Politik

Novak Djokovic verlässt Spielergewerkschaft PTPA: Niederlage für Tennis-Star | ABC-Z

Die Geister, die er rief, haben Novak Djokovic einen Schrecken eingejagt. Das war schon im vergangenen Jahr klar geworden, als sich der serbische Tennis-Star vorsichtig vom Vorgehen der Spielergewerkschaft Professional Tennis Player Association (PTPA) distanziert hatte.

Quasi sämtliche internationale Tennis-Verbände hatte die von Djokovic mitgegründete Organisation damals weltweit mit Klagen überzogen. Dazu vergriffen sich ihre Funktionäre angesichts des Themas – es ging im Kern um mehr Mitsprache und mehr Geld für Tennisprofis – völlig im Ton. Sie sprachen von einem „korrupten, illegalen und missbräuchlichen System“, das „Einkünfte unterdrückt“, „Gesundheit und Sicherheit gefährdet“ und gegen die „grundlegende Menschenwürde verstößt“.

„Anhaltende Bedenken“

Nun hat Djokovic die PTPA verlassen und damit wohl gleichzeitig das Todesurteil für die Gewerkschaft unterzeichnet. Er war das Gesicht der Organisation, der einzige prominente Profi, der sich öffentlich zu ihr bekannte, die Stimme, die ihr Gewicht verlieh. Angetreten war Djokovic inmitten der Pandemie 2020 mit dem Anspruch, die Interessen der Profis auf der ATP-Tour besser zu vertreten. Nun beklagte er „anhaltende Bedenken hinsichtlich Transparenz, Führung und der Art und Weise, wie (. . .) mein Image dargestellt wurde“. Seine „Werte“ und sein „Ansatz“ stimmten „nicht mehr mit der aktuellen Ausrichtung der Organisation überein“.

Djokovics Austritt ist deshalb die richtige Entscheidung – und bedeutet dennoch für ihn auch eine Niederlage. Der Achtunddreißigjährige muss sich nämlich eingestehen, dass es im komplexen System des Profitennis keine derart einfachen Lösungen gibt, wie sie die PTPA teilweise verspricht. Es ist ein System, in dem die Besten einen immer größeren Teil des Kuchens abbekommen wollen und der Rest trotzdem nicht verhungern soll. In dem die Interessen von Spielern, Turnierveranstaltern, Sponsoren, nationalen und internationalen Verbänden und etlichen mehr unter einen Hut zu bringen sind.

Djokovic und seine Mitstreiter hatten offenbar vergessen, dass auch die Profiorganisation ATP, die sie als einen ihrer Hauptfeinde ausgemacht haben, einst als Spielergewerkschaft gegründet wurde. Der Ansatz der PTPA war dagegen von Beginn etwas, das noch nie zu echten Veränderungen beigetragen hat: Populismus.

Back to top button