Politik

Belarus: Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis in Aachen entgegen | ABC-Z

Die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava hat während eines Festakts im Aachener Rathaus den Internationalen Karlspreis entgegengenommen. Der Preis war ihr bereits 2022 während ihrer Zeit in Haft verliehen worden. Kalesnikava war im Dezember 2025 gemeinsam mit zahlreichen weiteren politischen Gefangenen nach Vermittlungsbemühungen der USA freigelassen worden.

Kalesnikava sprach vor der Verleihung von einer “riesigen Ehre”. Die Nachricht von der Preisverleihung 2022 sei für sie “ein großes Zeichen der Solidarität” gewesen. Der CDU-Politiker und Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Armin Laschet sagte: “Dass wir Maria Kalesnikava nun in Aachen empfangen dürfen, ist ein starkes Signal an alle, die in Europa für Freiheit und Demokratie eintreten”.

Kalesnikava war nach ihrer Freilassung von Deutschland aufgenommen worden. Sie lebt seither in Berlin. Die Politikerin gehörte 2020 zu den Führungsfiguren eines Massenprotests gegen den langjährigen belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Anders als andere Oppositionelle ging Kalesnikava, eigentlich Musikerin und Kuratorin, anschließend nicht ins Exil. Sie wurde zu elf Jahren Straflager verurteilt und inhaftiert.

Kalesnikava saß fünf Jahre in Haft, zweieinhalb Jahre davon, so berichtet sie, in Isolationshaft, allerdings nicht an einem Stück. Etwa drei Jahre sei ihr kein Kontakt mit der Außenwelt erlaubt worden. “Das heißt, ich habe keine Briefe von meiner Familie bekommen, keine Telefonanrufe, keine Pakete. Ich habe einfach nichts von meiner Familie und meinen Freunden gehört, und sie haben überhaupt keine Informationen von mir bekommen.”

“Außergewöhnlicher Mut”

Die Verleihung des Karlspreises 2022 begründete das Direktorium mit ihrem “außergewöhnlichen Mut” im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen. Belarus wird von Lukaschenko autoritär regiert, der Machthaber ist zugleich einer der treuesten Verbündeten des russischen Staatschefs Wladimir Putin.

Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient machten. Zu den Preisträgern zählen etwa der verstorbene Papst Franziskus, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

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