Bundesligavorschau: Was wäre die Bundesliga ohne die Bayern? | ABC-Z

Wer spielt wann gegen wen?
Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Bayern gegen Union Berlin. Was wäre der deutsche Fußball international ohne die Bayern? Zuschauer wäre er. Neben den Bayern sind nur noch Freiburg und Mainz international dabei, die allerdings in der zweiten beziehungsweise dritten europäischen Liga. Am Dienstag schied Leverkusen im Achtelfinale der Champions League aus, das 0:2 bei Arsenal klingt knapper als es war. Frankfurt war schon in der Gruppenphase ausgeschieden, der BVB in den Play-offs gegen Atalanta Bergamo, gegen das die Bayern im Achtelfinale zehn Tore schossen. In der Bundesliga haben die Bayern seit Ende Januar nicht mehr verloren, womöglich schießt Harry Kane gegen Union sein 31., 32. und 33. Saisontor, vielleicht sogar so ein schönes wie am Mittwoch gegen Atalanta. Die Meisterschaft haben die Bayern in der Tasche, die Champions League können sie gewinnen. Die restlichen deutschen Klubs gehören dagegen nicht in Europas top acht. Höchst fraglich, ob sich Deutschlands Best-of-the-rest Borussia Dortmund in Spanien oder England für die Champions League qualifizieren würde.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Köln gegen Gladbach. Das Rheinische Derby hat große Tradition, in den Siebzigerjahren gehörten beide Klubs zu den besten in Europa. Schön, schnell, mitreißend – so spielte die Fohlenelf mal, allerdings auch schon eine Weile nicht mehr. Immerhin scheint sich Gladbach unter Eugen Polanski gefangen zu haben. Um Köln muss man sich wahrscheinlich größere Sorgen machen. Nicht nur wegen sechs Spielen ohne Sieg, sondern auch, weil FC-Trainer Lukas Kwasniok bei fast jeder Pressekonferenz in ein Fettnäpfchen tritt. Vor ein paar Wochen beschwerte er sich über fehlende Unterstützung aus der Südkurve, weil die Fans nach dem Sturz eines 90-jährigen Mannes, der später im Krankenhaus verstarb, den Support eingestellt hatten. Gegen Gladbach geht es womöglich auch um Kwasnioks Job.
Wer steht im Blickpunkt?
Dieter Reiter, der Kurzzeitaufsichtsrat des FC Bayern und (Noch-)Oberbürgermeister von München. Seit 2014 regiert der SPDler München, eine dritte Amtszeit würde er gerne noch dranhängen. In den Umfragen führte er, doch dann wurden kurz vor der Kommunalwahl seine Jobs beim FC Bayern publik. 90.000 Euro habe er seit 2021 für seine Nebentätigkeit im Verwaltungsbeirat der Bayern bekommen, räumte Reiter ein. Und auch, dass er versäumt hatte, sich das vom Stadtrat genehmigen zu lassen. Das ist ab Nebeneinkünften von 10.000 Euro jährlich Pflicht, ihm droht ein Disziplinarverfahren. Auch in den FC-Bayern-Aufsichtsrat ließ er sich im Februar aufnehmen, vermutlich hätte er da noch mehr Geld bekommen. “Ich habe definitiv nicht drüber nachgedacht, wie viel Geld ich da bekomme”, sagte er diese Woche im ZEIT-Interview, was zur Frage führt, wie viel man eigentlich sonst noch so als Oberbürgermeister verdient, wenn einem diese Summen egal sein können.
Nun hat Reiter alle Ämter beim Rekordmeister niedergelegt und angekündigt, seine Einnahmen zu spenden. Ob das genügt? Bislang war München ein roter Fleck im CSU-Land Bayern. Doch am Sonntag könnte in der Stichwahl erstmals ein Grüner OB werden: Dominik Krause. Aus dem Profifußball kennt man zwielichtige Deals und Zahlungen, aber einen Politiker kann so was viel Vertrauen kosten, besonders einen Sozialdemokraten. Als Amigos wurden in Bayern ja die CSUler bekannt. Und ist es eigentlich in Ordnung, wenn der Oberbürgermeister einer Stadt Geld vom Oberverein der Stadt kassiert? Die Frage beantworten am Sonntag die Münchnerinnen und Münchner. Vielleicht stürzt ein Roter über seine Jobs bei den Roten.





















