Ratgeber

Blutzucker regulieren mit der klassischen Haferkur | ABC-Z

Stand: 18.03.2026 08:52 Uhr

Hafertage sind eine kurze Kur, um die Blutzucker-Regulierung zu verbessern und Insulinresistenz entgegenzuwirken – besonders interessant für Menschen mit Diabetes Typ 2, Fettleber oder als Einstieg ins Abnehmen.

von Britta Probol

Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Fettstoffwechselstörungen sind weit verbreitet und hängen oft zusammen. Menschen mit einer Fettleber oder mit Typ-2-Diabetes könnten ihre Krankheit sogar allein durch gezielte Bewegung und eine bewusste Ernährung zurückdrängen: Große Mengen an Medikamenten lassen sich vermeiden und eine Insulinresistenz wieder umkehren, wenn man seinen Lebensstil ändert.

Ein Puzzlestück dabei ist Hafer. Das Getreide ist in Form von Porridge und Overnight Oats schon länger im Trend, zu recht. Bereits in der Antike war Hafer als gesundheitsfördernd bekannt, seine Wirkung auf den Blutzucker wurde bis zur Erfindung moderner Medikamente geschätzt. Heutzutage erlebt die Haferkur eine Renaissance.

Darum ist Hafer gesund

Hafer ist das heimische Getreide mit dem wohl gesündesten Nährstoffprofil. Hafer punktet mit vergleichsweise viel pflanzlichem Eiweiß. Auch eine spezielle Form von Klebereiweiß enthält er, die aber selbst von glutenempfindlichen Personen (Zöliakie) normalerweise sehr gut vertragen wird. Hafer ist eine gute Quelle für wichtige Mineralstoffe, besonders für Zink und Eisen, aber auch Magnesium. Außerdem liefert er eine ganze Reihe Vitamine. Nennenswert ist sein Gehalt an Biotin, B1 und B6. Vor allem aber bietet er eine Menge wertvoller Ballaststoffe: ganze 10 Gramm pro 100 Gramm Hafer. So unterstützt Hafer die natürliche Darmfunktion und ein gesundes Mikrobiom.

Hafer enthält wertvollen Ballaststoff Beta-Glucan

Im Hafer steckt dabei ein besonderer Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel zu regulieren hilft: Beta-Glucan. Hafertage machen die Körperzellen nachweislich wieder empfindlicher für Insulin. Auch auf den Fettstoffwechsel wirkt sich der Ballaststoff positiv aus. In einer Studie konnten zwei intensive Hafertage den Cholesterinspiegel anhaltend senken, noch nach bis zu sechs Wochen waren positive Effekte nachweisbar. Vermittelt wird die positive Wirkung den Forschenden zufolge über das Mikrobiom: Demnach erhöht der Verzehr der Haferflocken die Zahl bestimmter nützlicher Bakterien im Darm. Insbesondere das Beta-Glucan, spezieller Ballaststoff im Hafer, erscheint als Wirkgeheimnis hinter der Haferkur.

Wie funktioniert eine Haferkur?

Bei einer klassischen Haferkur gibt es morgens, mittags und abends nur Haferbrei zu essen – und zwar aus je 75 Gramm Haferflocken, zubereitet mit 300 bis 500 ml Wasser oder fettfreier Brühe. Ob die Haferflocken zart oder kernig sind, spielt für die Kur keine Rolle. Wer aufs Kochen verzichten will, der lässt die Haferflocken in kaltem Wasser quellen. Sie sollten mindestens 30 Minuten eingeweicht werden – das ist besser für die Verdauung und fördert die Aufnahme der im Hafer enthaltenen Mineralstoffe, denn durch das Einweichen des Getreides wird Phytinsäure abgebaut.

Für die geschmackliche Abwechslung kommen Gewürze hinzu, außerdem pro Tag insgesamt maximal 100 Gramm Gemüse (wie Lauch, Brokkoli, Zucchini – kein Mais), Zwiebeln oder Champignons und 50 Gramm zuckerarmes Obst wie Beeren oder Kiwi. Wer den nussigen Geschmack betonen will, kann die Haferflocken vor der weiteren Verarbeitung in einer trockenen Pfanne leicht anbräunen.

Hafertage können Blutzucker senken und beim Abnehmen helfen

Der Haferbrei sättigt, ohne allzu viele Kalorien zu enthalten. Durch die enthaltenen Proteine und Ballaststoffe beugt er Heißhunger vor. Damit kann eine gelegentliche Haferkur auch beim Abnehmen helfen. Die Energiezufuhr ist bei den Hafertagen stark reduziert, sie liegt bei etwa 800 bis 1.000 Kilokalorien. Dadurch ähnelt eine Haferkur einem kurzen Scheinfasten. Zusätzliche Kalorien durch Getränke sind während der Kur nicht erlaubt, den Durst löschen Wasser und ungezuckerter Tee (oder maximal 3 kleine Tassen schwarzer Kaffee).

Haferkur wirkt mehrere Wochen

Die Wirkung einer Haferkur auf den Zucker- und Fettstoffwechsel hält mehrere Wochen an. Die Kur oder auch einzelne Hafertage können eine langfristige und nachhaltige Umstellung auf eine regelmäßige gesunde Ernährungsweise einleiten oder zwischendurch unterstützen.

Haferkur – Fragen und Antworten

Ja, sie ist insbesondere auch bei Adipositas möglich und zur Heilung einer nichtalkoholischen Fettleber nützlich. Auch auf den Cholesterinspiegel wirkt Hafer positiv, wie eine Studie zeigen konnte.

Expertinnen aus dem Beitrag

Weitere Informationen

Hafer enthält Ballaststoffe, die regulierend auf Blutzucker und Fettstoffwechsel wirken: Infos zur Kur und Rezeptvorschläge.

Ein kleiner Topf mit einer Hafer-Möhren-Suppe.

An Hafertagen gibt es außer Hafer fast nichts – ein paar Geschmackszutaten sind allerdings doch erlaubt: Rezeptideen dafür.

Eine Pyramide aus Zuckerwürfeln steht neben Cola, Toasties, Waffeln und anderen Fertigprodukten.

Ballaststoffe und Eiweiß helfen effektiv, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Welche Lebensmittel sind gut bei Diabetes?

Eine Auflaufform mit Spargel-Zucchini-Auflauf mit Hähnchenfilet stehen auf einem Tisch.

Diese schmackhaften Gerichte sind kohlenhydratarm und lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

Zwei Hände halten einen Apfel und einige Tabletten.

Mit Ernährungtipps der Docs Beschwerden lindern – hier gibt es Anleitungen, Lebensmittel-Listen und Co. zur Selbsthilfe.

Eiersalat auf einem Teller

Gerichte mit wenig Kohlenhydraten, dafür viel Gemüse und guten Fetten – die Rezepte sind lecker und schnell gekocht.

Eine schön dekorierte Platte mit vielen Gemüsen, Kohl, Früchten, Beeren, Ölen, Nüssen, Samen, Pilzen und Salat.

Mediterrane Kost heilt die Leber. Das bedeutet: Kohlenhydrate und schlechte Fette reduzieren – dafür mehr gute Öle essen.

Back to top button