China überholt USA: Statistisches Bundesamt meldet neuen wichtigsten Handelspartner | ABC-Z

Exporte brechen einDeutsch-chinesische Handelsbilanz kippt
20.02.2026, 12:28 Uhr
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China ist wieder der wichtigste Handelspartner Deutschlands, weil die Importe von dort im vergangenen Jahr stark steigen. Die deutschen Exporte nach China allerdings brechen ein.
Das Gleichgewicht in der Handelsbilanz Deutschlands mit China hat sich im vergangenen Jahr deutlich verschoben: Einem Einbruch der deutschen Exporte um 9,7 Prozent stand ein Plus der Importe von rund 8,8 Prozent gegenüber. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Erstmals war der Wert der Importe aus China damit mehr als doppelt so hoch wie der der Exporte nach China. Der Überschuss Chinas stieg damit um ein Drittel auf 89,3 Milliarden Euro.
China löste zudem die USA wieder als wichtigsten deutschen Handelspartner ab. Der Außenhandelsumsatz mit der Volksrepublik wuchs um 2,1 Prozent: Die Summe von Exporten und Importen stieg auf 251,8 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen mit den USA schrumpfte dagegen um 5,0 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands Handelspartner Nummer eins. 2024 hatten die Vereinigten Staaten China vom ersten Platz verdrängt.
“Die aktuellen Handelsdaten spiegeln die geoökonomischen Verschiebungen wider, unter denen die deutsche Industrie zunehmend leidet”, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. “China und die USA versuchen mit aggressiver Industrie- und Handelspolitik unabhängiger von industriellen Importen zu werden.” China wolle in Schlüsselbranchen Weltmarktführer werden, in denen Deutschland lange führend war. Staatlich geförderte chinesische Produzenten drängten deutsche Unternehmen nun aus dem Markt.
Experte: Handelskonflikt erhöht Konkurrenzdruck
Trotz eines Rückgangs infolge der hohen Zölle, die Präsident Donald Trump durchgesetzt hatte, blieben die USA der wichtigste Abnehmer deutscher Exportwaren. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten brachen allerdings um knapp ein Zehntel ein. “Schuld ist Trumps Handelspolitik”, sagte Dullien dazu. Seit August 2025 gelten für die meisten deutschen Waren US-Zölle von 15 Prozent – ein Vielfaches des früheren Satzes. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Zielländer deutscher Exporte folgten erneut Frankreich und die Niederlande, beide mit niedrigen einstelligen Zuwächsen.
Seit 2015 ist China der wichtigste Lieferant deutscher Importe. Auch 2025 kamen mit Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro wieder die meisten Einfuhren aus der Volksrepublik. Deutschland importierte vergangenes Jahr aus China Maschinen im Wert von 13,9 Milliarden Euro. Ein Anstieg um 11,6 Prozent. Noch stärker nahm der Import elektrischer Ausrüstung zu. Er stieg um 14,8 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro. Den größten Anteil an deutschen Importen aus China hatten Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse. Ihr Volumen stieg um 4,9 Prozent auf 50,9 Milliarden Euro.
Auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China machen der deutschen Wirtschaft zu schaffen”, sagte IMK-Direktor Dullien. “Höhere Handelsschranken für chinesische Lieferungen in die USA bedeuten, dass diese Waren auch nach Europa umgeleitet werden.” Das schlage sich in gestiegenen deutschen Importen aus China nieder und erhöhe den Konkurrenzdruck für deutsche Unternehmen im Heimatmarkt.
Den Importen aus der Volksrepublik standen deutsche Exporte nach China im Wert von 81,3 Milliarden Euro gegenüber. Ein Rückgang um ein Zehntel. China stellt inzwischen viele Produkte wie etwa Autos selbst her, die früher aus Deutschland eingeführt wurden. In der Rangfolge der wichtigsten Abnehmer deutscher Exporte lag China im vergangenen Jahr nur noch auf Rang sechs. 2020 war China noch der zweitwichtigste Markt für deutsche Exporte gewesen.





















