Champions League: Real Madrid vor Bayern-Duell – Humpelnd in den Kampf der Bestien | ABC-Z

Der FC Bayern galt lange als Angstgegner für Real Madrid. Doch das Image der Münchner hat Risse bekommen. Die Königlichen gehen mit Selbstvertrauen in das Duell – auch wenn unter Real-Trainer Alvaro Arbeloa die Saison alles andere als rund läuft.
“Liebe Bayern, die Bestia Negra heißt Real Madrid”, titelte die spanische Marca brusttrommelnd im Vorfeld des meistgespielten Duells in der Champions League. Die spanische Sportzeitung, der eine gewisse emotionale Nähe zu den Königlichen nachgesagt wird, reagierte damit auf einen Artikel auf der Homepage des FC Bayern. Dort erinnerten die Münchner an das legendäre Aufeinandertreffen aus dem Jahr 1976, das ihnen den Status als Angstgegner der Madrilenen eingebrachte hatte – und den Spitznamen “Bestia Negra”, das schwarze Ungeheuer.
Vom “Bestia-Negra”-Mythos zur königlichen Dominanz
Durch starke Leistungen in den 80er und 90er Jahren unterfütterten die Münchner diesen Status. Doch in der jüngeren Vergangenheit bekam das Image als Angstgegner massive Risse. 2014, 2017, 2018 und 2024 endeten die Champions-League-Träume des FC Bayern gegen Real. Kein Wunder also, dass der FC Bayern in Madrid nicht unbedingt für schlotternde Knie sorgt.
Alonso-Nachfolger Arbeloa: Holpriger Start und große Egos
Doch in dieser Saison zieht das schwarze Ungeheuer in den weißen Trikots humpelnd in das Duell der Bestien. Die Stimmung in der königlichen Kabine hat sich zwar seit der erfolgreichen Revolte gegen Ex-Trainer Xabi Alonso deutlich verbessert, doch rund läuft es auch unter Nachfolger Alvaro Arbeloa nicht wirklich.
Der 43-Jährige, der im Herrenbereich zuvor nur Real Madrids zweite Mannschaft für sechs Monate trainiert hatte, bekam die Aufgabe, aus den größten Egos im Weltfußball eine Einheit zu formen. Begleitet von ständigen Spekulationen um seine Zukunft, erlebte er einen äußerst holprigen Start. Bei seinem Debüt von einem Zweitligisten aus dem Pokal geworfen, in der Liga verwandelte sich der Zwei-Punkte-Vorsprung auf den FC Barcelona in einen Rückstand von sechs Zählern. Die Niederlagen gegen Osasuna und Getafe und auch sonst eher uninspirierter Fußball des Starensembles um Kylian Mbappe und Vinicius Junior sorgten für Unmut und Pfiffe auf Seiten der Fans.
Arbeloa unter Druck: Ungewisse Zukunft des Trainer-Neulings
Doch in den vergangenen Wochen hat sich die Stimmung in Madrid merklich verbessert. Weniger Video-Analysen, mehr Freiheiten in den alltäglichen Abläufen und ein nahbareres Auftreten des Coaches haben laut Medienberichten die Arbeitsatmosphäre für die Profis deutlich angenehmer gemacht. Das beste Mittel gegen die schlechte Laune war allerdings das Achtelfinale in der Champions League. Real Madrid dominierte Pep Guardiolas Manchester City in Hin- (3:0) und Rückspiel (2:1) des Achtelfinales. Und Arbeloa bekam von Guardiola im Anschluss ein Sonderlob: “Er (Arbeloa) hat einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht. Er wird eine lange Karriere haben”, erklärte der Starcoach anschließend.
Wie lange Arbeloas Karriere bei Real Madrid sein wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit sehr eng mit dem Ausgang des Duells mit dem FC Bayern verbunden. Zwar soll der Vertrag mit dem Spanier bis 2027 laufen – eine offizielle Information seitens des Vereins oder Trainers gab es dazu bislang nicht – eine titellose Saison dürfte sich Arbeloa aber wohl kaum erlauben.
Real vergeigt Generalprobe
Drei Tage vor dem großen Duell in der Königsklasse unterlag Real jedenfalls dem Fußball-Zwerg und Abstiegskandidaten RCD Mallorca mit 1:2 (0:1). Die spanische Presse nahm kein Blatt vor den Mund und sprach von “Tortur” und “Kapitulation”.
Der FC Bayern hingegen feierte bei der Generalprobe weitere drei Punkte auf dem Weg zur Meisterschaft, den 100. Saison-Treffer in der Liga und zeigte beim 3:2-Sieg beim SC Freiburg seine Comeback-Qualitäten.
Erinnerungen an 2012: Arbeloa kennt die schwarze Bestie
“Wir treffen auf eine große Mannschaft, wahrscheinlich die Mannschaft, die derzeit am besten in Form ist”, lobte Mbappé kürzlich bei “Téléfoot” den deutschen Rekordmeister, schob aber mit königlichem Selbstverständnis nach: “Wenn es eine Mannschaft gibt, die sie schlagen kann, dann ist es Real Madrid.”
Das letzte Mal, dass der FCB sich gegen die Königlichen durchsetzen konnte, war übrigens im Halbfinale 2012. Mitentscheidend war der Treffer von Mario Gomez zum 2:1, der in der 90. Minute des Hinspiels seinem Bewacher entwischte – dessen Name: Alvaro Arbeloa. Zumindest der Trainer der Königlichen hat also eine lebhafte Erinnerung an eine schwarze Bestie aus München.





















