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Bushido: Beef mit dem Thermomix – Gesellschaft | ABC-Z

Bushido ist gerade auf Abschiedstournee, weil er mit 47 Jahren und einem einigermaßen bewegten Leben auf der Uhr nicht mehr Rapper sein will: „Alles wird gut“ lautet der Titel. Aber in Wahrheit ist eben nicht immer alles gut. Zum Beispiel, wenn einer der Thermomixe in der neuen Grünwalder Traumvilla seinen Geist aufgibt. „So ein kleines Update aus der Küche“, postete Bushido kürzlich auf Social Media. Im O-Ton: „Wir haben mittlerweile vier Thermomixe und alles klappt ganz gut, aber der erste Thermomix ist nach 6 Tagen defekt.“ Daraufhin hätten sie den Kundendienst angerufen und warteten jetzt auf den Retourenschein für die Reparatur. „Soll mindestens drei Wochen dauern, kein Ersatzgerät“, schrieb Anis Ferchichi, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, weiter und konnte sich einen kleinen „Diss“ für so wenig Servicequalität nicht verkneifen: „Finde ich ehrlich gesagt etwas enttäuschend von @vorwerk_gruppe hätte mir mehr Support gewünscht.“

Der Text wirft gleich mehrere Fragen auf. Zunächst: Warum vier? Wer zum Geier braucht vier Thermomixe? Kurz mal nachgerechnet, erscheint die Zahl allerdings gar nicht mehr so hoch gegriffen. Die Ferchichis haben bekanntlich acht Kinder, sind also eine zehnköpfige Familie. Plus Nannys. Erfahrene Thermomix-Nutzer geben an, dass die Portionen bei normalen Hauptgerichten nicht für mehr als vier Personen reichen. Da wären drei Geräte dann tatsächlich angemessen, und womöglich müssen für all die unterschiedlichen Geschmäcker immer mehrere Sachen gleichzeitig zubereitet werden. Das Ding kann von Fermentieren bis Emulgieren ja angeblich alles. Zweigleisig kochen fällt ohne Ersatzgerät jetzt natürlich aus.

Ist das die neue Grünwalder Spießigkeit: Cookidoo-App statt Gangsta-Rap?

Aber was meint Bushido eingangs mit „alles klappt ganz gut“? Auf Instagram hat man ihn schon einmal Tomatensuppe mit dem Thermomix kochen sehen, Schwierigkeitsgrad eher einfach, bedienen kann er das Ding offensichtlich schon mal. Heißt das, der Bald-Privatier will sich jetzt noch weiter in die Geheimnisse des „TM7“ reinfuchsen? Ist das die neue Grünwalder Spießigkeit: Cookidoo-App statt Gangsta-Rap?

Vor allem wüsste man gern, ob hier einfach so spontan, aus alter Gewohnheit, „Beef“ angefangen wurde oder nicht knallhartes Kalkül dahintersteckt. Denn vor den 2,7 Millionen Bushido-Followern steht der Hersteller @vorwerk_gruppe jetzt natürlich blöd da („enttäuschend!“). Bushido wäre nicht der Erste, der Social Media als reichweitenstarken Pranger benutzt. Viele Leute beschweren sich über die Bahn/die Post/die Telekom auch deshalb gern öffentlich, um postwendend Wiedergutmachung zu erpressen. Für den Fall, dass das Unternehmen aus Wuppertal aufgeweckte Social-Media-Mitarbeiter beschäftigt, tun die jetzt vielleicht doch irgendwo ein Ersatzgerät auf und die Reparatur geht ruckzuck. Dann hätte Bushido recht behalten: Alles wird gut.

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