Brand in Verteilerstation: Massiver Stromausfall im Süden Berlins | ABC-Z

Mehrere Stadtteile im Berliner Süden haben seit dem frühen Morgen keinen Strom. Grund dafür ist ein Brand in einer Verteilerstation. Die Brandursache ist noch unklar – die Störung wird wohl noch länger dauern.
- Seit kurz vor sechs Uhr am Samstagmorgen haben weite Teile von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde keinen Strom
- Stromnetz Berlin sagte erst, Störung soll bis 18:30 Uhr behoben sein
- Inzwischen kein Zeitpunkt mehr genannt – könnte also noch länger dauern
- Brennende Kabelbrücke über Teltowkanal
- Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung
Im Südwesten von Berlin ist am Samstagmorgen in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Wie der Sprecher von Stromnetz Berlin, Henrik Beuster, dem rbb sagte, sind große Teile von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde betroffen. In dem Gebiet befinden sich den Angaben zufolge rund 50.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbekunden, die jetzt von der Energieversorgung abgeschnitten sind. Auch Ampeln in dem Gebiet fielen aus, zum Beispiel auf der Argentinischen Allee, der Onkel-Tom-Straße und dem Hüttenweg.
Ein Feuerwehrsprecher sagte, die Einsatzkräfte seien gegen 6:12 Uhr alarmiert worden. Betroffen seien auch mehrere Einrichtungen, denen jetzt geholfen werde, darunter mindestens zwei Pflegeheime. Die Feuerwehr habe in Rettungswagen Patienten und Heimbewohner aus zwei Einrichtungen in dem betroffenen Gebiet verlegen müssen, sagte der Sprecher Vinzenz Kasch am Samstag dem rbb. Gebraucht werde die Feuerwehr unter anderem auch, wenn Aufzüge stecken geblieben seien.
Kabelbrücke über Teltowkanal hat gebrannt
Grund für die Störung ist der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, der mehrere Kabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt habe [stromnetz.berlin]. Nach Angaben der Polizei stand eine Verteilerstation in der Bremer Straße in Flammen, die Feuerwehr hat den Brand inzwischen gelöscht. Die Brandursache ist noch unklar. Feuerwehr und Polizei sind vor Ort, letztere mit etwa 160 Beamten. Sie ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung.
Stromnetz Berlin rechnete laut Beuster zunächst damit, dass die Störung gegen 18:30 Uhr behoben sein wird – inzwischen nennt das Unternehmen keinen Zeitpunkt mehr, es könnte also auch länger dauern. “Wir sind mit allen, die unterstützen können, in Gesprächen mit dem Bezirk, dem THW und der Feuerwehr und schauen, was wir für die Menschen im betroffenen Gebiet tun können. Wer die Möglichkeit hat, woanders zu sein heute, wo es warm ist und wo der Strom fließt, sollte die Möglichkeit nutzen”, sagte Beuster. Man arbeite daran, dass die Störung so kurz wie möglich dauere.
Die laut Stromnetz betroffenen Gebiete in Steglitz-Zehlendorf. Stand: 11 Uhr.
Vergleichbar mit großem Stromausfall in Treptow-Köpenick im September
Von der Dimension ist der Stromausfall nach seinen Worten vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins. Auch dort sprach der Betreiber Stromnetz Berlin von zunächst 50.000 Kunden. Der Stromausfall zog sich über Tage hin. Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten.
Diesmal gab es von der Polizei zunächst keine Informationen über mögliche Ursachen. Die Polizei wies in sozialen Netzwerken darauf hin, dass durch den Stromausfall auch Mobil- und Festnetzverbindungen beeinträchtigt sein könnten. In Teilen von Zehlendorf beispielsweise war am Morgen zeitweise kein mobiles Internet auf dem Handy verfügbar.
Feuerwehr bittet Einwohner um Hilfe für deren Nachbarn
Die Feuerwehr bat Bewohner in dem Gebiet, sich um hilfebedürftige Nachbarn zu kümmern. Gasbetriebene Heizgeräte sollten nicht in Innenräumen benutzt werden. Sollte das Telefonnetz gestört sein, könne man sich in einem Notfall um Hilfe an die nächste Feuerwache oder Polizeiwache wenden. Auch bei Busfahrern könne ein Notruf abgesetzt werden. Berliner in anderen Stadtteilen sollten überlegen, ob Verwandte in den betroffenen Gegenden leben und möglicherweise Hilfe bräuchten.
Sendung: rbb24 Inforadio, 03.01.2026, 10:00 Uhr





















