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Darts-WM: Herausragender Littler verteidigt seinen Titel | ABC-Z

Stand: 03.01.2026 23:17 Uhr

Der 18-jährige Luke Littler hat am Samstagabend seinen Titel bei der Darts-Weltmeisterschaft in beeindruckender Manier verteidigt. Im Finale schlug Littler den Niederländer Gian van Veen deutlich mit 7:1 nach Sätzen.

Bei seiner dritten Finalteilnahme im Londoner “Ally Pally“ holte Littler zum zweiten Mal den Titel. Die Titelverteidigung beim Darts-Weltverband PDC war zuvor nur Phil Taylor, Adrian Lewis und Gary Anderson gelungen. Auch im Finale zeigte Littler eine überragende Leistung, ließ sich von einer anfänglichen Leistungsdelle nicht beeinflussen und gewann hochüberlegen.

“Es fühlt sich großartig an”, jubelte Littler im Interview mit Sky Sports und ergänzte: “Das erste Mal war so schön, dass ich es gleich zweimal machen musste.” Das Preisgeld, betonte er zudem, sei “absolut lebensverändernd”. Neben der Sid-Wadell-Trophy erhält Littler ein Rekordpreisgeld von einer Million Pfund.

“Stolzer” van Veen ärgert sich über verpasste Chancen

Europameister und Junioren-Weltmeister van Veen wird mit seinem zweiten Platz aber nach anfänglicher Enttäuschung ebenfalls zufrieden sein können. Der 23-Jährige stand erstmals im Finale und schob sich durch den Endspieleinzug auf Weltranglistenplatz drei vor. Gegen Littler in dieser Form war aber auch er chancenlos.

“Ich wollte Luke heute ein ausgeglichenes Match liefern, das ist mir nicht gelungen. Ich habe okay gespielt, aber meine Chancen nicht genutzt”, so van Veen zerknirscht. “Aber: Ich bin die Nummer drei der Welt, die neue Nummer eins in den Niederlanden, darauf bin ich stolz.” Van Veen hatte Ex-Dominator Michael van Gerwen nach 13 Jahren als höchstplatzierten niederländischen Darts-Profi abgelöst.

Keine Chance gegen den überragenden Littler: Gian van Veen

Littler patzt zum Start – und legt dann los

Schon der erste Satz hatte den Zuschauern Spektakel geboten. Littler kam etwas besser in die Partie, scorte ordentlich, während van Veen Schwierigkeiten hatte und folgerichtig ein Break kassierte. Doch weil Littler gleich mehrere Satz-Darts nicht nutzte, bekam van Veen die Chance, zurückzukommen.

Diese nutzte “The Giant” und gewann damit den ersten Satz, ohne auch nur annähernd an seine bisher gezeigten Turnierleistungen herankommen zu müssen. Littler zeigte ob seiner vertanen Chancen eine frühe Reaktion, ärgerte sich sichtlich.

Littler vs. van Veen – Match in Zahlen
Satz Stand (Legs in Klammern) Average Littler Average van Veen
1

0:1 (2:3)

102,13

91,48

2

1:1 (3:2)

109,79

108,65

3

2:1 (3:1)

115,68

102,00

4

3:1 (3:0)

100,20

100,15

5

4:1 (3:1)

107,95

101,44

6

5:1 (3:0)

104,86

99,77

7

6:1 (3:0)

109,98

107,46

8

7:1 (3:1)

98,79

92,83

Gesamt

7:1

106,02

99,94

Dem jungen Engländer gelang es allerdings schnell, diese Wut in eine verbesserte Leistung umzuwandeln. Auch van Veen steigerte sich etwas, Littler aber spielte sich in einen Rausch. Den zweiten Satz schnappte sich “The Nuke” noch knapp mit 3:2. Im dritten Durchgang setzte Littler aber nochmal einen drauf und sicherte sich mit einem herausragenden Drei-Darts-Average von über 115 Punkten auch Satz drei. Erstmals brachen sich auch Emotionen Bahn, Littler jubelte gestenreich.

Frust bei Gian van Veen

Wie schon in seinem Halbfinale gegen Landsmann Ryan Searle, das Littler hochüberlegen mit 6:1 gewonnen hatte, drehte Littler nach dem 0:1-Satzrückstand mächtig auf. Auch die Sätze vier und fünf gingen an den Favoriten, der seinen Gegner durch gutes Scoring kaum einmal in die Nähe eines Leg-Gewinns kommen ließ. Selbst eine kurzzeitige Wespen-Attacke auf der Bühne brachte den 18-Jährigen nicht aus der Ruhe.

Luke Littler wird beim Finale der Darts-WM von einer Wespe verfolgt

Wenn Littler mal etwas liegenließ, wie zu Beginn des sechsten Satzes, gelang es van Veen nicht, zuzuschlagen: Nach zwei verpassten Leg-Darts schüttelte der junge Niederländer genervt den Kopf, es war eine passende Reaktion: Littler schien unantastbar. Van Veen spielte nicht schlecht, gegen fast jeden anderen Gegner bei dieser WM hätte er mit seinen Zahlen auch in dieser Partie gut ausgesehen – gegen den Weltranglistenersten war es aber zu wenig. Auch Satz sechs ging an Littler.

Blut am Board – van Veen patzt beim Checkout

Nach dem sechsten Satz wurde das Board ausgetauscht, weil etwas Blut an die Scheibe gelangt war – van Veen hatte sich mit dem eigenen Dart am kleinen Finger einen Kratzer zugefügt und das Board mit der blutenden Wunde berührt. Die entstandene Pause nutzen die Kontrahenten für ein kurzes Gespräch, bei dem beide kurz schmunzelten.

Was auch immer sie besprachen: van Veen tat die kurze Unterbrechung gut, “The Giant” verbesserte sein Scoring klar. Anders als im bisherigen Turnierverlauf konnte er sich aber nicht auf seine Doppelquote verlassen, verwarf mehrere Checkout-Chancen und gab so auch Durchgang sieben ab.

Van Veen sicherte sich zwar im abschließenden achten Satz den ersten Leg-Gewinn nach zuvor zehn verlorenen Legs. Littler ließ sich aber nicht beirren, sicherte sich mit einem High-Finish die Titelverteidigung. So locker und entspannt sich der Teenager während des Spiels auch präsentierte: Nach dem Sieg zeigte auch Littler seine Erleichterung, während der Siegeszeremonie hatte er Tränen in den Augen.

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