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Dachau: Abschuss von Saatkrähen angekündigt – Dachau | ABC-Z

Auch dieses Frühjahr werden wieder einzelne Saatkrähen in Dachau abgeschossen. Das teilt die Stadt mit. Zur Saatkrähen-Vergrämung kommt erneut ein Falkner mit Greifvögeln zum Einsatz.  In „begrenztem Umfang und unter strengen rechtlichen Vorgaben“ sei zudem eine „letale Entnahme einzelner Individuen“ vorgesehen, umschreibt die Stadt die Tötung der Tiere.

Die Kombination dieser Maßnahmen habe sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen, um Brutplätze nachhaltig zu verlagern. Ziel sei es, die Belastungen für Anwohner zu reduzieren und gleichzeitig artenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten. Im vergangenen Frühjahr waren in Dachau-West laut Landesamt für Umweltschutz 14 Tiere erlegt worden, eine Abschussgenehmigung lag für 80 Tiere vor.

Die Saatkrähe ist eine artenschutzrechtlich streng geschützte Tierart. In Dachau hat die Population in den vergangenen Jahren jedoch stark zugenommen, teilt die Stadt mit: Von 519 Brutpaaren im Jahr 2022 ist sie auf 916 Brutpaare im Jahr 2025 gestiegen. Im vergangenen Jahr wurde die Stadt Dachau in ein wissenschaftliches Pilotprojekt aufgenommen, das an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf angesiedelt ist.

In diesem Rahmen erlaubt das Landesumweltamt verschiedene Vergrämungsmaßnahmen bis hin zur Tötung einzelner Tiere in den fünf teilnehmenden Modellgemeinden in Bad Aibling, Dachau, Erding, Straubing und Asbach-Bäumenheim. In Erding soll in Kürze erstmals mit Abschüssen begonnen werden, im dortigen Stadtpark lebt mit 1750 Brutpaaren derzeit Bayerns größte Kolonie.

Der Oberbürgermeister will die Jagd „endlich ermöglichen“

In Dachau-Ost kommen diese Maßnahmen erstmals zum Einsatz. Ziel sei es, eine frühzeitige Ansiedlung größerer Kolonien zu verhindern. Die Maßnahmen starteten bereits Anfang Februar, um möglichst früh in den Brutzyklus der Saatkrähen einzugreifen. Im Bereich Dachau-Ost wurden bereits erste Begehungen vorgenommen, um geeignete Einsatzbereiche festzulegen und die Maßnahmen vorzubereiten. Der Abschuss ist umstritten: Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz hatte schon 2025 gewarnt, dass die Vergrämungsmaßnahmen die Situation eher verschärfen als lösen könnten.

Die Stadt Dachau teilt derweil mit, dass sich Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und die beiden Dachauer Landtagsabgeordneten Johann Groß (FW) und Bernhard Seidenath (CSU) gewandt hat, mit der dringenden Forderung, die Saatkrähe in die artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung des Freistaats Bayern aufzunehmen und damit eine Bejagung der Saatkrähe in Dachau „endlich zu ermöglichen.“

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