Brasilien: Ex-Präsident Bolsonaro wegen chronischen Schluckaufs operiert | ABC-Z

Der wegen eines Putschversuchs inhaftierte brasilianische Ex-Präsident Jair Bolsonaro ist für mehrere medizinische Eingriffe kurzfristig aus dem Gefängnis freigekommen. Bolsonaro wurde am Wochenende wegen chronischen Schluckaufs operiert, eine zweite Operation soll in 48 Stunden folgen.
Michelle Bolsonaro, die Frau des früheren Präsidenten, teilte mit, Bolsonaro leide seit neun Monaten an täglichem Schluckauf. Die Ärzte wollten demnach den Zwerchfellnerv blockieren. Wie brasilianische Medien berichteten, verlief der Eingriff ohne Komplikationen.
Schon am Donnerstag durfte der 70-Jährige erstmals die Haft verlassen, um sich einer Leistenoperation zu unterziehen. Richter Alexandre de Moraes hatte zuvor einem entsprechenden Antrag von Bolsonaros Anwälten stattgegeben und die vorübergehende Freilassung genehmigt.
Bolsonaro war infolge einer Bauchverletzung nach einem Messerangriff während des Wahlkampfs 2018 bereits mehrfach operiert worden. Es ist allerdings unklar, ob auch die jüngste Leistenoperation im Zusammenhang mit dem Angriff steht.
Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte Bolsonaro im September wegen der Planung eines Putsches zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit November sitzt der ehemalige Präsident in einem Präsidium der Bundespolizei in Brasília in Haft, nachdem zuvor versucht hatte, seine Fußfessel mit einem Lötkolben zu lösen.
Gericht verurteilt Unterstützer zu Hausarrest
Das oberste Gericht in Brasilien hat indes zehn Komplizen Bolsonaros wegen Beteiligung an dessen Putschversuch zu Hausarrest verurteilt. Die Unterstützer hätten mitgeholfen, den versuchten Putsch zu planen, teilte das Gericht mit. Zudem hätten sie Falschinformationen in Onlinemedien verbreitet und gewalttätige Aktionen organisiert.
Im Hausarrest dürfen die Verurteilten dem Gericht zufolge keinen Besuch empfangen, Onlinemedien nicht mehr nutzen oder mit Menschen in Kontakt treten, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Die Verurteilten müssen demnach auch ihre Ausweise und Waffenscheine abgeben.
Brasiliens Polizei geht gegen zahlreiche Helfer Bolsonaros vor. Erst am Freitag war der ehemalige Chef der Autobahnpolizei, Silvinei Vasques, am Flughafen von Paraguays Hauptstadt Asunción festgenommen und an die brasilianische Polizei übergeben worden. Vasques war im November im Zusammenhang mit Bolsonaros Putschversuch zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll Beamte eingesetzt haben, um Wähler der Opposition daran zu hindern, bei der Präsidentschaftswahl 2022 ihre Stimme abzugeben.
Einem weiteren verurteilten Bolsonaro-Vertrauten, dem ehemaligen Geheimdienstchef Alexandre Ramagem, gelang die Flucht: Er soll sich in den USA aufhalten.





















