„Artemis 2“-Mission live: ++ Start der Mond-Mission geglückt – Astronauten haben noch 350.000 Kilometer vor sich ++ |ABC-Z

Nach mehr als einem halben Jahrhundert schickt die Nasa wieder Menschen Richtung Mond. Die vier Astronauten sind gestartet. Die Raumkapsel befindet sich nun in der Erdumlaufbahn. Lesen Sie alle Entwicklungen in unserem Protokoll.
Erstmals seit 1972 sind in der Nacht zum Donnerstag wieder Menschen in Richtung Mond gestartet. Im Rahmen der „Artemis 2“-Mission sind drei Männer und eine Frau an Bord einer „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ (SLS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida um 00:35 Uhr MESZ (18:35 Uhr Ortszeit) abgehoben.
Alle Entwicklungen zur zehntägigen Mond-Mission im Liveticker:
17:59 Uhr – Toilette funktioniert wieder
Die NASA-Astronauten auf dem Weg zum Mond haben Grund zum Feiern, und das nicht nur, weil ihr Start so gut verlaufen ist. Ihre Toilette funktioniert jetzt wieder. Die sogenannte Mondtoilette funktionierte nicht richtig, seit die Artemis-II-Besatzung am Mittwochabend die Umlaufbahn erreicht hatte. Die Missionskontrolle gab Astronautin Christina Koch einige Tipps und Tricks, und schließlich brachte sie die Toilette wieder in Gang.
Die einzige Toilette der Kapsel befindet sich im Boden und ist mit einer Tür und einem Vorhang für Privatsphäre versehen. Sie basiert auf einem experimentellen WC, das 2020 zur Internationalen Raumstation geschickt wurde. Das als universelles Abfallentsorgungssystem bekannte Kompakt-WC nutzt, ähnlich wie frühere Weltraumtoiletten, Luftansaugung anstelle von Wasser und Schwerkraft zur Abfallentsorgung.
Die Crewmitglieder mussten sich so lange mit einem Beutel und einem Trichter behelfen, bis die Toilette wieder in Gang gebracht wurde.
16:10 Uhr – Schauspieler Hanks würdigt Astronauten
US-Schauspieler und Raumfahrt-Enthusiast Tom Hanks hat die Nasa-Mission „Artemis 2“ gewürdigt. „Wusstet ihr, dass seit 1972 keine Menschen mehr über den Einflussbereich der Erdgravitation hinaus gereist sind? Das ändert sich heute“, schrieb der Schauspieler in einem Beitrag auf der Plattform Instagram und fügte ein Foto von sich und den vier Astronauten hinzu. Er wünschte der Mission „Gottes Segen“.
Hanks spielte in dem Film „Apollo 13“ über die Mondmission 1970, die nach der Explosion eines Sauerstofftanks umkehren musste, den Astronauten Jim Lovell. Der 69-Jährige hat auch Raumfahrt-Dokumentationen produziert. In einem Interview sagte er einmal, er würde sofort auf den Mond ziehen, „wenn mich meine Frau lässt“.
10:45 Uhr – Astronauten schlafen
Seit rund zehneinhalb Stunden fliegen die vier Astronauten durch das All und sind mittlerweile über 65.000 Kilometer von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS bewegt sich in rund 400 Kilometer Höhe.
Die Orion-Kapsel hat somit auch den sogenannten geostationären Orbit verlassen, der sich auf etwa 36 000 Kilometern Höhe befindet. Dort sind hauptsächlich TV-, Wetter-, Erdbeobachtungs- und Spionagesatelliten unterwegs.
Derzeit schlafen die Astronauten, bevor gegen 14.10 Uhr MESZ eine weitere Kurskorrektur ansteht, um in Richtung Mond zu fliegen. Es sind noch etwa 350 000 Kilometer bis zum Mond.
10:20 Uhr – beeindruckende Aufnahmen
09:08 Uhr – Raumfahrtministerin Bär freut sich
Dorothee Bär, Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sprach bei WELT TV über den geglückten Start der Mond-Mission. „Ich freue mich, dass es jetzt geklappt hat“, sagte Bär und betonte unter anderem den deutschen Anteil an der Reise zum Erdtrabanten. „Deutschland ist mit mehreren Modulen dabei, das ist natürlich sehr, sehr positiv und hilft uns für alle weiteren Missionen.“
08:57 Uhr – Astronauten schließen Weltraum-Manöver ab
Die Astronauten schildern Eindrücke aus der Raumkapsel. „Wir haben einen schönen Mondaufgang“, sagte Reid Wiseman, der Kommandant der Mission. „Wir steuern direkt darauf zu“, fügte der 50-Jährige hinzu. Sein Kollege Victor Glover bedankte sich beim Nasa-Kontrollzentrum in Houston. „Toll, mit euch zu fliegen, Houston“, sagte er und fügte hinzu: „Schönes Gefährt.“
Außerdem schloss die Crew laut Nasa die „Demonstration der Annäherungsmanöver“ erfolgreich ab. Dabei manövrierte das Team die Orion-Raumkapsel in einer Distanz von rund zehn Metern um die abgetrennte Oberstufe der Rakete. Die Nasa möchte wissen, wie sich Orion verhält, falls die Selbststeuerungsfunktion ausfällt und die Piloten die Kontrolle übernehmen müssen.
08:45 Uhr – Nasa-Chef zufrieden
Jared Isaacman betonte auf einer Pressekonferenz nach dem Start die historische Bedeutung der „Artemis 2“-Mission. „Der heutige Start ist ein entscheidender Moment für unsere Nation und für alle, die an Erforschung glauben“, erklärte der Nasa-Chef.
„Artemis 2 ist der Start von etwas, das größer ist als nur eine Mission. Es ist der Beginn unserer Rückkehr zum Mond, nicht nur zum Besuchen, sondern irgendwann auch zum Bleiben in unserer Mond-Station.“ Man lege nun die Basis für die nächsten „gigantischen Schritte“.
07:28 Uhr – Der Start der Rakete im Video
07:20 Uhr – Astronauten müssen Toilettenproblem lösen
Kurz nach dem Start mussten sich die Astronauten mit Randproblemen herumschlagen: Die Inbetriebnahme einer Toilette an Bord der „Orion“-Kapsel missglückte. „Die Toilette hat sich von selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet“, berichtete Astronautin Christina Koch der Missionskontrolle in Cape Canaveral.
Ihr wurde geraten, vorerst ein tragbares System aus Beutel und Trichter zu benutzen – ein CCU, kurz für Collapsible Contingency Urinal –, während die Flugkontrolleure überlegten, wie sie das sogenannte Mond-Klo am besten wieder einsatzbereit machen könnten. Die Toilette befindet sich den Angaben zufolge im Boden der Kapsel und verfügt über eine Tür und einen Vorhang für Privatsphäre. Die Stationstoilette sei derzeit außer Betrieb; zwei andere funktionierten jedoch einwandfrei.
Auch ein Kommunikationsproblem war schnell gelöst. Die Verbindung der Missionskontrolle zur „Orion“-Kapsel brach kurzzeitig ab, als von einem Tracking- und Datensatelliten auf einen anderen gewechselt wurde. Das Problem konnte jedoch schnell behoben werden.
07:11 Uhr – Der Weg der „Orion“-Kapsel zum Mond
05:14 Uhr – „Orion“-Kapsel erfolgreich getrennt
Die „Orion“-Kapsel hat sich erfolgreich von der Rakete getrennt, und der Test der „Annäherungsmanöver“ ist im Gange. Die Astronauten steuern „Orion“ manuell, ähnlich wie sie es tun würden, wenn sie an ein anderes Raumschiff andocken würden.
04:45 Uhr – Nasa-Chef spricht über kurzzeitiges Kommunikationsproblem nach dem Start
Kurz nach dem Start brach vorübergehend die Kommunikation zwischen den vier Astronauten an Bord der „Orion“-Kapsel und dem Kontrollzentrum auf der Erde ab. Die Crew habe die Stimmen aus dem Kontrollzentrum hören können, aber die Mitarbeiter im Kontrollzentrum hätten die Astronauten nicht hören können, sagte Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Pressekonferenz.
Das Problem habe aber nach kurzer Zeit gelöst werden können und die Kommunikation sei wiederhergestellt. „Wir klären das Problem aktiv auf.“
01:01 Uhr – Raumkapsel hat Erdumlaufbahn erreicht
Die „Orion“-Raumkapsel hat eine Erdumlaufbahn erreicht. Rund acht Minuten nach dem Start der Trägerrakete SLS trennte sich die erste Stufe der Rakete von der Raumkapsel, wie ein Vertreter der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Live-Stream sagte. Zuvor hatten sich bereits die beiden sogenannten Booster von der Rakete getrennt.
00:57 Uhr – Raumfahrtministerin: Deutschland mit an Bord
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat nach dem erfolgreichen Start die deutsche und europäische Rolle bei der „Artemis 2“-Mission betont. Deutschland sei mit an Bord, teilte die CSU-Politikerin mit.
„Technik Made in Germany“ ist integraler Bestandteil des Raumschiffs: Das European Service Module (ESM), dessen Endmontage in Deutschland erfolgt, sichert Energieversorgung und Antrieb für den Weg zum Mond.
00:50 Uhr – Washington Monument erstrahlt zu Ehren der Mond-Misson
00:46 Uhr – Deutsche Astronauten wären gerne mitgeflogen
Die deutschen Astronauten Alexander Gerst (49) und Matthias Maurer (56) wären bei der „Artemis 2“-Mission auch gerne mit an Bord gewesen. „Ich habe schon zwischenzeitlich kurz überlegt: In der Toilette ist doch noch Platz, komme ich dann irgendwie rein?“, sagte Maurer in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Den Traum, Astronaut zu werden, habe er sich erfüllt, den Traum von einem Weltraum-Außeneinsatz auch. „Und der dritte, der ganz, ganz große Traum, der noch aussteht, ist der Flug zum Mond.“
00:36 Uhr – Schaulustige verfolgen den Start
00:35 Uhr – „Artemis 2“-Mission erfolgreich gestartet
Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Vier Astronauten hoben dafür um 18:35 Uhr Ortszeit (00:35 Uhr MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.
Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis 2“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden.
00:27 Uhr – Countdown läuft wieder
Der Countdown wurde wieder in Gang gesetzt. Neue Startzeit: 00:35 Uhr MEZ.
00:20 Uhr – Countdown gestoppt
Der Countdown wurde aktuell angehalten. Der Start wird sich somit nach hinten verschieben. Das Startfenster ist insgesamt zwei Stunden lang.
00:12 Uhr – Deutsche Astronauten fiebern mit
„Es ist ein historischer Tag“, sagte der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor dem Start, sein Astronautenkollege Matthias Maurer sprach von einem „ganz neuen Kapitel für die Raumfahrt“. „Es gibt eine ganz einfache Botschaft: Es gibt eine riesige Rakete, und die Rakete fliegt zum Mond“, sagte Maurer weiter. Ohne europäische Technologie könne die Rakete gar nicht starten.
„Wir sind also ein großer Teil dieser Mission, und unser Beitrag wird langfristig auch Europäer zum Mond bringen“, so Maurer. „Und ich denke, das ist eine Inspiration für all die Kinder in Europa, und auch für die älteren Kinder, die hier stehen.“ Viele Menschen würden davon „träumen, zum Mond zu fliegen“.
00:08 Uhr – US-Verkehrsminister sagt Sieg im Wettlauf zum Mond und Mars voraus
Bis Dezember war Sean Duffy, US-Verkehrsminister, übergangsweise Leiter der Nasa. Kurz vor dem geplanten Start der „Artemis-2“-Mission zeigt sich der 54-Jährige überzeugt, dass die USA im Wettbewerb im All gegenüber der Volksrepublik China die Nase vorn haben werden.
Auf der Plattform X richtet sich Duffy direkt an die Crew: „Reid, Victor, Christina und Jeremy! Wir drücken euch allen die Daumen, und es ist mir eine Ehre, dabei zu sein und euren Start zur Mondumrundung mitzuerleben.“ Für ihn markiere der Beginn von „Artemis 2“ einen wichtigen Moment – nicht nur für den nationalen Stolz, sondern auch für die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Zugleich betont er selbstbewusst, dass die USA China im Rennen zum Mond und später auch zum Mars hinter sich lassen werden.
Mittwoch, 1. April
23:30 Uhr: NASAs Mondfahrplan nach „Artemis 2“
Die Raumfahrtbehörde hat kürzlich ihr „Artemis“-Mondforschungsprogramm neu strukturiert und es nach dem Vorbild des rasanten Apollo-Programms gestaltet, das in den 1960er und 1970er Jahren in rascher Folge Mondmissionen durchführte.
1. „Artemis 2“ beinhaltet einen Mondumflug von vier Astronauten.
2. „Artemis 3“ konzentriert sich auf den Start einer Mondlandefähre in eine Erdumlaufbahn im Jahr 2027, um Andockübungen von Astronauten in einer Orion-Kapsel durchzuführen.
3. „Artemis 4“ hat zum Ziel, im Jahr 2028 Astronauten auf dem Mond zu landen.
23:21 Uhr: Technisches Problem behoben
Ein nicht näher spezifiziertes Problem mit dem Flugabbruchsystem der Rakete, das ein Selbstzerstörungssignal an die Rakete senden würde, falls diese vom Kurs abweicht und auf ein besiedeltes Gebiet zusteuert, sei behoben worden, teilte die Nasa mit.
Die Zuschauer jubelten, als die Nasa ihre Ankündigung machte.
23:01 Uhr: Nasa untersucht ein technisches Problem
Es gibt ein nicht näher spezifiziertes Problem mit dem Flugabbruchsystem der Rakete, das ein Selbstzerstörungssignal an die Rakete senden würde, falls diese vom Kurs abweicht und auf ein besiedeltes Gebiet zusteuert. „Das ist eine ziemlich einzigartige Situation“, erklärte NASA-Kommentator Derrol Nail.
Einer der Startleiter sei alarmiert worden, um schnell zum angrenzenden Montagegebäude zu eilen und Ausrüstung aus der Space-Shuttle-Ära zu holen, sagte er. Er betonte, dass es kein Problem mit der Rakete selbst gebe. „Im Moment ist der Schießstand nicht nutzbar, aber das hält uns nicht davon ab, im Countdown weiterzumachen“, berichtete Nail.
21:58 Uhr: Crew nimmt in Kapsel Platz
Wenige Stunden vor dem Start verabschiedete sich die Crew von Angehörigen und nahm in orangefarbenen Raumanzügen in der Orion-Kapsel Platz.
saha/jmr mit dpa/AP




















