Berlin

Warum Dynamo gegen Hertha trotz Chaos weiterging | ABC-Z

Fans stürmen den Platz, Pyrotechnik fliegt in die Fanblöcke, eine Polizeihundertschaft muss eine Viertelstunde das Spielfeld sichern. Und doch wurde die Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1) wieder angepfiffen. B.Z. erklärt, warum.

Schlüssel ist der Drei-Stufen-Plan, der 2011 von der Uefa eingeführt wurde, um Spieler vor Diskriminierung und Gewaltandrohungen zu schützen. Er soll verhindern, dass der Fußball als Bühne für diskriminierende Handlungen, Äußerungen, Gesten oder Gewaltandrohungen missbraucht wird.

Polizisten vor dem Dynamo-Fanblock
Polizisten vor dem Dynamo-Fanblock Foto: picture alliance/dpa

So sehen die drei Eskalationsstufen aus:

Stufe 1: Bemerkt der Schiedsrichter ein Fehlverhalten, unterbricht er das Spiel und fordert die Fans per Durchsage auf, sofort damit aufzuhören. Erst wenn sich die Lage beruhigt, wird wieder angepfiffen.

Stufe 2: Geht es danach weiter, stoppt der Schiedsrichter die Partie erneut. Die Teams müssen in die Kabinen, eine zweite Ansage folgt.

Stufe 3: Eskaliert die Situation ein drittes Mal, kann der Schiedsrichter das Spiel endgültig abbrechen.

Bei weiteren Eskalationen hätte der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen

In Dresden lief es genau nach diesem Schema ab: Zunächst wurde das Spiel wegen des dichten Pyro-Rauchs unterbrochen. Nach Wiederanpfiff von Schiri Sven Jablonski eskalierte die Lage dann richtig: Pyrotechnik flog zwischen den Fanlagern, es kam zu Jagdszenen auf dem Platz, weil Fans beider Teams in den Innenraum des Stadions eingedrungen waren. Die Partie wurde erneut gestoppt, die Spieler mussten in die Kabinen. Damit war Stufe zwei erreicht. Klar war aber auch: Wäre es danach zu einer weiteren Eskalation gekommen, hätte der Schiedsrichter das Spiel endgültig abgebrochen.

Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) sagt: „Der Drei-Stufen-Plan wurde eingehalten und umgesetzt. Das Ziel war ganz klar vom Schiedsrichterteam, das Spiel auch weiter vorzuführen.“

Auch von Hertha-Boss Dr. Peter Görlich gab es Lob. Er sagt: „Das Protokoll der DFL wurde von den Schiedsrichtern sehr besonnen ausgeführt. Er hat uns klar mitgeteilt, dass bei der nächsten Verfehlung das Spiel abgebrochen wird.“ Trotz der heftigen Szenen blieb die letzte Eskalationsstufe also aus. Nach der Unterbrechung beruhigte sich die Lage so weit, dass Schiri Jablonski die Partie fortsetzen konnte.

Back to top button