Brand auf der Weltklimakonferenz – Panorama | ABC-Z

Die harten Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz sind mitten im Endspurt jäh von einem Feuer unterbrochen worden. Alle Delegierten mussten am Nachmittag (Ortszeit) das Gelände verlassen, nachdem in einem Bereich des weitläufigen Geländes Feuer ausgebrochen war. Der innere Bereich der Zeltstadt, die die zweiwöchige Konferenz mit Zehntausenden Teilnehmern beherbergt, wurde evakuiert.
Reporter der Deutschen Presse-Agentur sahen Rauch aus einem der hallenartigen Zelte aufsteigen. Brasiliens Tourismusminister Celso Sabino erklärte auf X, dass „dank des schnellen Eingreifens der Sicherheitskräfte und der Feuerwehr glücklicherweise niemand verletzt“ worden sei. Der Brand sei unter Kontrolle, erklärte der Gouverneur des Bundesstaates Pará, Helder Barbalho, mit. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, teilten die UN mit. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.
Qualm zog in Richtung der Bushaltestellen in einer angrenzenden Straße. Tausende Menschen, die das Gelände verlassen mussten, warteten vor den Türen im Regen oder suchten Schutz unter Pavillons, an einer Tankstelle und in Cafés und Restaurants. Von Panik war draußen nichts zu spüren. Die Betroffenen verließen geordnet den unmittelbar betroffenen Bereich, unterhielten sich miteinander unter Schirmen oder arbeiteten, in der tropischen Hitze wurde schnell Wasser verteilt. Polizei, Militär und Sanitäter waren wie während der gesamten Konferenz mit starken Kräften im Einsatz.
Die Flammen hatten sich dem brasilianischen Nachrichtenportal G1 zufolge in Teilen einer Ausstellungsfläche im Eingangsbereich der Konferenz entwickelt, in der sich Delegationen und internationale Organisationen präsentieren. Der Strom im Inneren des Pavillons wurde vorsorglich abgeschaltet. „Alle schrien, man solle raus: Feuer, Feuer, in mehreren Sprachen“, zitierte G1 die Mitarbeiterin eines Standes. „Ich habe mich erschrocken, alle rannten praktisch übereinander hinweg.“
Für die Konferenz kommt die Unterbrechung zur Unzeit – die Staaten arbeiten fieberhaft an einem Kompromiss in ihren zentralen Streitfragen, darunter der Ausstieg aus fossilen Energien und die Frage, wie reichere Länder künftig ärmeren helfen, Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Zuletzt schienen die Verhandlungen aber sehr verhakt.
Bei dem Klimagipfel verhandeln mehr als 190 Länder seit dem 10. November über Maßnahmen für ambitionierteren Klimaschutz. Die Konferenz geht offiziell noch bis Freitag, kann aber verlängert werden. Mehr als 50 000 Teilnehmer sind angemeldet.





















