Darum landen die Tiere immer häufiger auf dem Teller | ABC-Z

Sie sind klein und pelzig, putzig anzusehen und in manchen Teilen Deutschlands eine Plage. Wie praktisch, dass Nutria, auch als Biberratte bekannt, offenbar genießbar sind. In Niedersachsen dürfen sie abgeschossen werden, das Fleisch landet im Kochtopf. Einige lokale Restaurantbetreiber haben aus der Not eine Tugend gemacht und das Fleisch der Tiere in Form von Burgern, Ragout oder Steaks auf die Speisekarte gesetzt. Auch in der Nähe von Brandenburg gibt es Nutria-Produkte.
Geschmacklich soll es irgendwo zwischen jungem Wild und Kaninchen liegen. Das Fleisch gilt als mager und nährstoffreich. Das Lokal „Restaurant Kanuhof zur Ems“ in Lingen im Emsland soll die Biberratte in unterschiedlichen Variationen, etwa als Steak, Burger, Ragout oder Gulasch, auf die Karte genommen haben. Das berichtet „t-online“. Und laut Wirt Uwe Berger kommen die Nutria-Gerichte bei vielen Gästen gut an. Bei anderen jedoch so gar nicht.
Nutria-Plage in Niedersachsen sorgt für Schäden an Deichen und Ufern
Dass die Tiere überhaupt erlegt werden und das Fleisch weiterverarbeitet wird, liegt an der großen Stückzahl, in der sie gerade in Niedersachsen auftreten. Ursprünglich stammen die Nagetiere aus Südamerika. Seit vielen Jahren schon gibt es sie auch in Deutschland. In den 1920er-Jahren wurden die auch Sumpfbiber genannten Tiere zur Pelzproduktion gehalten. Zu DDR-Zeiten wurde das Fleisch der Tiere auch verarbeitet.
Doch in den vergangenen Jahrzehnten sank die Nachfrage nach Pelzen. Die Tiere wurden freigelassen oder entkamen aus den Zuchtfarmen. In freier Wildbahn entwickelten sie sich prächtig und breiteten sich aus.
Nutria-Schäden: Jäger nutzen Tiere nach Abschuss oft nicht
Ihr Lebensraum ist das Wasser. Sie leben bevorzugt in Ufernähe von Flüssen oder stehenden Gewässern. Und dort richten sie durch ihre nagenden Aktivitäten an Bäumen große Schäden an. Zum Beispiel an Deichen. In Niedersachsen und dort besonders im Emsland sind die Schadensmeldungen hoch, wie der NDR berichtet. Nutrias dürfen deshalb legal von Jägern geschossen werden. Allein 2025 sollen dort rund 7.800 Tiere erlegt worden sein.
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Pro Tier zahlt die Regierung sieben Euro an die Jäger. Aus diesem Grund schneiden die Schützen häufig nur die Schwänze ab und lassen die Tiere zurück. Kein respektvoller Umgang, meinen Gastronomen aus Niedersachsen. Und Verschwendung noch dazu.
Waschbär und Nutria: In Sachsen-Anhalt wird Wildfleisch verarbeitet
Auch in Sachsen-Anhalt hat man das Nutria-Fleisch mit ins Programm genommen. Bei Michael Reiß aus dem Jerichower Land an der Grenze zu Brandenburg werden die Tiere zu Salami verarbeitet. Und noch ein umstrittenes Pelztier wird dort zu Sülze und anderen Fleischgerichten verarbeitet: der Waschbär.

In Brandenburg, wo sie in vielen Regionen immer mehr Schaden anrichten, dürfen Biberratten ebenfalls bejagt werden. Dies gilt aber überall ausschließlich für Beauftragte der Wasser-, Boden- und Deichverbände.





















