Champions-League-Playoffs gegen Piräus: Leverkusen braucht Schick – und am besten ein 1:0 | ABC-Z

Bayer Leverkusen könnte sich am Dienstag (ab 21 Uhr hier im Audio-Livestream und im Ticker) im Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Olympiakos Piräus zwar eine Niederlage mit einem Tor Differenz erlauben, will aber auf Sieg spielen. Dafür braucht es Patrik Schick – und ein 1:0.
Auf fünf Positionen hatte Bayer Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand seine Startelf im Bundesligaspiel gegen Union Berlin im Vergleich zur Champions-League-Playoff-Partie gegen Olympiakos Piräus verändert. Patrik Schick, Ernest Poku, Lucas Vazquez, Exequiel Palacios und Jarell Quansah schauten zu, wie ihre Kollegen gegen die Eisernen in Rückstand gerieten. Vazquez, Poku und Schick sollten dann in der zweiten Halbzeit probieren, das schwache Leverkusener Angriffsspiel zu beheben, taten das zwar sichtbar, konnten aber gegen tief stehende Berliner auch nicht mehr ausgleichen.
Leverkusen hat nur Kofane und Schick für das Sturmzentrum
Vor allem Schick, der gegen Piräus beide Tore beim wichtigen 2:0-Hinspielsieg erzielt hatte, sorgte mit seiner Präsenz im Strafraum gegen Union für deutlich mehr Gefahr als es zuvor der junge Christian Kofane getan hatte. Seit Ende November hat Kofane nicht mehr für die Werkself getroffen. Das ist für einen 19-Jährigen, der aus der spanischen zweiten Liga zu einem Champions-League-Klub gewechselt ist, erst einmal nicht weiter schlimm, elf Torbeteiligungen in 32 Pflichtspielen sind eine sehr ordentliche Bilanz. Doch die Qualität, die Schick als Wandspieler für Leverkusener Flanken von Außen und aus dem Halbfeld mitbringt und die Klasse im Abschluss hat der hochtalentierte junge Kameruner noch nicht.
Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand klatscht Christian Kofane ab
Ansonsten schaut man sich im Leverkusener Kader vergeblich nach einem echten Mittelstürmer um. Die Rolle des zentralen Angreifers in einer Saison mit Dreifachbelastung ausschließlich auf den in der Vergangenheit verletzungsanfälligen Schick, dem Hjulmand ja unter anderem deshalb auch seine Pausen gibt, und den unerfahrenen Kofane zu verteilen hat bisher besser funktioniert, als man das hätte erwarten können.
Schicks Strafraumpräsenz ist momentan unverzichtbar
Doch das kleine Tief, in dem Kofane, dessen Winterpause ja auch dem Afrika-Cup zum Opfer fiel, gerade steckt, sorgt dafür, dass offensive Rotation die Leverkusener gerade wie am Wochenende teuer zu stehen kommt. Auch im Gruppenspiel gegen Piräus Ende Januar war Schick, den muskuläre Probleme geplagt hatten, aus der Anfangsformation rotiert. Die Partie ging prompt 0:2 verloren.
Wie wertvoll Schicks Kopfballstärke und Strafraumarbeit sind, sah man nicht nur als er fehlte, sondern eben auch beim 2:0-Erfolg über die Griechen vergangene Woche im Playoff-Hinspiel: Schon vor seinen Treffern hatte der Tscheche nach einer Halbfeld-Flanke per Kopf eine Großchance von Ibrahim Maza vorbereitet, später vollendete er einen Konter nach cleverem Laufweg zum 1:0 und köpfte einen Eckball von Grimaldo noch zum 2:0 ein.
Hjulmands Leverkusen ist nach einem 1:0 noch ungeschlagen
Ein Resultat, das Trainer Hjulmand vor dem Rückspiel am Dienstag in Leverkusen als “gut, aber auch gefährlich” einstufte. Ein “proaktives Mindset” will der Däne von seiner Mannschaft dann außerdem sehen – “wir können nicht passiv spielen. Wir gehen in dieses Spiel, um zu gewinnen”, meinte er.
Tatsächlich ist “Proaktivität”, frei in den Fußball übersetzt also die eigene offensive Initiative, mit der man letztendlich Tore erzielt, für die Werkself in dieser Saison extrem wichtig. Seit Hjulmand das Traineramt von Erik ten Hag übernahm absolvierte seine Mannschaft 32 Pflichtspiele. In 21 davon ging Leverkusen 1:0 in Führung, 18 dieser Führungen mündeten in einem Sieg, drei Spiele endeten Remis. Leverkusen-Fans dürften also am Dienstag ganz genau darauf schauen, wer das 1:0 erzielt – und mit Patrik Schick, dem das in dieser Spielzeit bereits fünf Mal gelang, stehen die Chancen auf dieses so wichtige Tor eben aktuell am besten.



















