Berlin

Brandenburger Konservative-Politiker zeigt verstörendes Militär-Video | ABC-Z

Potsdam – Militär-Fahrzeuge aus dem 2. Weltkrieg, Männer mit Stahlhelmen und Uniformen, dazu fröhliche Musik. Der Brandenburger CDU-Abgeordnete Frank Bommert (64) verbreitete ein verstörendes Video im Internet. Nicht sein erster Skandal.

Parteifreunde waren alarmiert: Auf Bommerts Instagram-Account hatten sie ein Video von einem Militärfahrzeug-Treffen entdeckt. Militaria-Fans in deutschen Weltkriegs-Uniformen (ohne Abzeichen) auf restaurierten Wehrmachts-Motorrädern. Dazu erklingt die „Schöne Landpartie“ im Sound der 1930er Jahre.

CDU-Fraktionschef Steeven Bretz reagierte entsetzt Foto: Soeren Stache/dpa

Brandenburgs CDU-Fraktionschef Steeven Bretz (50) reagierte weniger belustigt. Er „distanziert sich in aller Deutlichkeit von Inhalten dieser Art sowie von deren Verbreitung“, teilte sein Sprecher auf B.Z.-Anfrage mit. „Der Sachverhalt wird kurzfristig intern besprochen und aufgearbeitet.“ Bretz werde „hierzu zeitnah das persönliche Gespräch mit dem Abgeordneten suchen“. Gleich nach Ostern.

Was hat sich Bommert bei dem Wehrmachts-Video gedacht? „Das hatte mir ein Bekannter von der Bundeswehr geschickt“, sagt der Abgeordnete, „ich wollte es meinem Freund Brian weiterleiten, weil der auf sowas steht. Er sammelt altes Kriegsgerät. Er hat Panzer und so‘n Zeug zu Hause. Gerade hat er sich eine ehemalige sowjetische Abschussrampe gekauft.“

CDU-Politiker Frank Bommert (64)
Frank Bommert (64) ist stellvertretender CDU-Fraktionschef in Brandenburg Foto: picture alliance/dpa

Doch Bommert behauptet, er habe versehentlich auf ‚Story‘ statt auf ‚Weiterleiten‘ gedrückt. Schon stand das Wehrmachts-Filmchen für jeden sichtbar auf seinem Account im Netz. „Nach 20 Minuten bekam ich eine Anfrage dazu“, sagt der Politiker. Da habe er seinen Irrtum entdeckt: „Ich habe es dann gleich gelöscht.“ Zu spät. Da hatte das Video schon die Runde gemacht.

Bommert bereits 2024 mit Skandal

Das Entsetzen war groß, weil Bommert schon einen WhatsApp-Skandal hatte: In einem Post hatte er 2024 Ampel-Kanzler Olaf Scholz (SPD) und zwei Grünen-Ministern „im Scherz“ den Tod gewünscht. Dann alles gelöscht, bestritten – und später doch zugegeben. Bommert damals kleinlaut: „Durch mein Verhalten ist Schaden für die Politik und die Partei entstanden. Ich bitte dafür bei allen um Entschuldigung.“

Die CDU erteilte Bommert darauf einen Verweis, nahm ihm den Vorsitz im Wirtschaftsausschuss ab. „Es ist nur die Gelbe Karte“, sagte die Partei-Sprecherin 2024. „Erst bei einem weiteren Verstoß könnte der Vorstand die Rote Karte ziehen und Bommert alle Parteiämter entziehen.“ Ist es jetzt so weit?

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