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Cafés in München: Das Café Nash ist ein Ort der Begegnung – München | ABC-Z

„Nash“ heißt auf Jiddisch Snack. Im Deutschen liegt das Wort hörbar nahe am „Naschen“. Vielleicht ist es genau diese kleine, unprätentiöse Geste, die dem Café am Sankt-Jakobs-Platz nicht nur seinen Namen, sondern auch seine Stimmung gibt. Ein Ort, an dem man probiert und teilt.

Seit Mai 2025 ist das Nash Teil der Münchner Café-Landschaft. Wer den Raum betritt, erkennt ihn wieder: Vier Jahrzehnte lang war hier das Stadtcafé beheimatet. Die Fensterfront ist geblieben, ebenso die Bestuhlung und die langen, schmalen, inselähnlichen Tresentische, die sich durch den Raum ziehen. Neu ist vielmehr die Idee: Betreiber Daniel Gitbud hat aus dem vertrauten Ort einen gemacht, an dem jüdisches Leben sichtbar und erlebbar wird.

In unmittelbarer Nähe zum Jüdischen Museum, der Synagoge Ohel Jakob und dem Münchner Stadtmuseum lädt das Café zur Begegnung ein. Das Nash versteht sich als Tagescafé, aber auch als sozialer Raum. Lesungen und Vorträge gehören hier ebenso dazu wie der Kaffee am späten Vormittag. Jüdisches Leben zeigt sich im Nash nicht als Programm, sondern als selbstverständlicher Teil des Alltags.

Auch die Küche erzählt davon. Kulinarisch bewegt sich das Nash zwischen New Yorker Deli und levantinischer Hausmannskost. Belegte Bagels stehen auf der Karte, daneben Gerichte nach den Rezepten von Oma Nelli, der Großmutter des Besitzers. Ihre Nudelsuppe mit Hühnerbrust, frischen Kräutern und hausgemachter Brühe (10 Euro) heiße in der Familie „jüdisches Penicillin“, verrät Gitbud. Früher kam sie bei jedem Wehwehchen auf den Tisch – heute wirkt sie vor allem bei einem Kater am Sonntagvormittag.

Kulinarisch bewegt sich das Nash zwischen New Yorker Deli und levantinischer Hausmannskost, etwa mit der gerösteten Süßkartoffel, die mit einem Tahini-Zitronen-Dressing und Za’atar serviert wird. (Foto: Florian Peljak)
Die Mezze-Auswahl mit Hummus, Labaneh, Baba Ganoush und marinierten Oliven passt ausgezeichnet zur israelischen Limonana.
Die Mezze-Auswahl mit Hummus, Labaneh, Baba Ganoush und marinierten Oliven passt ausgezeichnet zur israelischen Limonana. (Foto: Florian Peljak)
Die große Auswahl an Kuchen backt alle Gitbuds Schwester.
Die große Auswahl an Kuchen backt alle Gitbuds Schwester. (Foto: Florian Peljak)

Ebenfalls empfehlenswert: die würzige Shakshuka mit pochierten Eiern in Paprika-Tomatensugo (13,50 Euro) oder die Mezze-Auswahl mit Hummus, Labaneh, Baba Ganoush und marinierten Oliven, serviert mit Pita (16,50 Euro). Dazu eine hausgemachte israelische Limonana aus frischer Minze und Zitrone oder ein israelisches Maccabee-Bier. Wer es süß mag, findet selbstgemachten Kuchen, gebacken von Gitbuds Schwester.

Mit Öffnungszeiten von 11 bis 21 Uhr eignet sich das Nash perfekt für ein spätes Frühstück oder ein Abendessen. Und mit etwas Glück wird der Cafébesuch am Freitagnachmittag auch zu einem kulturellen Ereignis. Dann erklärt Gitbud den Schabbat, spricht Segenssprüche für Brot und Wein, verteilt Challah, den geflochtenen Hefezopf, und ein Glas Wein an seine Gäste. Der wöchentliche Ruhetag beginnt im Judentum am Freitagabend und endet am Samstagabend. Im Nash wird er manchmal ganz selbstverständlich Teil des Cafébesuchs.

Nash, Sankt-Jakobs-Platz 1, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 21 Uhr, sonntags 11 bis 20 Uhr. 

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