Brückenchaos im Taunus: Warum der Neubau Jahre dauert | ABC-Z

Marode Brücken scheinen in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme. Der beklagenswerte Zustand der Verkehrsinfrastruktur ist inzwischen allgemein bekannt. Die Havarie einer kleinen Brücke im Untertaunus ist für Hessen Mobil daher schon fast Alltagsgeschäft. Dass es dennoch mehr als dreieinhalb Jahre dauern soll, um wieder einen ungehinderten Verkehrsfluss auf einer Bundesstraße im Taunus zu ermöglichen, ist eine Zumutung für alle Einwohner von Adolfseck und die Pendler.
Beschleunigung tut not
Die Planungs- und Genehmigungsprozesse für den Neubau bedeutsamer Bauwerke müssen endlich so weit beschleunigt werden, dass die Bürger ein gutes Gefühl haben und die Gewissheit: Der Staat kümmert sich. In Adolfseck fragen sich die Bürger jedoch, warum in der Verkehrsbehörde die Pläne für einen schnellen Neubau nicht in der Schublade liegen, wenn schon in wenigen Jahren die Lebensdauer des Bauwerks ohnehin erreicht worden wäre.
Gegenüber der Bevölkerung gibt Hessen Mobil kein gutes Bild ab. Hinweise besorgter Anwohner im Hinblick auf den sich schon seit Jahren verschlechternden Zustand der Brücke sind offenbar nicht aktenkundig. Schreiben, Mails und Anrufe führen nicht zu nachvollziehbaren Antworten, sondern versanden offenbar im komplexen Räderwerk einer Behörde. Wenn schon die Planung und der Neubau von Brücken ein Hexenwerk sind, dann sollte wenigstens die Kommunikation mit den Bürgern gelingen.
Hessen Mobil steht in der Pflicht, seine Überlegungen und sein Handeln transparent darzulegen. Warum es nach der Havarie fast eineinhalb Jahre gedauert hat, um Klarheit über das weitere Vorgehen in Adolfseck zu gewinnen, haben die Planer nicht nachvollziehbar erläutern können. So wird das Vertrauen zwischen Bürgern und Verwaltung verspielt.