Iserhatsche – skurriles Heidekastell in Bispingen | ABC-Z

Stand: 28.01.2026 11:23 Uhr
Iserhatsche ist eine der skurrilsten Sehenswürdigkeiten der Lüneburger Heide. Rund um die gleichnamige Jagdvilla stehen ein Miniaturschloss, ein Barockgarten und ein künstlicher Vulkan.
Ein idyllischer Garten, ein Miniaturschloss mit Burgberg und Wasserfall und 250.000 Streichholzschachteln. Mit Iserhatsche hat der Eigentümer Uwe Schulz-Ebschbach seine verschiedenen Leidenschaften und Ideen zusammengebracht: Handwerkskunst, Sammelleidenschaft und Spektakel. Für Besucherinnen und Besucher bietet sich auf 23 Hektar ein Ausflugsziel mit zahlreichen Überraschungen.
Landschaftspark und Barockgarten
Eingebettet in einen Park mit barocken Elementen, Skulpturen und in Terrassen angelegten Seen, finden sich die namensgebende Jagdvilla Iserhatsche von 1910 sowie der Berg Montagnetto mit einem Miniaturschloss von 1989. In der Saison von April bis Dezember können Besucherinnen und Besucher das Gelände und die Räumlichkeiten erkunden. Am Montagnetto wird als besonderes Erlebnis mehrfach täglich der künstliche Vulkan, der in den Berg integriert ist, per Knopfdruck gezündet.
Das eigenwillige Ensemble aus historischer Architektur und Freizeitparkelementen lässt die Besucherinnen und Besucher immer neue Kleinigkeiten entdecken. So erklingt beispielsweise im Herzen des Barockgartens stündlich der “Glockenbaum”, eine aus Eisen gefertigte Eberesche, die für jedes Lebensjahr des Eigentümers eine Glocke birgt. Immer zur vollen Stunde wird ein anderes Lied gespielt.
500 philosophische Sinnsprüche erwarten die Flanierenden außerdem im Landschaftspark und sollen zur geistigen Erbauung dienen und zum Nachdenken anregen. Außerdem beherbergt das Gelände den “Preußenpavillon”, der auf rund 15 Quadratmetern die Geschichte Preußens im Miniaturformat präsentiert.
Die Jagdvilla Iserhatsche – von der Weltausstellung nach Bispingen
Auch das Innere der Gebäude dürfen Interessierte besichtigen. Im Rahmen einer Führung wird die Jagdvilla gezeigt, die dem Gelände ihren Namen gab. Iserhatsche ist Plattdeutsch und bedeutet “Eisenherzchen”, eine liebevolle Bezeichnung, die auf die Mutter des ersten Eigentümers zurückgeht.
Der Berliner Stahlbauunternehmer Ernst Noelle entdeckte die Villa im Stil eines schwedischen Holzhauses 1910 auf der Weltausstellung in Brüssel, kaufte sie und ließ das Fertighaus auf dem Areal in Bispingen wieder aufbauen. 1923 erwarb die Zigarettenfabrikantenfamilie Reemtsma das Anwesen als Erholungsheim für ihre Mitarbeiter.
Nach der Nutzung als Lazarett, Wohnhaus und Ausweichkrankenhaus im Zweiten Weltkrieg wurde Iserhatsche 1962 zum Landschulheim für Berliner Kinder.
Reise durch die Epochen
Seit 1986 im Besitz von Schulz-Ebschbach, wurde die Jagdvilla umgebaut und mit einem spektakulären Stilmix ausgestattet. Ob “Kamin-Trophäen-Raum” im Jahrhundertwendestil mit Heidebilder-Sammlung, blattgoldverziertes “Diana-Sanssouci”-Zimmer oder “Vierjahreszeiten-Eichensaal” im Gründerzeitstil – die Besucherinnen und Besucher reisen hier durch verschiedene Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte. Die ehemalige Bibliothek der Villa wurde zum Spiegelsaal und steht nicht nur zur Besichtigung, sondern auch für standesamtliche Trauungen zur Verfügung.
Montagnetto und Schlösschen: Heiraten unter Deckenmalereien
Auch im Inneren des Miniaturschlosses im italienischen Stil auf dem Berg Montagnetto können die Räume besichtigt oder für private Feiern gebucht werden. Festsaal, Brotbackofengrotte und “ArachneRie” mit spinnennetzartigem Glasdach sind auf kleinere und größere Feste ausgelegt.
In einem eigens für Hochzeiten gestalteten Raum mit handgeschnitzten Stühlen und einer kuppelförmigen Decke mit Malereien können Brautpaare sich standesamtlich trauen lassen. Iserhatsche wird vom Standesamt Bispingen als Außenstelle geführt.
Skurrile Sammlungen im Guinnessbuch der Rekorde
Neben den oberirdischen Attraktionen bietet der Bauch des Bergs Montagnetto außerdem Platz für rund 150 ungewöhnliche Sammlungen. So präsentieren sich hier 24.000 noch original abgefüllte Bierflaschen aus 192 Ländern und von 4.100 Brauereien sowie 250.000 Streichholzschachteln.
Auch 1.000 Hampelmänner, 300 Buddelschiffe und eine Kaffee-Sahne-Deckelsammlung mit über 25.000 Stücken kann man besichtigen. Und das sind nur einige der skurrilen Sammelobjekte, die es zum Teil sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft haben.
Das komplexe Gelände lässt sich am besten bei einer etwa zweistündigen Führung erkunden.
Heidekastell Iserhatsche
Nöllestr. 40
29646 Bispingen
Tel. (05194) 1206
Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website von Iserhatsche.


























