Container und Packstation: Die Post kehrt nach Utting zurück – Starnberg | ABC-Z

In der Ammerseegemeinde Utting kann man wieder Pakete und Briefe aufgeben. „Die neue Postfiliale im Container hat seit heute geöffnet“, verkündet Stefan Kutzner von der Münchner Vertriebsleitung der Deutschen Post beim Einführungstermin der modernen Poststation für Senioren, den der Uttinger Verein Füreinander organisiert hat. Erleichtertes Aufatmen, dennoch wollen die rund dreißig Interessierten wissen, wie die Poststation bedient wird. Denn zu ihr gehören, neben dem Container mit echtem Personal, auch Automaten mit Brief- und Paketfächern, deren Bildschirme man bedienen muss. Poststation werden diese genannt. Gut 230 davon gibt es bereits in Bayern, aber es sollen noch mehr werden.
„Es gibt einen großen Bedarf. Wir haben diejenigen, die nicht mehr mobil sind, zu den Postfilialen nach Schondorf oder Dießen gefahren“, berichtet Thea Schneider vom Verein Füreinander. Denn in Utting gab es diese Möglichkeit nicht mehr. Die einstige Partner-Filiale im Uttinger Rewe-Markt gibt es schon länger nicht mehr. Nur noch bereits frankierte Retouren konnten dort abgegeben werden. Ein anderer Partner oder ein passender Laden wurde nicht gefunden, schließlich stellte die Post im Juni 2025 einen Container-DP-Shop in der Auraystraße 2 auf. Doch auch dort blieben die Rollläden unten, denn laut Kutzner gestaltete sich die Personalsuche schwierig. Nun hat es geklappt und die Filiale im Container hat montags bis freitags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr und am Samstag von 10 Uhr bis 13 Uhr auf.
Die Poststation wurde schon im Januar neben der bereits vorhandenen Packstation in Betrieb genommen, sie ist immer einsatzbereit. Bei einer Packstation können lediglich Pakete versandt, abgeholt oder empfangen werden. Solche stehen beim Edeka-Markt in der Industriestraße 2a. Ein Techniker sorgt für den reibungslosen Betrieb der Stationen, einmal am Tag werden die Sendungen von der Post angefahren. An der Poststation gibt es hingegen auch einen Briefkasten.
Doch wie geht das in der Praxis? Die Seniorinnen und Senioren haben sich vorbereitet und verschiedene Briefe, Päckchen und Pakete mitgebracht. In der Mitte der gelben Station mit den unterschiedlich großen Fächern steht überdacht der Touchscreen mit dem roten Hinweis „Jetzt starten“. Dass hier nur mit einem Finger gedrückt werden soll, wie Kutzner immer wieder erklärt, ist nicht selbstverständlich. Nun folgt die erste Abfrage: Sollen Sendungen abgegeben oder empfangen werden oder Produkte und Leistungen gekauft werden? Wie sich später zeigt, bedarf es einer gewissen Vorbereitung, die am besten schon zu Hause gemacht werden sollte.
Die Station in Utting ist das neueste Modell und barrierefrei gestaltet, erklärt Kutzner: Sie ist für Rollstuhlfahrer geeignet („Barrierefrei“-Button anklicken), es kann auch ein Gehstock eingehängt werden, es gibt einen Anschluss für Kopfhörer, und die Schrift kann unter dem Auswahl-Punkt „Bedienhilfen“ vergrößert werden.
Die erste Dame nähert sich dem Display an, drückt auf die Starttaste. Sie will etwas versenden und fragt sich: „Wie kann ich Briefmarken kaufen?“ Was kostet also der Versand? Gar nicht so leicht, denn es ist kein Standardbrief, und daher spielen Gewicht und Abmessungen spielen eine Rolle. Ist es ein Päckchen oder ein Großbrief? Das an der Station angebrachte Zentimetermaß wird herangezogen, das Gewicht geschätzt. Als das geschafft ist, soll bezahlt werden, aber die Seniorin hat nur Münzen und Scheine dabei. Der Automat funktioniert aber nur bargeldlos, beispielsweise mit einer EC-Karte.
Kutzner hilft aus. Verschiedene Anforderungen werden ausprobiert, dabei gilt es dem Menü immer weiter zu folgen und die Fragen zu beantworten. Und die Briefmarken? Sogar „Ergänzungsmarken“ kann man hier kaufen, erläutert Kutzner. Beim Paketversand muss auch Empfänger- und Absenderadresse eingetippt werden. „Einschreiben“ zum Beispiel ist eine Zusatzleistung und die Bezeichnung Rolle meint ein Paket in Rollenform. Versendet werden kann nur, was in eines der Fächer passt.

Insgesamt meistern die Seniorinnen und Senioren die verschiedenen Aufgaben ohne größere Probleme. Eine Audio- und eine Videoberatung kann zur Hilfestellung angefordert werden, beim Test vor Ort erscheint auch gleich ein Mann mit Headset auf dem Bildschirm. Vom Nachsendeauftrag bis zum Lagerservice – all das kann die Poststation auch. Kutzner erklärt die Vorteile: Das stärke den ländlichen Raum und sichere die Nahversorgung, sagt er.
„Bis 2030 werden wir unser Automatennetz auf 30 000 Automaten ausbauen“, erklärt Pressesprecherin Jasmin Derflinger die Pläne der DHL Group in Deutschland. In Bayern wuchs laut ihren Angaben die Anzahl der Packstation zwischen 2015 zu 2025 von 464 auf 2049, dazu kamen neu 231 Poststationen. Leicht gestiegen ist auch die Anzahl der Partnerfilialen von 2063 auf 2162. Reduziert haben sich jedoch die Verkaufspunkte, von 506 auf 168, sowie die DHL-Paketshops, von 1707 auf 1421.
Mehr Informationen unter www.dhl.de/de/privatkunden/pakete-versenden/pakete-abgeben/poststation.html





















