Bad Tölz zeichnet Ehrenamtliche mit Bürgermedaille aus – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Der Heilige Abend ist normalerweise Familiensache. Da kommen Eltern und Kinder, manchmal auch noch Großeltern und Verwandte zusammen, um sich zu beschenken, gemeinsam zu essen und zu feiern. Das war bei Gerda und Kurt Breiter aus Bad Tölz nicht so. Über Jahre hinweg verzichteten sie auf eine private Feier und organisierten den Heiligabend für alleinstehende Menschen. Sie seien auch an diesem Tag für andere da gewesen, denen „das Glück der Gemeinschaft nicht geschenkt ist“, sagte Bürgermeister Ingo Mehner. „Das hat mich immer ganz besonders beeindruckt.“
Für ihren ehrenamtlichen Einsatz zeichnete Mehner das Ehepaar in der Stadtratssitzung am Dienstagabend mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt aus. Die Auszeichnung konnte er allerdings nur an Gerda Breiter überreichen, denn ihr Mann Kurt ist im April dieses Jahres gestorben. Beide seien „wahre Kraftwerke ehrenamtlichen Engagements“, sagte Mehner. Über Jahrzehnte hinweg waren sie nicht alleine für Einsame, sondern auch für Jugendliche, behinderte Menschen, in der Freiwilligen Feuerwehr oder der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt freiwillig tätig. Mit ihrer menschlichen Ausstrahlung, der Selbstverständlichkeit ihres Einsatzes und ihrer Kreativität hätten sie gerade junge Menschen mitgerissen, sagte der Bürgermeister.
:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren Landkreis
Die Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.
Die Silberne Bürgermedaille erhielten Stephanie Hörmann und Peter Frech. „Wer die Namen in Bad Tölz hört, verbindet damit gleich etwas“, sagte Mehner. Zum einen das Jailhouse und Festivals wie das US-Car-Treffen, das Harley-Treffen oder einstmals auch das Summer Village. Dann aber auch den Sicherheitsdienst, mit dem sie Märkte, Konzerte und Feste überwachen, in Asylunterkünften für Ruhe sorgen oder auf Streife durch die Stadt unterwegs sind. Tölz werde dadurch sicherer und belebter, erklärte Mehner. „Sehr sympathisch an den beiden ist, dass sie ein großes soziales Engagement haben, aber selten darüber sprechen.“


Den mit 1000 Euro dotierten Jugendpreis der Stadt erhielt die Tölzer Jugendkapelle unter Leiter Sepp Kronwitter. Das junge Ensemble sei seit 30 Jahren „ein großartiges Nachwuchsreservoir“ für die Stadtkapelle, die heuer 100 Jahre alt wurde, sagte Mehner. Aber nicht bloß das. Sie sei auch ein „bemerkenswerter Akteur“ im Musikleben der Stadt und bereichere das Kulturangebot mit hochklassigen Auftritten, etwa in der Reihe „Stadt mit der besonderen Note“.
Der Bürgermeister würdigte die jungen Ensemblemitglieder dafür, dass sie ihre Zeit nicht am Smartphone oder PC verschwenden würden. Proben, Konzerte, Instrumentalunterricht, häusliches Üben: „Ihr wollt selbst aktiv sein und wollt in der Gemeinschaft Musik machen“, rief Mehner den Nachwuchsmusikern zu. Damit bereiteten sie vielen Musikfreunden in der Region „eine Riesenfreude“.





















