Chamenei verurteilt “Aufrührer”: Vier Tote bei Protesten im Iran | ABC-Z

Chamenei verurteilt “Aufrührer”Vier Tote bei Protesten im Iran
04.01.2026, 06:28 Uhr
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Die Vereinten Nationen beobachten im Iran eine immer schärfere Konfrontation zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Allein am Samstag sind bei den Protesten vier Menschen getötet worden, berichten Menschenrechtsgruppen. Ajatollah Chamenei spricht von Aufruhr.
Bei den anhaltenden Protesten im Iran sind am Samstag nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens vier weitere Menschen getötet worden. Mitglieder der Revolutionsgarden hätten in Malekschahi im Westen des Irans auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens vier kurdische Iraner getötet, berichtete die Menschenrechtsgruppe Hengaw. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden. Auch die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) meldete mindestens vier Tote und 30 Verletzte, die von “Sicherheitskräften attackiert” worden seien.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtet, bei “Zusammenstößen” in Malekschahi sei ein Mitglied der Revolutionsgarden “bei der Verteidigung der Sicherheit des Landes getötet” worden. Die Nachrichtenagentur meldete zudem den Tod eines Mitglieds der paramilitärischen Basidsch-Miliz bei einer Demonstration “durch Messerstiche und Schüsse”.
Malekschahi ist ein Landkreis im Westen des Iran mit etwa 20.000 Einwohnern. In dem Gebiet leben viele kurdische Iraner. Der Nachrichtenagentur Fars zufolge versuchten “Randalierer”, in eine Polizeistation einzudringen, wobei “zwei Angreifer getötet” worden seien.
Konfrontation mit Sicherheitskräften verschärft sich
Der Iran wird seit einer Woche von landesweiten Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage erschüttert. Zunächst demonstrierten vor allem Händler in Teheran, später schlossen sich auch Studenten in zahlreichen Städten der Protestbewegung an. Seit Mittwoch wurden den Behörden zufolge bei Zusammenstößen mindestens zwölf Menschen getötet, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte.
Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnete die wirtschaftlichen Forderungen der Demonstranten als “berechtigt”. Es sei “vollkommen berechtigt”, dass Ladenbesitzer wegen der schlechten Wirtschaftslage protestierten, sagte der oberste geistliche Führer. Während die Behörden mit den Demonstrierenden im Gespräch stünden, sei ein “Dialog mit Aufrührern sinnlos”, warnte Chamenei. Diese müssten “in die Schranken verwiesen werden”.
Das Ausmaß der Proteste erreichte bisher nicht das der Massendemonstrationen von 2022, die durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam ausgelöst worden waren. Während jener Proteste waren hunderte Menschen, darunter dutzende Sicherheitskräfte, getötet worden. Tausende Menschen wurden inhaftiert. Mehrere der Festgenommenen wurden hingerichtet. Laut der UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte im Iran, Mai Sato, deuteten Berichte auf “eine zunehmende Konfrontation zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften” hin. Sato mahnte, dass sich die gewaltsame Niederschlagung der Proteste von 2022 “nicht wiederholen” dürfe.





















