Wohnen

Bild der Woche: Markus Söder im Kreise seiner Würste – Gesellschaft | ABC-Z

Man kennt Markus Söder in vielen öffentlichen Lebenslagen – der bayerische Ministerpräsident kann in Bierzelten überschäumende Reden halten. Er kann in jeder europäischen Hauptstadt Wurst essen, und er kann in Talkshows so auf den Putz hauen, als würde er eine Schweinshaxe ohne Rücksicht auf Verluste niedersausen lassen. Söder ist ohne Frage in puncto Fleischwerbung der verhaltensauffälligste deutsche Politiker. Aber dass selbst er alles gleichzeitig hinkriegt: In der Krachledernen mit Mass und Haxn im Cholesterinschlaraffenland eine ganze Wurst in einem Rutsch wegmampfen und trotzdem den Mund noch so weit geöffnet bekommen, dass immer noch Platz für ein paar gesalzene Parolen bleibt – das bringt nur der Karneval zustande, genauer: die Motivwagen der Rosenmontagszüge, die in der heißen Phase seit Altweiberdonnerstag in großen Hallen darauf warten, durch Mainz (siehe Bild), Köln und Düsseldorf zu ziehen. Karneval erteilt in den rheinischen, aber auch in anderen katholisch geprägten Regionen die Erlaubnis, vor dem Beginn der Fastenzeit, an dem langen Abend vor dem Fasten (deshalb Fastelovend in Köln, Fastnacht in Mainz und anderswo), im Kostüm Dinge zu tun, die man nur in den tollen Tagen tun darf. Etwa bierselig mit allen Körperteilen schunkeln, wie der Düsseldorfer Reichenforscher Thomas Druyen mal gesagt hat. Mit der Narrenkappe den Mächtigen rotzfrech den Spiegel vorzuhalten, gehört auch dazu. Zum Glück endet dieses Recht aber nicht mehr am Aschermittwoch, sonst hätte Söder für den Rest des Jahres nicht nur gut essen, sondern auch gut lachen.

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