Bundesliga-Vorschau: Abwehr dringend gesucht | DIE ZEIT | ABC-Z

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
BVB gegen Mainz. Was der Tabelle nach ziemlich langweilig klingt – der Zweite gegen den Vierzehnten – hat in Wahrheit das Potenzial, ein echter Banger zu werden. Wenn der BVB gewinnt, kann er tatsächlich so was wie Druck auf die Bayern ausüben. Deren Vorsprung schmölze dann zumindest für ein paar Stunden auf drei Punkte. Und die Dortmunder sind gut dabei: Aus den letzten fünf Spielen bringen sie fünf Siege mit. Was sie allerdings nicht dabeihaben, ist eine funktionierende Abwehr. Emre Can und Yan Couto fehlen verletzt, ebenso wie Filippo Mané. Nico Schlotterbeck darf auch nicht spielen, weil er am vergangenen Wochenende seine fünfte Gelbe Karte kassierte. Und Aarón Anselmino ist ja sowieso weg. Da könnte sich für die Mainzer durchaus was ergeben. Zumal die passenderweise ihren Angriff über den Winter ordentlich verstärkt haben: Mit Silas, Sheraldo Becker und Philip Tietz freuen sich gleich drei neue Angreifer auf das, was von der Dortmunder Abwehr übrig ist.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Frankfurt gegen Gladbach. Im ersten Spiel unter Albert Riera kassierte Frankfurt zum ersten Mal in diesem Jahr nur ein Gegentor. Was wie eine gute Nachricht klingt, ist aber keine. Die vielen Gegentore waren immerhin ein Grund, sich die Spiele der Eintracht anzuschauen. Zähe 1:1 sieht man als geneigter Bundesligagucker oft genug. Zum Beispiel bei Gladbach. Die hauptberuflichen Unentschiedenspieler nahmen aus drei der vier letzten Spiele einen Punkt mit. Schön war keins davon.
Schauen Sie doch stattdessen einfach nochmal das Hinspiel an. Das ging 4:6 für die Eintracht aus.
Wer steht im Blickpunkt?
Kai Wegner und sein Aufenthaltsort. Beim Pokalviertelfinale der Hertha gegen Freiburg am Dienstagabend vermisste ihn Berlins Trainer Stefan Leitl im Stadion. “Sein Support wäre heute auch wichtig gewesen”, sagte Leitl. “Da kritisiere ich ihn schon.” Kritik dafür, zur falschen Zeit (während eines gigantischen Stromausfalls) am falschen Ort (dem Tennisplatz) gewesen zu sein, kennt Wegner schon. Er hat aus seinen Fehlern zumindest teilweise gelernt: Log er beim letzten Mal noch über seinen Aufenthaltsort (“habe mich in meinem Büro zu Hause eingeschlossen”), war dieser diesmal kein Geheimnis. Wegner war in Mailand bei den Olympischen Spielen, um sich Tipps für eine Bewerbung Berlins zu holen. Dass Wegner zur Entschädigung beim Hertha-Spiel gegen Hannover auftaucht, ist aber eher unwahrscheinlich. Immerhin ist das am Samstagmittag. Tenniszeit!
Worüber haben in dieser Woche alle geredet?
Über einen äußerst überraschenden Sieg für die Bayern. Ja, richtig. 2:0 gewannen die Bayern gegen RB Leipzig. Verwunderlich ist das nur, weil es im Pokalviertelfinale passiert ist – und das haben die Bayern seit 2020 nicht mehr überstanden. Da war Hansi Flick noch Trainer und FFP2-Masken eine (seltene) Neuheit.
Den Halbfinaleinzug verdanken die Bayern ihren typischen Stärken: Harry Kane am Elfmeterpunkt, Olise und Díaz im Zusammenspiel und ein bisschen Bayerndusel. Für ein Foul von Josip Stanisic, der Leipzigs Nusa quasi auf der Strafraumlinie ein Beinchen stellte, gab es nicht nur keinen Elfmeter, sondern auch keinen Freistoß. Und dann war da auch noch Manuel Neuer, der alles wegparierte, was auch nur in die Nähe des Tors kam – zur Not auch einarmig. Genauso souverän räumte er die Nachfrage nach seiner Nationalmannschaftskarriere ab. Auf die Frage, ob seine Entscheidung, nicht mehr für Deutschland zu spielen, in Stein gemeißelt sei, sagte er nur: “Ja”.
Was machen die Frauen?
In Nürnberg schmeißen sie den Grill an für ein gepflegtes Asado: Der Klub hat die argentinische Nationaltorhüterin Abigail Chaves verpflichtet. Sie ist die erste Argentinierin überhaupt, die in der Bundesliga spielt und soll die Bälle und damit Nürnberg aus dem Abstiegskampf halten. Sie ist eine von sieben Neuen im Nürnberger Kader. Kein anderer Bundesligaverein hat in diesem Winter mehr Spielerinnen verpflichtet.
Am Wochenende geht’s für die Fränkinnen gegen RB Leipzig, den direktesten unter den direkten Konkurrenten. Mit einem Punkt mehr stehen die auf Tabellenplatz zehn. Am Samstag wird also um grandes puntos gespielt, wie die Argentinier sagen.
Welche drei Nichtbundesligaspiele dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Inter Mailand gegen Juventus Turin, Serie A, Samstag, 20.45 Uhr. Das Derby d’Italia und der einzige Tag in dieser Woche, an dem Wintersport nicht Thema Nummer Eins in Mailand ist.
Guadalajara gegen Club América, Liga MX, Sonntag, 04.07 Uhr. Wem das italienische Derby noch nicht zapfig genug ist, sei der mexikanische Súper Clásico ans Fußballherz gelegt. Klar, man muss dafür gottlos früh aufstehen, aber dafür verpasst man keine Sekunde Olympia.
Girona gegen Barcelona, La Liga, Montag, 21 Uhr. Etwas schnuckeliger wird es beim katalanischen Derby im Estadi Montilivi. Keine 15.000 Plätze hat das. Einen davon wird vielleicht Neu-Gironin Marc-André ter Stegen einnehmen. Seine Operation ist gut verlaufen, aber er fällt bis auf Weiteres aus und kann seinem Team gegen sein Ex-Team also nur die Daumen drücken.
Was waren die Zitate der Woche?
“Da wurde ich bisschen aggressiv, darf mir so nicht passieren, geb’ ich zu.”
Aleksandar Pavlovićs Entschuldigung für die Rudelbildung gegen Leipzig klingt ein bisschen wie Schulhofrüpel beim Nachsitzen: etwas unbeholfen, aber ehrlich.
“Mittlerweile tun sie mir leid, die Schiedsrichter.”
Leipzigs Kapitän David Raum hat keinen Bock mehr auf eine Schiedsrichterdiskussion, sondern nur noch Mitleid.
“Ich weiß, was ich weiß, und ich folge meinem Bauchgefühl und meinen Werten. Ich werde mich an keinen Geschäften unter seiner Führung beteiligen.”
Die US-amerikanische Fußballspielerin Abby Wambach trennt sich nach 20 Jahren von ihrer Agentur Wasserman, nachdem ein flirty E-Mail-Austausch zwischen Agenturchef Casey Wasserman und Ghislaine Maxwell, der langjährigen Partnerin von Jeffrey Epstein, öffentlich wurde.





















