Gesundheit

Demenz vorbeugen: Kochen schützt das Hirn |ABC-Z

Demenz vorzubeugen ist theoretisch ein Vollzeitjob. Ständig finden Wissenschaftler neue Aktivitäten, denen man für ein gesundes Hirn unbedingt frönen müsse: Kreuzworträtsel und Sudokus lösen, durch Tanzkurse stolpern, Gewichte stemmen, Nahrungsergänzungsmittel schlucken, 3000 Schritte am Tag stapfen und mit jedem plaudern, der einem über den Weg läuft.

Da ist es erfreulich, wenn die Forschung mal einen alltagstauglichen, gar schmackhaften Anti-Demenz-Tipp hat: Kochen. Japanische Forscher haben im „Journal of Epidemiology & Community Health“ 10.978 Senioren über sechs Jahre hinweg beobachtet. Etwa die Hälfte kochte fünfmal in der Woche, jeder Vierte gar nicht.

Wer einmal die Woche zu Hause eine Speise zubereitete, hatte ein 30 Prozent niedrigeres Risiko für Demenz. Bei „Novizen“ in der Küche sank die Gefahr sogar um 70 Prozent. Vielleicht kann man mit dieser Aussicht seinen kochfaulen Partner oder Partnerin animieren, auch mal das Abendbrot zuzubereiten.

Ein weiteres Argument: Kochen braucht Übung, um zu wirken. Die Forscher fanden nämlich, dass auch die „Kompetenz“ der Hobbyköche zählte. Kulinarischer Analphabetismus entsprach Stufe 2 („kann Obst schälen“). Die höchste Stufe war: Gulasch. Je besser die Kochkünste, desto geringer das Demenzrisiko.

Nun mag manchem Gehirn-Schützer aufstoßen: Gulasch?! Man soll doch Gemüse, Fisch und Nüsse essen – und Fleisch reduzieren! Das besagt die MIND-Diät zur Demenzprävention. Forscher des Karolinska-Instituts machten jüngst jedoch diese erstaunliche Beobachtung: Wer mehr rotes Fleisch aß, erkrankte später an Alzheimer. Zumindest wer die Genvariante APOE34/44 in sich trug. Sie betonen aber auch, dass dies bisherigen Erkenntnissen widerspricht und also noch genauer untersucht werden muss.

Einer, der diesen Tipp dennoch schon umzusetzen scheint, ist US-Präsident Trump: Er liebt Steaks und Burger. Auch die jüngsten US-Ernährungsempfehlungen setzten besonders auf rotes Fleisch. Womöglich wäre Trump, an dessen geistigen Fähigkeiten immer wieder gezweifelt wird, auch für das Kochen gegen Demenz zu begeistern? Wenn er dann noch anfängt, Tango zu tanzen und Sudokus zu lösen, hätte er immerhin weniger Zeit für seinen Vollzeitjob.

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