Bewegungstermine in Berlin: Den Tech-Bros den Kampf ansagen | ABC-Z

M al wieder eine schlechte Note an der Uni bekommen, weil Sie Bücher zitiert haben, die es gar nicht gibt? Oder Sätze, die noch nie gesagt wurden? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie sich an künstlicher Intelligenz bedient haben. Der Begriff Intelligenz ist allerdings oftmals etwas zu hoch gegriffen. ChatGPT und Co sind schließlich letztlich Sprachmodelle, die basierend auf einer großen Datenmenge das nächste wahrscheinliche Wort vorhersagen. Dabei kann schon mal Unsinn bei herauskommen.
Geht es nach dem technologiekritischen Capulcu-Kollektiv, reiht sich KI damit in eine größere Entwicklung des „Bullshitting“ ein – der zunehmenden Verdrängung der diskursiven Auseinandersetzung über Fakten in kapitalistischen Gesellschaften.
Befeuert wird diese Entwicklung von rechten bis rechtsextremen Kräften weltweit, die auf Desinformationskampagne setzen, um durch die allgemeine Verwirrung hindurch ihre teils faschistische Agenda durchzubringen. Aus dieser Perspektive gedacht, sind die Patzer der KI kein unpolitischer Technologieglitch, sondern Teil eines Angriffs der rechten Tech-Bros gegen den demokratischen Diskurs.
Kürzlich war Capulcu Objekt einer „Nius“-Berichterstattung, die eine Nähe des Kollektivs zur „Vulkangruppe“ behauptet hat, welche für den Stromanschlag im Januar verantwortlich gemacht wird. Am Mittwoch (8. April) lädt die Gruppe zu einem Vortrag und einer Diskussion zu „Rechtsextremer Tech-Oligarchie und zerstörerischem KI-Bullshit“ ein. Los geht es ab 18 Uhr im Drugstore (Potsdamer Straße 134).
Die Bewegung kommt zusammen
Von Freitag bis Samstag findet am Franz-Mehring-Platz 1 die „Cables of Resistance – Bewegungskonferenz gegen Big Tech“ statt. Ein breites Spektrum von linken Aktivist:innen aus verschiedenen Bewegungen kommt hier zusammen, um über verschiedene Formen des Widerstands gegen die Big-Tech-Konzerne zu sprechen.
Im Manifest der Konferenz heißt es, Big-Tech-Firmen verschwenden Energie und Wasser im großen Stil, rauben ihre Ressourcen aus dem Globalen Süden und befeuern faschistische Kräfte (nicht nur) im Globalen Norden. Dagegen soll Widerstand geleistet werden – von zivilem Ungehorsam bis zur Vergesellschaftung.
Das Programm ist umfassend. Gruppen wie Ende Gelände berichten von ihren Massenaktionen, es geht um Recherchen über die schmutzigen Lieferketten von Tech-Konzernen, um Widerstand gegen Datenzentren und Chipfabriken sowie die Nutzung von KI-Technologien für militärische Zwecke. Tickets gibt es keine mehr – die Konferenz ist bereits ausverkauft.
Wer am darauffolgenden Sonntag den Widerstand gegen die faschistische Gewalt praktisch werden lassen will, kann am Gedenken an Burak Bektaş teilnehmen. Bektaş wurde 2012 in Neukölln erschossen. Obwohl das Tatmuster der NSU-Mordserie ähnelt, wurde die Tat nie aufgeklärt. An seinem 14. Todestag am 12. April treffen sich Unterstützer:innen in Neukölln um 14 Uhr am Gedenkort für Burak Bektaş an der Rudower Straße Ecke Möwenweg.





















