Board of Peace spricht mit Hamas: Trump-Gesandte verhandeln über Gaza-Waffenruhe | ABC-Z

Board of Peace spricht mit HamasTrump-Gesandte verhandeln über Gaza-Waffenruhe
16.03.2026, 15:59 Uhr
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Trotz einer vereinbarten Feuerpause kommt es im Gazastreifen immer wieder zu Angriffen. Erstmals seit dem Ausbruch des Iran-Krieges hat sich der von Donald Trump gegründete sogenannte Friedensrat mit der Hamas getroffen.
Gesandte des von US-Präsident Donald Trump geführten Friedensrats – das sogenannte Board of Peace – haben sich Insidern zufolge in Kairo mit Vertretern der Hamas getroffen. Ziel der Gespräche am Wochenende sei es gewesen, die brüchige Waffenruhe im Gazastreifen zu retten, sagten drei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Friedensplan ist durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran unter Druck geraten. Es war das erste öffentlich bekannt gewordene Treffen zwischen der radikal-islamischen Palästinenserorganisation und dem neuen internationalen Gremium seit Beginn der Offensive gegen Teheran.
Unmittelbar nach dem Treffen kündigte Israel an, den einzigen Grenzübergang für Fußgänger zwischen dem Gazastreifen und Ägypten in Rafah wieder zu öffnen. Dieser war seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar geschlossen. Einer der drei mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge war die israelische Ankündigung eine direkte Folge der Gespräche in Kairo. Israel hatte die Schließung mit Sicherheitsbedenken begründet und erst später den Warenverkehr in begrenztem Umfang wieder zugelassen. Der Übergang in Rafah soll nun im Laufe der Woche nach einer “Sicherheitsbewertung” wieder passierbar sein.
Bei dem Treffen war das Board of Peace den Insidern zufolge durch Aryeh Lightstone vertreten, einen Mitarbeiter des Trump-Sondergesandten Steve Witkoff. Die Hamas-Vertreter hätten gewarnt, die Gruppe könne von früheren Zusagen im Rahmen des Waffenstillstands abrücken, falls Israel die während des Iran-Kriegs verhängten Restriktionen für den Gazastreifen aufrechterhalte. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte, dass Lightstone in den vergangenen Tagen zu Gesprächen in Kairo war, äußerte sich aber nicht explizit zu einem Treffen mit der Hamas-Delegation. Weder die israelische Regierung noch die Hamas wollten den Bericht zunächst kommentieren.
Lage im Gazastreifen angespannt
Das Board of Peace steht unter dem persönlichen Vorsitz Trumps und soll den Gazastreifen nach dem Krieg verwalten. Trumps 20-Punkte-Plan für das Palästinensergebiet galt vor der Eskalation mit dem Iran als seine wichtigste diplomatische Initiative für den Nahen Osten. Ein zentraler Punkt – die Entwaffnung der Hamas im Tausch gegen Amnestie – liegt jedoch seit Beginn des Iran-Krieges auf Eis. Ob dieses Thema in Kairo zur Sprache kam, ließen die Insider offen.
Israel kontrolliert nach dem Waffenstillstand vom Oktober mehr als die Hälfte des Gebiets, während sich fast zwei Millionen Menschen in einem schmalen Streifen unter Hamas-Kontrolle drängen. Trotz der Feuerpause setzt das israelische Militär seine Angriffe fort und meldete am Sonntag den Tod von zwölf Menschen, darunter neun Polizisten. Ein palästinensischer Vertreter äußerte den Verdacht, Israel nutze den Krieg gegen den Iran, um sich seinen Verpflichtungen aus dem Trump-Plan zu entziehen. Israel weist dies zurück.





















