Atomverhandlungen: US-Vizepräsident Vance wirft Iran Nichteinhaltung “roter Linien” vor | ABC-Z

Nach der zweiten Verhandlungsrunde im Atomstreit hat US-Vizepräsident JD Vance dem Iran die Nichteinhaltung der von Präsident Trump formulierten “roten Linien” vorgeworfen. In einigen Bereichen sei es “sehr deutlich, dass der Präsident einige rote Linien gezogen hat, die die Iraner noch nicht wirklich anerkennen und abarbeiten wollen”, sagte Vance dem US-Sender Fox News. “In mancher Hinsicht” seien die Gespräche jedoch gut verlaufen.
Vance stellte eine Fortführung der indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in Aussicht. “Wir werden weiter daran arbeiten”, sagte Vance. Gleichzeitig drohte er mit einem militärischen Eingreifen, falls die Gespräche zu keiner Einigung führten. “Natürlich behält sich der Präsident das Recht vor zu sagen, wann die Diplomatie seiner Ansicht nach ihr natürliches Ende erreicht hat”, warnte der Vizepräsident mit Blick auf seinen Chef, US-Präsident Donald Trump. Die erste Runde der Gespräche fand Anfang Februar im Oman statt. Trump hatte zuletzt am Montag mit nicht näher genannten “Konsequenzen” gedroht, falls es keine Einigung gebe.
Einigung offenbar noch nicht in Sicht
Nach Angaben eines Vertreters der US-Regierung seien bei den Gesprächen in Genf Fortschritte erzielt worden, allerdings gebe es noch viele Details zu klären. Die iranische Seite wolle in den kommenden zwei Wochen mit “detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären”, hieß es.
Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi stellte nach dem Ende der Verhandlungsrunde in Genf keine rasche Einigung in Aussicht. Es sei eine allgemeine Übereinkunft über “eine Reihe von leitenden Prinzipien” erzielt worden, sagte Araghtschi. Die Ausarbeitung werde jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Die Atmosphäre bei den Gesprächen beschrieb er als konstruktiv, stelle aber klar: “Das bedeutet nicht, dass wir eine Einigung erzielt haben.” Einen Termin für eine neue Verhandlungsrunde gibt es Araghtschi zufolge noch nicht.
Vance bekräftigte erneut, das Ziel der Verhandlungen sei es, den Iran am Besitz von Atomwaffen zu hindern. Vance warf der iranischen Regierung vor, auch am Kauf einer Atomwaffe interessiert zu sein – auch dies dürfe nicht passieren, sagte er. Der Iran bestreitet, heimlich den Bau von Atomwaffen anzustreben und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung von Kernenergie.
Iranische Regierung verärgert über Großdemo in München
Unterdessen bestellte die iranische Regierung in Teheran nach der Großdemonstration gegen die iranische Führung in München am Wochenende den deutschen Botschafter ein. Dem Botschafter sei der “scharfe Protest” des Iran gegen die “anti-iranischen Aktivitäten in Deutschland” und “destruktiven” und “völkerrechtswidrigen” Äußerungen deutscher Regierungsvertreter gegen die Islamische Republik Iran übermittelt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Am Samstag hatten in München rund 250.000 Menschen gegen die iranische Regierung protestiert. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, hielt eine Rede vor den Teilnehmern.




















