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Debatte in Stadtbergen: Braucht es Goldringe für Stadträte – oder reicht ein Danke? – Bayern | ABC-Z

Anfang Februar wäre ein guter Zeitpunkt gewesen für Stadtbergen, die Tresore im Rathaus mit Vorräten von Gold aufzufüllen. Da sind die Kurse kurzzeitig rapide gefallen. In Stadtbergen, das eine eigene Stadt ist, auch wenn es direkt am Rand von Augsburg wie ein Stadtteil wirkt, brauchen sie das Edelmetall nicht für Rohstoffspekulationen. Sie wollen damit Ringe herstellen, um langjährige Stadträte zu ehren.

Würzburg verleiht Ehrenringe an Stadträte, Bayreuth dankt auf diese Weise Persönlichkeiten, die sich „durch treues und fruchtbares Wirken für das Wohl der Stadt hohe Verdienste“ erworben haben. Auch im Landkreis Regensburg gibt es eine ähnliche Tradition. Den Grünen in Stadtbergen aber ist es vorbehalten gewesen, diese Tradition zumindest in ihrer Kommune infrage zu stellen.

Bereits 2024 haben sie einen Antrag gestellt, wonach die Verleihung von Ehrennadeln, Ehrenbroschen und Ehrenringen in Silber und Gold nicht mehr zeitgemäß sei angesichts der städtischen Haushaltslage. Bürgerinnen und Bürgern sei es nicht vermittelbar, „dass der Stadtrat seinen langjährigen Mitgliedern Gold- und Silberringe, Broschen und Nadeln überreicht und zeitgleich über Einsparungen, die die Bürgerschaft betreffen, debattiert“. 20 000 Euro, schätzten die Grünen in ihrem Antrag, müsste Stadtbergen in den Haushalt 2025/26 für solchen Ehrenschmuck einstellen. Besser wäre doch eine Urkunde mit der Aufschrift „Für unser Stadtbergen – Danke“.

Die Preise für Gold und Silber sind seitdem immens gestiegen, laut Medienberichten äußerten auch Stadträte anderer Parteien Zweifel. Der Stadtrat hat trotzdem mehrheitlich entschieden, an der Verleihung von Ehrenringen festzuhalten. Immerhin verzichtet die Stadt in diesem Jahr darauf, zusätzlich zum silbernen oder goldenen Ring auch noch Anstecknadeln auszuhändigen.

Man darf die Mehrheit des Stadtberger Stadtrats nach diesem Beschluss zumindest als mutig bezeichnen, haben die Räte doch in derselben Sitzung über die neuen Gebühren für die Nutzung des örtlichen Hallenbads abgestimmt. Bis zu zwei Stunden Badespaß kosten nun 50 Cent mehr, der Tageseintritt hat sich um einen Euro erhöht. Die Familienkarte kostet einen Euro mehr – oder sogar zwei Euro bei mehr als zwei Stunden Badezeit.

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