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Bundesligarückschau: Liebesgrüße aus dem tabellarischen Niemandsland | ABC-Z

Wer spielte gegen wen?

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

HSV gegen Union Berlin. Die Konstellation Neunter (Union) gegen Elfter (HSV) vor diesem Aufeinandertreffen der Großstädte versprach eigentlich nicht wirklich Unterhaltungswert, doch am Ende boten die grauen Mäuse aus dem tabellarischen Niemandsland eine ziemlich bunte Show mit fünf Toren. Union, Führung HSV, später Anschluss Union, HSV rettet Sieg über die Ziellinie. Dazu die Entpuppung von Hamburg-Stürmer Ransford-Yeboah Königsdörffer, der nun drei seiner insgesamt vier Saisontreffer in den vergangenen beiden Spielen erzielt hat, zwei davon gegen den 1. FC Union. Solch ein Name macht es dem leidgeprüften HSV-Anhang leicht, mal wieder zu träumen – war es doch ein gewisser Tony Yeboah (weder verwandt noch verschwägert mit Ransford-Yeboah Königsdörffer), der den HSV zur Jahrtausendwende in die Champions League führte. Da war der neue Liebling des Volksparks noch nicht mal geboren.

Ach so, und Elfmeterdebatten gab es auch noch, wie es inzwischen zum guten Bundesligaton gehört. Erst wurde ein Elfmeter für Union nicht gepfiffen, den Andrej Ilić nach einem Zusammenprall verdient gehabt hätte, dann bekam er einen, obwohl er nicht wirklich gefoult wurde. Gut, am Ende immerhin irgendwie fair.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Diese Rubrik ist für den armen Autor, der sie befüllen soll, eine ganz schöne Gemeinheit. Wer will schon als Sesselpupser, der man ist, darüber urteilen, ob dieses oder jenes Spiel auch einfach hätte verpasst werden können? Aber weil man nun mal durchaus muss: Das Sonntagsprogramm war nicht gerade die Erfüllung großer Bundesligaträume. Eher was zum Wegdösen. Augsburg gegen Heidenheim, Leipzig gegen Wolfsburg. Sogar Augsburgs Kapitän Keven Schlotterbeck sah das so: “Es war sicherlich kein schönes Spiel”, sagte er über den Sieg (!) seiner Mannschaft. “Ich wäre eingeschlafen vor dem Fernseher.” Das Überraschendste an diesem Sonntag war noch, dass die Leipziger es nicht über ein Unentschieden hinausbrachten, sogar zweimal in Rückstand gerieten. Erst in der 89. Minute glich Brajan Gruda für Leipzig aus. Immerhin für ihn war es sicher sehr aufregend: sein erstes Tor für Leipzig.

Wer stand im Blickpunkt?

Die TSG Hoffenheim. Champions League in Sinsheim? Davon träumen sie vermutlich tatsächlich nur in Sinsheim. Doch allem Gejammer aus den traditionellen Fußballhochburgen zwischen Hamburg und Stuttgart zum Trotz gehört die TSG Hoffenheim schon jetzt zu den großen Überraschungen der Saison. Angeführt von den Altmeistern Oliver Baumann (35) und Andrej Kramarić (34), angeleitet vom Österreicher Christian Ilzer, hält sich die TSG auch nach Spieltag 22 souverän auf Rang drei. Wer erinnert sich noch daran, wie Ilzer den abstiegsbedrohten Verein im November 2024 übernahm, vollmundig von internationalem Fußball in drei Jahren sprach und dafür verlacht wurde?

Das 3:0 gegen den SC Freiburg am Wochenende war der achte Heimsieg in Folge für Hoffenheim – neuer Vereinsrekord. Toptorjäger Kramarić gelang außerdem das vielleicht schönste Nichttor der Saison: Nach fünf Minuten drosch der Kroate den Ball so kunstvoll aus 33 Metern aufs Tor, dass selbst SC-Keeper Noah Atubolu keine Chance gegen die Bogenlampe hatte. Ein wunderschönes Valentinstagsgeschenk. Doch Schiri Florian Exner entschied recht unromantisch auf Abseits.

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