Geopolitik

Bundeswehr: Bundeswehr rekrutiert mehr als 3.000 Minderjährige | ABC-Z

Die Bundeswehr hat
im vergangenen Jahr 3.131 Minderjährige in die Truppe aufgenommen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Das sind fast 1.000 mehr als im Jahr davor.

Zur Bundeswehr darf man frühestens mit 17 Jahren. Dafür braucht man die Zustimmung der Eltern. Außerdem gelten besondere Regeln und Einschränkungen für Minderjährige.

Im vergangenen Jahr waren 2.690 junge
Männer und 441 junge Frauen bei Dienstantritt 17 Jahre alt, was 12,5
Prozent aller neuen Soldaten entspreche. Seit Erfassung
der Daten 2011 war dieser Wert noch nie so hoch. 638 minderjährige Soldatinnen
und Soldaten verließen die Truppe vorzeitig wieder. Die meisten
kündigten, einige wurden auch entlassen.

“Kein geeigneter Arbeitgeber für junge Menschen”

Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek nannte die Entwicklung fatal und
warf der Bundesregierung eine unverantwortliche Rekrutierungspraxis mit
gezielter Bundeswehr-Werbung an Schulen vor. “Und das leider offensichtlich mit Erfolg”, sagte Reichinnek. Erschreckend sei in diesem Zusammenhang auch die Anzahl von 638 Minderjährigen, die vorzeitig ihr Dienstverhältnis beendeten.

“Das zeigt deutlich, dass die Bundeswehr kein geeigneter Arbeitgeber für junge Menschen ist”, sagte die Linken-Politikerin. “Die Bundeswehr hat kein Nachwuchsproblem, sondern ein Problem dabei, junge Soldat:innen in ihren Reihen zu schützen.”

Reichinnek fragte auch danach, wie viele unter 18-Jährige in die rechtsextremistischen und sexistischen Vorfälle bei den Fallschirmjägern im rheinland-pfälzischen Zweibrücken involviert waren. Laut Bundesregierung war eine minderjährige Soldatin betroffen.

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