Dachstuhl steht in Flammen – Wohnungen zerstört | ABC-Z

Großeinsatz in Charlottenburg: Über dem Berliner Bezirk war am späten Donnerstagnachmittag eine meterhohe Rauchsäule zu sehen. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften an der Ecke Mommsen- und Waitzstraße im Einsatz. Dort stand der Dachstuhl eines sechsgeschossigen Wohnhauses komplett in Flammen. Mehrere Wohnungen sind wohl inzwischen zerstört.
„Er ist mittlerweile ausgebrannt“, sagte Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch der Morgenpost um kurz nach 18 Uhr. Doch auch am späteren Abend flackerten immer wieder neue Brandherde unter dem Flachdach des eingerüsteten Hauses auf. Feuerwehrleute betraten mit Gasmasken das Gebäude. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch bis 23 Uhr weitergehen, sagte ein Polizeisprecher.
„Derzeit werden etwa 25 Personen in einem Bus der Feuerwehr betreut. Eine Notunterkunft für bis zu 50 Personen ist in Vorbereitung“, hieß es in einer Mitteilung am Abend. Wie viele Wohnungen genau unbewohnbar sind, werde derzeit geprüft.
Feuer in Charlottenburg: Zeuge hörte Explosionen
Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Bauarbeiter, die an dem brennenden Dachstuhl gearbeitet hatten, gehen jedoch davon aus, dass der Brand bei Dachdeckerarbeiten ausgebrochen sein könnte. Eine Bestätigung der Feuerwehr gab es dafür zunächst nicht. Ein Augenzeuge sagte, es habe auf dem Dach zwei oder drei Explosionen gegeben. Die Polizei bestätigte, dass zu Beginn des Einsatzes Explosionen gemeldet worden seien. Die Einsatzkräfte hätten Propangasflaschen sichergestellt.
Als die Feuerwehr eintraf, habe der Dachstuhl bereits komplett in Flammen gestanden. Das Feuer habe dann auf die darunter liegenden Wohnungen übergegriffen. Die wichtigste Herausforderung sei gewesen, die Ausbreitung der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Außerdem drohten Teile des beschädigten Baugerüstes abzustürzen.
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Brand in Berlin: Alle Bewohner evakuiert
Das sechsgeschossige Gebäude sei vollständig evakuiert worden, sagte Feuerwehrsprecher Kasch. Verletzte habe es keine gegeben. Die Gefahr, dass der Brand auf die Nachbargebäude übergreifen könnte, war am Abend gebannt. Hausbewohner berichteten, alle seien gesund aus dem brennenden Haus gekommen. Eine Frau sagte, sie sei durch den brennenden Hausflur rausgelaufen.
Einsatzkräfte während der Löscharbeiten nach einem Brand in Charlottenburg.
© Pressefoto Wagner | Axel Billig
Zuvor hatte der Feuerwehrsprecher noch erläutert, man stehe vor zwei Schwierigkeiten: „Wir müssen zum einen verhindern, dass die Flammen auf die Nachbargebäude übergehen.“ Zum anderen gelte es, das Einstürzen des Dachstuhls zu verhindern. „Das Haus ist eingerüstet, das Gerüst brennt auch bereits und würde dann auch drohen, einzustürzen“, so Kasch weiter. Der Einsatz werde wohl noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Feuer in Charlottenburg: Berliner Feuerwehr warnt Bevölkerung vor Brandgasen
Mitarbeiter des Gasnetzbetreibers NBB waren zudem vor Ort, um die Gasversorgung des Eckhauses vorsorglich abzuklemmen. Die Bevölkerung wurde über die Warnapp „Nina“ über den Brand informiert. Dort hieß es in einer „amtlichen Gefahrenmitteilung“ der Berliner Feuerwehr, dass rund um den S-Bahnhof Charlottenburg, etwa im Bereich zwischen Kantstraße und Kurfürstendamm, mit Geruchsbelästigung durch Brandgase zu rechnen sei. Aufgrund der aktuellen Wetterlage werde erwartet, dass sich die Gase in Richtung Westen ausbreiten.
Dachgeschoss sollte zu Luxus-Wohnungen umgebaut werden
Das Dachgeschoss des Gründerzeit-Altbaus in der Mommsenstraße, Ecke Waitzstraße, wurde seit einiger Zeit ausgebaut. Es sollten mehrere Penthouse-Eigentumswohnungen mit gehobener Ausstattung entstehen, die nach Angaben des Anbieters im 4. Quartal dieses Jahres bezugsfertig sein sollten. Die Wohnungen waren für mindestens zwei Millionen Euro im Angebot. Nach dem Brand war vom Dach nur noch ein Gerippe übrig.





















