köln verstärkte den Druck, die Berliner wurden hektisch. Nach dem Ausgleich durch Patrick Russell (22.) nahm die Verunsicherung weiter zu. Die Eisbären verloren viele Zweikämpfe, die Pucks kamen nicht mehr sicher bei den Kollegen an. Der nächste Distanzschuss von Russell drehte die Partie (29.), nur 32 Sekunden später traf Dominik Bokk nach einem Konter zum 1:3 (30.). „Wir machen zu viele Fehler im Forecheck“, sagte Verteidiger Eric Mik.
Eisbären Berlin bringen Hildebrand für Stettmer
Als dann Louis-Marc Aubry noch das 1:4 erzielte, nahm Aubin Torhüter Jonas Stettmer vom Eis und brachte Jake Hildebrand (34.). Der hatte seit der Olympiapause verletzungsbedingt nicht mehr gespielt, nun sollte seine Hereinnahme die Kollegen wachrütteln. „Wir haben aufgehört zu spielen“, so Aubin. Der Coach erhoffte eine ähnliche Reaktion wie sie die Kölner zeigten nach ihrer ersten Niederlage in diesem Play-off und dazu ungewohnt vielen Gegentoren.
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Zwar fingen sich die Berliner wieder, an der Tendenz der Partie konnten sie aber nichts ändern. Ihnen fehlte diesmal die kollektive Verbundenheit aus Spiel eins, die Cleverness. Stattdessen mussten sie einen weiteren Treffer durch Gregor MacLeod nach einem Konter hinnehmen (44.) und erlitten ein ähnlich frustrierendes Erlebnis wie im ersten Auswärtsspiel des Viertelfinales in Straubing (1:5). Davon haben sich die Eisbären aber sehr gut erholt.





















