Bill Gates äußert sich erstmals zu neuen Anschuldigungen | ABC-Z

Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat sich zum ersten Mal zu den neuen Veröffentlichungen der Epstein-Akten geäußert. In einem Interview mit dem Sender „9News“ bezeichnete er die Treffen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als Fehler. Zu den neuen Akten gehören Emails von Epstein, die andeuten, dass Bill Gates sich bei Sex mit „russischen Mädchen“ eine Geschlechtskrankheit zugezogen hätte. Epstein schrieb auch, dass Gates Medikamente bräuchte, um sie seiner damaligen Frau Melinda Gates heimlich zu verabreichen.
Im Interview erklärte Gates, er habe die Beziehung zu Epstein als Möglichkeit gesehen, seine philanthropischen Bemühungen zu fördern. Gates hat Epstein nach eigenen Angaben mehrmals zum Abendessen getroffen. Er begründete das damit, dass Epstein viele reiche Leute kannte und gesagt habe, er könne diese dazu bewegen, Geld für die globale Gesundheit zu spenden. Ähnlich hatte Gates seine Treffen mit Epstein bereits vor Jahren begründet.
„Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen“, sagte er in dem Interview mit „9News“. „Ich bin einer von vielen, die es bereuen, ihn jemals kennengelernt zu haben.“
Bill Gates zu Epstein: „Ich war nie auf der Insel“
Auf die Frage, warum Epstein, der 2019 im Gefängnis starb, eine solche Behauptung aufgestellt haben sollte, sagte Gates: „Es stimmt, dass ich nur an Abendessen teilgenommen habe. Ich war nie auf der Insel und habe dort keine Frauen getroffen. Je mehr ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass der Zeitpunkt zwar ein Fehler war, aber nichts mit solchem Verhalten zu tun hatte.“
Die Frage, ob die Vorwürfe wahr seien, verneinte Gates. Epstein habe offenbar eine Email an sich selbst geschrieben, die nie verschickt worden sei. Er wisse nicht, was sich Epstein dabei gedacht habe, sagte Gates – und warf dabei die Frage auf, ob Epstein versucht habe, ihm zu schaden.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
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In Akten, die das US-Justizministerium jüngst veröffentlicht hat, findet sich auch ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Bill Gates richtet. Der Entwurf thematisiert Spannungen zwischen Gates und seiner damaligen Ehefrau sowie gescheiterte Geschäftsbeziehungen. Zudem enthält er unbelegte Vorwürfe persönlicher Natur – darunter den Hinweis, Gates habe Epstein gebeten, Emails zu löschen, die sich auf die mögliche Geschlechtskrankheit sowie intime Details bezogen hätten. Belege dafür gibt es nicht. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.

Ex-Frau Melinda French Gates äußerte sich zuerst zu Epstein-Akten
Die Enthüllungen aus den Epstein-Akten holen auch Bill Gates Ex-Frau Melinda French Gates erneut ein. Die mittlerweile vom Microsoft-Mitgründer geschiedene Gates sprach in einem Interview mit dem US-Sender „NPR“ von „sehr, sehr schmerzhaften Zeiten“ in ihrer Ehe – und zeigte sich zugleich erleichtert, heute Abstand von dem Komplex zu haben: „Ich bin sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie. Die Ehe der beiden endete 2021 nach 27 Jahren.

Die Berichte über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seien für sie schwer zu ertragen. „Kein Mädchen sollte jemals in eine Situation gebracht werden, wie sie von Epstein und den verschiedenen Personen in seinem Umfeld verursacht wurde“, sagte French Gates. Die Details lösten bei ihr vor allem „unermessliche Trauer“ aus. Offene Fragen zu den damaligen Kontakten beträfen andere. „Diese Fragen sind für diese Personen und sogar für meinen Ex-Ehemann bestimmt. Sie müssen Antworten auf diese Fragen geben, nicht ich.“
Jahrelang hatte der Multimillionär Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 kam Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis zu Tode, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.
os/afp/dpa


















