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Berlinale-Intendantin Tuttle will im Amt bleiben | ABC-Z

Stand: 03.03.2026 • 08:09 Uhr

Rund um die Berlinale und ihre Chefin hatte es zuletzt Streit gegeben: Nun hat sich Intendantin Tuttle geäußert. Sie will weiter im Amt bleiben. Wegen ihres Umgangs mit dem Nahost-Protest beim Filmfestival hatte sie in der Kritik gestanden.

  • Tricia Tuttle will Berlinale weiter leiten
  • In der vergangenen Woche gab es Spekulationen um ihren Verbleib
  • Hintergrund waren der Umgang mit Krieg in Gaza und Israel sowie Äußerungen von Kulturstaatsminister Weimer

Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle möchte weiter im Amt bleiben. Das sagte sie in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa). “Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortsetzen”, so Tuttle.

Zuvor war über die Zukunft der Filmfest-Chefin spekuliert worden. Nach Darstellung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) habe Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle von sich aus ihre Zukunft bei der Berlinale infrage gestellt. “Sie sagte mir und auch meinem Amtschef […], sie könne in dieser vergifteten Atmosphäre und ihren politischen Spannungen die Berlinale kaum weiterführen”, sagte Weimer der “Rheinischen Post”. Beide hätten offen über die schwierige Situation gesprochen, so der Kulturstaatsminister.

Tuttle: “Diskutierten Möglichkeit meiner Kündigung”

Tuttle sagte der DPA nun, als sie am Dienstag vergangener Woche mit dem Staatsminister gesprochen habe, habe sie sich die Frage gestellt, ob sie in einem Umfeld, in dem ihre Führungsrolle und die Integrität der Berlinale öffentlich in Zweifel gezogen würden, weiter effektiv arbeiten könne. “Wir diskutierten die Möglichkeit meiner einvernehmlichen Kündigung”, so Tuttle. Das seien ehrliche Gespräche gewesen.

Rückendeckung bekam Tuttle seither von Tausenden Filmschaffenden, die sich in offenen Briefen hinter die Intendantin stellten. “Die Reaktionen aus der deutschen und internationalen Kulturszene, darunter auch eine Reihe israelischer Kollegen, die sich bewegend zu unserer Verteidigung äußerten, waren beachtlich”, so Tuttle.

Kurzfristig einberufene Aufsichtsratssitzung

Diese breite Resonanz habe aus Tuttles Sicht unterstrichen, “dass es in der Debatte nicht um eine einzelne Preisverleihung, eine Festivalwoche oder eine Person ging, sondern um das allgemeine Prinzip, dass kulturelle Einrichtungen darauf vertrauen können müssen, innerhalb demokratischer und rechtlicher Rahmenbedingungen agieren zu können”. Das sei eine starke Botschaft und habe “auch meine eigene Klarheit nach einigen schwierigen Wochen wiederhergestellt”, so Tuttle.

Am vergangenen Donnerstag hatte es, auf Initiative von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hin, eine erste Aufsichtsratssitzung der Berlinale-Trägergesellschaft “Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) GmbH” gegeben. Als Grund für die Sitzung wurde der Umgang mit dem Krieg in Gaza und Israel während des Festivals im Februar genannt. Weimer sprach gegenüber der “Rheinischen Post” von einem “Eklat”.

Weitere Aufsichtsratsitzung am Mittwoch

Die Gespräche über die Zukunft der Berlinale und Intendantin Tuttle sollen in dieser Woche fortgeführt werden. Am Mittwoch finde eine weitere Aufsichtsratssitzung der Berlinale Träger-Gesellschaft statt, wie der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, am Montag mitteilte. “Es wird dort einen Austausch geben über die künftige Zusammenarbeit.” Die Bundesregierung sehe der Sitzung “mit großer Gelassenheit” entgegen, sagte Kornelius. Sie hoffe, die Aufregung um die Berlinale damit hoffentlich zu beenden.

Sendung: Radioeins, 03.03.26, 7:00 Uhr

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